Indien
Das Land sitzt auf einem Riesengoldschatz Neu Delhi – Indien ist derzeit der größte Goldmarkt der Welt. Laut World Gold Council (WGC) lag die Nachfrage im letzten Jahr bei 1059 Tonnen. Davon entfielen 659,9 Tonnen auf die Schmuckindustrie, 409,1 Tonnen auf Münzen und Barren. Die weltweite Goldnachfrage betrug im gleichen Zeitraum 3427 Tonnen. Durch den Wirtschaftsboom, den Indien in den zurückliegenden Jahren erlebte, ist der Absatz von Gold zusätzlich gefördert worden. Für viele die einzige Möglichkeit, etwas fürs Alter zurückzulegen, ohne dass die Inflation die Sparbemühungen zunichte macht. Die Folge: Die Inder besitzen insgesamt 18 000 Tonnen Gold, das entspricht einem Wert von mehr als 800 Mrd. US-Dollar oder 11 % der weltweiten Goldmenge. Allerdings kaufen die Inder nicht zu jedem Preis. Als im vergangenen Jahr das Allzeithoch von nahezu 2000 US-Dollar für eine Feinunze erreicht wurde, sank die Nachfrage spürbar. Die Ankündigung der indischen Regierung, die Einfuhrsteuer auf Silber um 6 Prozent und für Gold um 2 Prozent mit sofortiger Wirkung zu erhöhen, zeigte dagegen keine Wirkung auf den Goldmarkt.
Goldkurs
Analysten halten Korrektur für überzogen Frankfurt/M. – Um 10 Prozent hat sich Gold innerhalb der vergangenen vier Wochen wieder verteuert. Nach dem starken Preisrückgang im vergangenen Jahr haben wieder viele Anleger zugegriffen. Die Rohstoffanalysten sind der Meinung, dass die Korrekturen in 2011 überzogen waren. Bereits in der zweiten Januarwoche gingen für Frankreich und Österreich das AAA-Rating bei Standard & Poors verloren. Und auch die Länder Malta, Slowakei, Slowenien, Zypern, Italien, Portugal und Spanien erfuhren eine weitere Herabstufung. Dadurch profitierte Gold mit einem Anstieg von mehr als 20 US-Dollar pro Feinunze. Oliver Heuschuch, Edelmetallexperte von Heraeus erwartet, dass die politische Entwicklung in der Golfregion auch den Goldpreis in den nächsten Wochen weiter mit beeinflussen wird. Ein Preistreiber für Edelmetall im Berichtszeitraum war die Ankündigung der Federal Reserve Bank am 20. Januar, dass sie ihre Null-Zinspolitik bis zum Ende des Jahres 2014 festschreiben will. Deshalb bietet der Goldkurs nach oben weiterhin Luft, glaubt Heuschuch.
Silber
Kurs macht weiter Boden gut
Frankfurt/M. – Auch bei Silber ist der Zinsentscheid der Federal Reserve Bank, der letztlich alle Metalle nach oben treibt, mitbestimmend für den Kurs. Die Silberpreise pro Feinunze von 32 bis 40 US-Dollar führen dazu, dass die Industrie nur verhalten das weiße Metall ordert und auch die Investoren wird dies wohl derzeit etwas abschrecken.
Platin
Nobelmetall macht gegenüber Gold wieder Boden gut Frankfurt/M. – Platin konnte in den letzten Wochen von der generellen Unsicherheit bei der Energieversorgungslage in den südafrikanischen Minen profitieren. Hier gab es verschiedene Meldungen zu einer wackeligen Stromversorgung und den Reserven des staatlichen Energiemonopolisten Eskom. Auch wenn kurze Zeit später in dem ein oder anderen Statement einiger Minenbetreiber von einer zufrieden stellenden Versorgungssituation der Minen gesprochen wurde, zeigt sich wieder einmal mehr, wie anfällig das Produzieren in Südafrika ist. Ein weiterer Kurstreiber während der letzten Januarwochen war die stetige Platinnachfrage aus Asien, insbesondere vor dem chinesischen Neujahrsfest. Hier haben sich offensichtlich noch viele industrielle Verbraucher eingedeckt. Auch der als unrechtmäßig deklarierte Streik der zur Implats gehörenden Rustenberg-Mine beflügelt offensichtlich weiter die Kursfantasie der Marktteilnehmer. Das Unternehmen rechnet mit streikbedingten Produktionsausfällen von 3000 Unzen am Tag. Der Abstand des Goldpreises gegenüber Platin hat sich von 200 Euro auf nur noch 110 Euro je Unze deutlich reduziert.
Quelle: gz-online.de