Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V. header image 5

1931 – 1940

1931

118Deutschland, am 1. Januar. Per Gesetz wird die gewerbsmäßige Stellenvermittlung verboten.

Wiesbaden, am 13. Januar. Anlässlich seines 81-jährigen Geburtstages wird dem Goldschmiede-Altmeister Ferdinand Struck vom Reichspräsidenten Hindenburg „ein Glückwunschschreiben nebst Bild und Unterschrift übermittelt“.

Bremen, im Januar. Obermeister Kleymann lädt die Innungsmitglieder in die Domschänke ein. Themen: Geänderte Meisterprüfungs-Verordnung und die Organisation der Reichshandwerkswoche.

Aachen, am 19. Januar. Goldschmiedemeister Wilhelm Becker wird 80 Jahre alt. Im Mai 1878 gründet er sein Geschäft am Kapuzinergraben.

Berlin, am 19. Januar. Die erste Innungsquartalsversammlung in den Bismarcksälen wird abgehalten. Nach dem Jahresbericht von Emil Eichendorff präsentiert Kollege Wingberg vom Reichsverband eine neugeschaffene Innungsmappe. Das Stück ist kunstvoll mit silbernen Beschlägen und gepunztem Leder gearbeitet.

Darmstadt, im Januar. Der Werbeberater Fried Senft von der DGZ regt zur Bildung einer Werbegemeinschaft der Goldschmiede an und wünscht, dass sich die Interessierten an Herrn Juwelier Baumhard in Mühlhausen wenden mögen.

Wesermünde, am 21. Januar. Der Obermeister der Zwangsinnung der Uhrmacher und Goldschmiede Wesermünde und der Kreise Geestemünde und Lehe, Uhrmacher und Goldschmied Friedrich Baier, begeht sein 25-jähriges Obermeisterjubiläum. Für die Treue zur Arbeit wird er auf Beschluss zum Ehrenobermeister ernannt. Zur Innungsversammlung erscheinen 18 Kollegen. Die satzungsmäßigen Wahlen ergeben folgendes: OM Beier lehnt nach 25-jähriger Amtszeit seine Wiederwahl ab. Zum Nachfolger wird einstimmig Kollege Adolf Riedel aus Wesermünde gewählt. Stellv. OM Knoblauch; Schriftführer Hornung.

Breslau, am 25. Januar, von 16.35 bis 16.50 Uhr. Die Rundfunkstationen Breslau und Gleiwitz senden unter der Rubrik: „Der Arbeitsmann erzählt“ einen kurzen Vortrag des jugendlichen Silberschmiedes Werner Preuß.

Liegnitz, am 26. Januar. Die Freie Innung der Gold- und Silberschmiede zu Liegnitz hält ihre erste diesjährige Innungsversammlung in Hähnels Bierhalle ab. Obermeister Max Adler begrüßt die erschienenen Kollegen mit den besten Wünschen für das neue Jahr und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass das Jahr 1931 besser werden möge als der Ruf, der ihm vorausgeht. Die Innung zählt 15 Mitglieder, ein beitragsfreies und ein Ehrenmitglied.

Berlin, am 27 Januar. Goldschmiedemeister Paul Gießel ist im Alter von 75 Jahren verstorben.

Deutschland, am 9. Februar. Der Silberpreis gibt beträchtlich nach und liegt im Kilo um die 35,- RM.

Pforzheim, am 21. Februar. Eröffnung der Ring-Ausstellung im Kunstgewerbeverein. Die Ausstellung ist ein Verdienst des Prof. Haupt, Vorstand des Kunstvereins. Die Ausstellung zeigt Stücke der ägyptischen Zeit, über alle Stile und alle Völker, bis in die Neuzeit.

Gera, am 22. Februar. Obermeister Jahr lädt zur Innungsversammlung in den Bahnhof-Süd ein. Es gründet sich eine neue Vereinigung unter den Namen „Ost-Thüringische-Goldschmiede im R.J.G.S.“, abgekürzt „OSTHÜGO“ im RV

Hanau, am 25. Februar. Konrad Schwahn, bekannt als Verleger und Hersteller von Goldschmiedebedarf, Seniorchef der bekannten Firma Schwahn, stirbt im Alter von fast 68 Jahren.

Frankfurt/O., am 8. März. Die Versammlung der Goldschmiede-Zwangsinnung Frankfurt a.O. wird im Hotel Prinz v. Preußen einberufen. Franz Sack, Obermeister / Paul Kanz, Schriftführer. Leipzig. Dr. S. Rösch vom Institut für Mineralogie der Universität Leipzig beschäftigt sich mit der Gewichtsbestimmung an Brillanten in der Fassung.

Görlitz, im Frühjahr. Der 30. Gründungstag der „Freien Vereinigung“ wurde im Bankettsaal der Stadthalle mit Geschäftsfreunden und den Familien der Mitglieder festlich begangen. Vorsitzende der „Freien Vereinigung“ : Von 1901–1921 Willibald Finster; von da ab Ehrenvorsitzender. Von 1921–1926 Oskar Höer. Von 1926–1933 Hermann Scholze.

Dresden. Die Dresdner Innung hat eine „Fahndungsstelle“ eingerichtet. „Bei Raub, Diebstahl, Plünderung usw. ist die Zentralstelle (Koll. Frötschner) sofort telefonisch anzurufen.“

Deutschland, am 15. März. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt fast 5 Millionen. Nur die Hälfte von ihnen ist durch die Arbeitslosenversicherung abgesichert. 19 Prozent erhalten Mittel aus der Krisenunterstützung, der Rest ist auf die Wohlfahrt angewiesen. Die wirtschaftlichen und psychologischen Folgen der Weltwirtschaftskrise erzeugen eine allgemeine Katastrophenstimmung und bringen den radikalen Parteien Zulauf.

Breslau, im März. Die Tochter des Hofjuweliers Heinrich, Erna Heinrich, legt die Meis­terprüfung ab.

Hamburg, am 20. März. Einer der bekanntesten deutschen Edelschmiede, Prof. Alexander Schönauer, feiert seinen 60. Geburtstag. Geboren und Goldschmiedelehre in München. Siedelt 1895 nach Hamburg. Fertigte neben hervorragenden Sportpreisen auch das Ratssilber für das neue Hamburger Rathaus.

Leipzig, am 25. März. Adolf Giebel, Goldschmied und auch Obermeister, verstirbt.

Deutschland, am 29. März. Reichspräsident Paul von Hindenburg schränkt mit einer Notverordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen das Versammlungsrecht und die Pressefreiheit ein.

142Hanau, am 1. April. Die Platinschmelze von Wilhelm Carl Heraeus wurde vor 80 Jahren gegründet und feiert mit den Mitarbeitern den Geburtstag.

Berlin. Die Gold- und Silberschmiede-Innung der Stadt hat 243 ordentliche Mitglieder und 3 Ehrenmitglieder.

Schwäbisch Gmünd, im April. Der Gmünder „Altherrenbund“ beschließt auch junge Kollegen in die Reihen aufzunehmen und ändert auch seinen Namen. Neuer Vereinsname: „Tiegel“.

Deutsche Goldschmiede-Zeitung, im April. Der Verlag gibt ein Wörterbuch für Goldschmiede und Juweliere heraus, das 9.000 Vokabeln in deutsch, englisch, französisch und spanisch beinhaltet.

Hagen, im April. Von der Handwerkskammer wird Goldschmiedemeister Hugo Oppermenn, Kampstraße 30, als Sachverständiger vereidigt.

Berlin, am 25. April. Im Lokal von Schulze, Stallschreiberstraße 5, findet die ordentliche Ausschusssitzung der Innungskrankenkasse der Juweliere, Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin statt.

Speyer, am 25. April. Im Alter von 66 Jahren verstirbt der Vorsitzende des Pfälzer Landesverbandes Goldschmied Wilhelm Horz (Mitglied im RV). Anlässlich des RV-Tages in Idar-Oberstein leitete er ein Goldschmiede-Zusammentreffen in Neustadt a. Haardt.

Erfurt, am 26. April. Die Zwangsinnung der Gold-, Silberschmiede und Juweliere zu Erfurt hält im Gildehaus Frühjahrsversammlung. TOP 4: Vorstandswahl. Es scheiden aus: der Obermeister, der Schriftführer, ein Beisitzer.

Hanau. Im Alter von 48 Jahren schied der Cellinist Alex Ehrmann aus dem Leben.

Berlin, am 9. Mai. Der stellv. Obermeister der Innung Schöneberg, Goldschmiedemeister Paul Kempcke, ist im Alter von 37 Jahren verstorben. (Mitarbeiter der DGZ und des „Junggoldschmieds“)

Weimar, am 10. Mai. Versammlung der Mitglieder der Zwangsinnung der Gold- und Silberschmiede und Juweliere im Stadthaus am Markt. TOP 8: Obermeister Carl Koch stellt Anträge zum Reichsverbandstag.

Rostock, im Mai. Vor der Prüfungskommission in Schwerin besteht der Ziseleur und Goldschmied Josef Kucher die Meisterprüfung mit „sehr gut“.

Plau, am 17. Mai. Hauptversammlung der Innung bei der Mecklenburge. Schriftführer Eichholz verliest das Protokoll. Herr Stavenow aus Malchin gibt den Kassenbericht. Delegiert zur RV-Tagung nach Quedlinburg wird von Obermeister Schmieth der Kollege Burmeister.

Den Haag, vom 17. bis 19. Mai. III. Internationale Konferenz der Fabrikanten- und Einzelhändler-Verbände des Juwelier-, Gold- und Silberwarengewerbes im Restaurant „De Twee Steden“.

Berlin, am 29. Mai. Im Restaurant Fuggerhaus-Kasino, Linkstraße 25, wird eine außerordentliche Innungsversammlung abgehalten. Carl Hugo Schaper nimmt für die bevorstehende Tagung des RV Anträge der Mitgliedschaft entgegen. Ehrend gedacht wird dem kürzlich verstorbenen Kollegen Hugo Eisenach.

Aachen, am 31. Mai. Goldschmiedemeister Matthias Stockem sen., Jacobstraße 48, kann seine Goldene Hochzeit feiern. Bereits im Vorjahr hatte er 50-jähriges Geschäftsjubiläum.

Stuttgart, am 31. Mai. Die Sonderausstellung im Württemberger Landesgewerbemuseum geht zu Ende. Gezeigt werden auch Arbeiten von Fritz Möhler. Besucht wird die Schau von Staatspräsident Dr. Bolz und dem Ministerialdirektor Cloß.

Gera, am 1. Juni. Goldschmiedemeister R. Finsterbusch eröffnet seine Gold- und Silberschmiede.

München, in der Nacht vom 6. zum 7. Juni. Der Münchner Glaspalast wird ein Raub der Flammen. Bei der Katastrophe werden über 3.000 Gemälde, ungefähr 1.000 Plastiken und auch zahlreiche Goldschmiedearbeiten vernichtet. So Goldschmiedearbeiten von J.M. Wilm, Franz Rickert, Max Obletter, Schmid-Geiler, Lorenz Durner, Ludwig Bub, Rudolf Schwarz, W. Heiden und anderer.

Dresden, am 7. Juni. Hauptversammlung des Landesinnungsverbandes Sachsen. 148Obermeister Gäbler eröffnet und begrüßt die 15 erschienenen Delegierten. Es wird berichtet, dass der LIV mit der Dresdner Innung Propaganda in Zeitschriften, Rundfunk, Lichtbildwerbung im Theater, im Kino und in der Hygieneausstellung betrieben habe. Schatzmeister Scharffenberg bilanziert mit 4.805,60 RM. Der „alte“ Vorstand wird neu gewählt: 1. Vorsitzender Gäbler, Stellvertreter Moosblech, Schriftführer Resch. Ausschussmitglieder: Müller, Meißen; Haußding, Pirna; Steinwender, Aue; Scholze, Leipzig; Lange Zittau. Weitere Themen: Das Leihhauswesen; der Hausierhandel; die Schleuderfirmen; die Besteckpreise und der Fahndungsdienst. Antrag an den RV: „Der Reichsverband wird ersucht in der Verwaltung größte Sparsamkeit walten zu lassen und evtl. die Gehälter durch Senkung den wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen“.

Itzehoe, am 7. Juni. Der Obermeister J.A. Lehmann lädt die Mitglieder des „Goldschmiede-Vereins“ von Schleswig-Holstein in das Bahnhofshotel zur Hauptversammlung ein.

Schwäb. Gmünd, vom 8. bis 10. Juni. Die VII. Gmünder Fachtagung für Goldschmiede und Juweliere. Dr. G.F. Hartlaub, Direktor der Mannheimer Kunsthalle, hält einen Vortrag. Thema. „Kollektivismus und Individualismus in der angewandten Kunst“. Paula Scholz wendet sich besonders gegen den Reichsverband. „Es ist eine schmerzliche Erkenntnis, wenn Prof. Frenzel sagt, dass die Juweliere den Anschluss an die Zeit verloren haben. Seit Jahren beklagen wir uns über den Niedergang des Gewerbes, und trotzdem geschieht so gut wie nichts um denselben aufzuhalten“. Prof. Klein: „Das Ausscheiden aus dem Zentralausschuss für Deutsche Schmuckkultur ist für den Reichsverband verhängnisvoll gewesen.“ Die Forderung des Prof.: „Hinein in den Zentralausschuss!“

Meißen, im Juni. Goldschmiedemeister Pötschke und sein Sohn fertigen für die hiesige Fleischerinnung eine Obermeister-Kette in Silber, mit Gold und Email. Die Kette wird anlässlich der 700-Jahrfeier der Innung von den Meisterfrauen gestiftet.

Hainichen, im Juni. Goldschmiedemeister Paul Krauspe verstirbt. (Mitbegründer und Ehrenmitglied der Chemnitzer Innung. Ausgezeichnet mit der goldenen Reichsverbandsnadel.)

Deutschland, im Juni. In der Deutschen Goldschmiede-Zeitung ruft der Werbeberater Friedrich Senft aus Darmstadt zur Bildung von Werbegemeinschaften auf.

Quedlinburg, vom 20. bis 23. Juni. Reichsverbandstag in Quedlinburg. Ausrichter ist die Zwangsinnung für das Goldschmiedehandwerk in den Kreisen Aschersleben, Halberstadt, Oschersleben, Quedlinburg und Wernigerode, unter dem Vorsitz von Obermeister Jenrich. Tagungshotels: Quedlinburger Hof, Hotel Kaiserhof, Hotel Prinz Heinrich. Parole: „Glückauf zum 30. Verbandstag in Quedlinburg!“

Deutschland, am 17. Juli. Hindenburg erlässt eine Notverordnung über das Pressewesen, mit der Zeitungsverbote leichter als bisher durchgesetzt werden können.

Dresden, am 24. Juli. Sitzung des Reichsfachausschusses des Reichsverbandes. Für das Fachblatt wird der „Fragekasten“ eingeführt.

Gera, am 24. August. Außerordentliche Versammlung der Innung in der Gastwirtschaft „Bahnhof-Süd“. Obermeister Jahr gibt bekannt, dass diejenigen Innungsmitglieder, die dem Reichsverband auch weiterhin angehören wollen, sich zu einer neben der Zwangsinnung bestehenden Freien Vereinigung zusammenschließen.

Leipzig, am 30. August um 19.30 Uhr. Im kleinen Saal des Gesellschaftshauses „Tunnel“ der Messegesellschaft, veranstaltet die „DGZ“ ein zwangloses Beisammensein der Goldschmiede. Die Cellinisten kommen um 20 Uhr im Sachsenhof zusammen. Nürnberg, am 1. September. Goldschmiedemeister Georg Henning begeht goldenes Geschäftsjubiläum.

Frankfurt/M., am 19. September. Im Alter von 90 Jahren stirbt Goldschmiedemeister Georg Schlund, Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der Innung im Landkreis Frankfurt.

England, am 20. September. Die Bank von England hebt den Goldstandard für das Pfund Sterling auf. Zahlreiche weitere Länder mit Sterling-Währung folgen.

Deutsche Goldschmiede-Zeitung Nr. 39, am 26. September. Aufruf der Fachzeitschrift, durch Spenden die „Glaspalast-Künstler“ zu unterstützen. (Abgebrannt am 7. Juni.)

Hamburg, am 1. Oktober. Adolf Mohr, Admiralitätsstraße 84, begeht sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum (Sohn von E.H. Mohr.)

Saarbrücken, am 1. Oktober. Die Goldschmiede von Friedrich Kraemer, Bahnhofstraße 78, feiert 40-jähriges Bestehen. (Eine der größten Goldschmieden Südwestdeutschlands mit 35 Beschäftigten.)

150Deutschland, am 6. Oktober. Reichspräsident von Hindenburg erlässt eine weitere Notverordnung zur „Sicherung von Wirtschaft und Finanzen“ sowie zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen.

Leipzig. Wilhelm Woeckel, Inhaber des bekannten Fach-Handelshauses, Rosenthalgasse, feiert seinen 50. Geburtstag.

Berlin. Goldschmiedekunst auf der Bauausstellung 1931. H. J. Wilm stellt in einem eigens errichteten Pavillon eine Goldschmiede in vollem Arbeitsbetrieb dar.

Münster, am 17. Oktober. Juwelier J.C. Osthues feiert das 175-jährige Bestehen seines Unternehmens.

Plauen, am 19. Oktober. III. Quartalsversammlung der Innung der Kreishauptmannschaft Zwickau. Zu Gast der Vertreter des RV und des LIV Kurt Herrnsdorf aus Dresden.

Hanau, im Herbst. Gerhard Söhnlein und Otto Klein fertigen den Logenhammer.

Eberswalde, am 26. Oktober. Obermeister Otto Kienscherf, auch Stadtrat in Eberswalde, ist im Alter von 69 Jahren verstorben.

Görlitz, am 6. November. Hofjuwelier R. Hoer kann 75-jähriges Bestehen feiern. Der jetzige Geschäftsinhaber ist der Schwiegersohn Wilhelm Winne.

Leipzig, am 12. November. Im Börsenrestaurant besprechen etwa 30 Leipziger Goldschmiede den Zusammenschluss zu einer Freien Innung. Die konstituierende Sitzung ist für den 3. Dezember um 20.15 Uhr im „Silbernen Bär“, Universitätsstraße, vorgesehen.

Gera, am 16. November. Vierteljahresversammlung der Goldschmiede-Zwangsinnung für Ostthüringen zu Gera in der Gastwirtschaft „Bahnhof Süd“. TOP 3: Vortrag des Kollegen Stoephasius: „Was uns die Dichter in Poesie und Prosa über das Gold und die Edelsteine sagen“. OM Fritz Jahr.

Leipzig. Die vom Sächsischen Innenministerium verwaltete Hermann-Ilgen-Stiftung hat einen Wettbewerb ausgeschrieben zur Erlangung von Entwürfen für eine Goetheplakette oder eine Ehrenauszeichnung, die anlässlich des 100. Todestages Goethes im nächs­ten Jahre von der Leipziger Universität verliehen werden soll.

Mainz-Rostheim, im Winter. Der Goldschmied Jacob Schmitt, durch einen Gewehrschuss im Weltkrieg erblindet, widmet sich sehr erfolgreich der Bildhauerei. Ein Gönner, der auf ihn aufmerksam wurde, ermöglicht ihm die Aufnahme eines Studiums an der Frankfurter Kunstgewerbeschule.

Hanau, am 7. Dezember. Der langjährige Lehrer an der Akademie Prof. Wilhelm Schultz stirbt im 71. Lebensjahr.

Berlin, am 10. Dezember. Die Goldschmiede-Werkgenossenschaft wird durch Beschluss der Hauptversammlung aufgelöst.

München, im Dezember. Die Hofgoldschmiede Th. Heiden, Promenadenplatz, kann auf ein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass veranstaltet die Fa. einen ­Jubiläumsverkauf.

Gera, am 18. Dezember. Die Goldschmiede C. Th. Jahr & Söhne, Johannisplatz 9, feiert ihr 125-jähriges Bestehen.

1932

Hannover, am 1. Januar. Goldschmiedemeister Richard Levin, Seilwindstraße 12, feiert seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird ihm der Ehrenmeisterbrief überreicht.

Görlitz, am 13. Januar. Innungsversammlung. Der Vorsitzende Hermann Scholze eröffnet die gut besuchte Veranstaltung. Schriftführer Willi Finster verliest das Protokoll der letzten Tagung.

Augsburg, im Januar. Für die Amtszeit von 1932/34 werden folgende Fachbeisitzer für den Meisterprüfungsausschuss bestellt: Josef Rosenmaier, Adolf Winter, Max Gölte sen., Karl August Schmedding.

Berlin, am 18. Januar. 1. ordentliche Innungsversammlung im Hochzeitssaal der Kammersäle, Teltower Str. 4. Obermeister Eichendorff gibt den Jahresbericht. Weitere Themen: Satzungsänderung, Sterbeversicherung, Leihhäuser, Besteckpreise u.a.

Zwickau, am 31. Januar. Die 1. Hauptversammlung der Goldschmiede-Innung im neuen Jahr wird im „Weißen Hirsch“ abgehalten.

Leipzig, am 4. Februar. Der Vorsitzende der Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Großmann lädt in den Burgkeller ein.

Gütersloh, am 29. Februar. Generalversammlung der Zwangsinnung der Uhrmacher und Goldschmiede des Kreises Wiedenbrück, im Gütersloher Kaiser-Hotel.

Görlitz, am 1. März. Die Goldwarenfabrik Paul Hartmann feiert 25-jähriges Bestehen.

Hanau, am 1. März. Silberschmied und Graveur Wilhelm Huth verstirbt. Er kopierte hervorragend alte Nürnberger und Augsburger Arbeiten für Museen.

Deutschland, am 22. März. Anlässlich des 100. Todestages Goethes wird in ganz Deutschland dem Dichterfürsten mit Feiern gedacht. Die Schaufenster der Schmuckgeschäfte sind mit Plaketten, Urkunden, aber auch mit Mineralien dekoriert.

Magdeburg, im Frühjahr. Bei Moritz Guttentag ist Max Träger jetzt 40 Jahre, zuerst als Juwelier, später als Geschäftsführer tätig.

Leipzig, im Frühjahr. Das Messamt ermäßigt die Werbebeiträge für kleine Ausstellungsflächen. Der Quadratmeter wird von 25,- RM auf 10,- RM reduziert.

Markneukirchen, im Frühjahr. Anlässlich des Goethe-Gedenkjahres bringt Gustav Brehmer eine Goethe-Kollektion in Form von Medaillen, Plaketten, Buchzeichen, Anstecknadeln, Festzeichen, Stocknägeln u.a. heraus.

Leipzig, im April. Der Konkurs der Schmelz-, Probier- und Scheideanstalt hat ein gerichtliches Nachspiel. Die Vorstandsmitglieder Weigand und Steinwachs sind rechtskräftig verurteilt worden, an die Konkursmasse Zahlungen zu leisten. (Weigand 12.000,- RM und Steinwachs 4.450,53 RM) Beide sind zahlungsunfähig und haben einen Offenbarungseid geleistet.

Hamburg, im April. Die Zwangsinnung wählt Paul Neumann zum neuen Obermeister. Es wird der Austritt aus dem RV beschlossen.

Deutschland. Die Löhne insgesamt betragen im Jahre 25,7 Milliarden RM. Die Einzelhandelsumsätze im Jahre 22,7 Milliarden RM.

Deutschland, am 14. April. Die Reichsregierung billigt eine weitere Million Reichsmark für mehrere Arbeitsbeschaffungsprogramme. Die Gesamthöhe der Summe, mit der die ­Regierung für den „freiwilligen Arbeitsdienst“ aufkommt, beträgt im Juli 55 Millionen Reichsmark. 66.000 Arbeitslose werden für durchschnittlich 2 RM pro Tag beschäftigt. Die von Staat und Gemeinden gewährte Arbeitslosenunterstützung beträgt 1,80 RM/Tag.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt wird zum Notstandsgebiet erklärt. Der Zustand hält bis 1940 an. Trotzdem funktioniert das Innungsleben unter dem OM Rupp und später unter Möhler weiter.

München, am 5. Mai. Hauptversammlung des Bayrischen Kunstgewerbevereins München, Gruppe Gold- und Silberschmiede. Motto: „Zusammenschluss tut uns not“. Dem Ruf folgen 15 Kollegen.

Eberswalde, im Mai. In der Goldschmiede Bruno Gottschalg sind jetzt 4 Meister tätig. (Der Chef, Heinz Buchholz, Herbert Buchholz und Kurt Ziegler) Der Betrieb hat vor 2 Jahren sein 50-jähriges Bestehen gefeiert.

172

Angermünde, am 29. Mai. Die Zwangsinnung Eberswalde hält Hauptversammlung in Angermünde. Der stellv. Obermeister Brünner eröffnet und gedenkt dem verstorbenen ehem. Obermeister Otto Kienscherf. H. Brünner wird zum Obermeister gewählt und sein Stellvertreter wird Franz Elling.

Rostock, am 14. Juni. 100 Jahre Goldschmiede D.H. Dieken (Franz Diercks Nachf.).

München, im Juni. J. Danner, Direktor an der Städtischen Gewerbeschule tritt nach fast 40-jähriger Lehrertätigkeit zurück.

Chemnitz, am 26. Juni. 11. Hauptversammlung des LIV-Sachsen. Obermeister Gäbler eröffnet und weist auf die allgemeinen Probleme, mit denen das Handwerk und die gesamte Wirtschaft zu kämpfen haben. Von den 258 Firmen können eigentlich nur 180 als zahlende Mitglieder betrachtet werden. Die Beiträge werden von 6,- RM auf 4,80 RM gesenkt. Der RV wird ersucht, dahin zu wirken, dass den Privatleihhäusern der Handel mit Neuware untersagt wird.

Berlin, am 1. Juli. Oscar Müller (Fa. Wilhelm Müller, gegr. 1847) feiert 50-jähriges Inhaberjubiläum. O. Müller ist Mitbegründer der Freien Vereinigung Berlin und war viele Jahre im Vorstand des RV tätig.

Forst, am 1. Juli. Goldschmied Johannes Finsterbusch übernimmt das Brillanten-, Gold- und Silberwarenlager des Georg Buthke und eröffnet im Haus am Markt 17 sein Geschäft.

Halle, am 7. Juli. Im Hotel Sachsenhof hält die „Freie Vereinigung der Juwelier, Gold- und Silberschmiede Leipzigs“ Halbjahresversammlung.

Berlin, im Juli. Ein „Goldschmiedefilm“ wird von Regisseur Hans Banz und dem Juwelier C.H. Schaper gedreht.

Deutschland, am 17. Juli. In mehreren Städten kommt es zu Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Den ersten Höhepunkt der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe nach Wiederzulassung der SA bildet der „Altonaer Blutsonntag“. Die SA provoziert Straßenkämpfe mit Kommunisten. Bei den Schießereien sterben 18 Menschen.

Weißenfels, am 20. Juli. Goldschmiedemeister Adolf Teubner, Saalstraße, feiert sein 100-jähriges Firmenjubiläum. (Ununterbrochen im Besitz der Familie!)

Moskau, am 25. Juli. Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes zwischen der Sowjetunion und Polen.

Deutschland, am 31. Juli. Bei der Reichstagswahl wird die NSDAP mit 37,4 Prozent stärks­te Fraktion vor der SPD mit 21,6 Prozent. Die Wahl ergibt keinerlei regierungsfähige Mehrheiten. Die NSDAP stellt mit Hermann Göring den Reichstagspräsidenten.

Halle, am 1. August. Hofjuwelier Hermann Walter (Inh. Walter Schilling), Große Steinstraße 73, feiert sein 75-jähriges Geschäftsjubiläum.

Berlin, am 3. August. Im Alten Museum in Berlin wird die Gesellschaft für Goldschmiedekunst gegründet. Die Gesellschaft versteht sich als Bindeglied zwischen Handwerk und Kunst. Eine der Forschungsstellen ist das „Grüne Gewölbe“ in Dresden. Bekanntes­tes Gründungsmitglied aus der Branche ist F.R. Wilm.

Deutschland, am 6. August. Freigabe der ersten Autobahnstrecke des Deutschen Reiches. Sie verbindet Köln mit Bonn.

Lübeck, am 28. August. Die Goldschmiede H.H. Sack, Sandstraße 15, feiert als ältestes Fachgeschäft ihr 100-jähriges Bestehen (Gegr. von Hermann Georg Heinrich Sack).

Duisburg, am 10. September. Der Goldschmied Heinz Buchholz, Heinrichstraße 6, wird von einem 35-jährigen Kaufmann aus Halle erschossen.

Deutschland, am 23. September. Im Reichsgebiet kommt es wegen der im Wirtschaftsprogramm Papens vorgesehenen Lohnkürzungen zu Streiks.

Dessau, am 30. September. Auf Beschluss des Stadtrates von Dessau (Anhalt) muss das Bauhaus seinen Lehr- und Forschungsbetrieb einstellen. Konservative und nationalsozialistische Gegner des Bauhauses haben in einer Hetzkampagne die funktionalistische Formgebung des Bauhauses kritisiert. Das Dessauer Bauhaus zieht nach Berlin um.

Schwäb. Gmünd. Rudolf Schropp verbessert das Mundlötrohr und lässt sich dafür ein Reichspatent eingetragen.

Bamberg, am 17. und 18. Oktober. Arbeitstagung des Reichsverbandes. Die Tagung organisieren die Goldschmiede Brugger sen. und junior. Die Direktoriumssitzung eröffnet 15.00 Uhr der Präsident des Verbandes A. Schrader, Hamburg. Die Gesamtguthaben für 1931/32 werden mit rund 49.000,- RM beziffert, etwa 4.000,- RM mehr Ausgaben als Einnahmen. Auf Grund der schlechten Wirtschaftslage wird der Haushalt auf 34.000,- RM reduziert. Herr Schmieth regt an, den RV-Beitrag von 15,- RM auf 12,- RM zu senken. Der Vorschlag findet keine Zustimmung!

Weitere Themen: Die Besteckpreise und der Besteckhandel. Obmann der Besteckkommission Wollenweber, München, wird autorisiert erneut Verhandlungen mit den Herstellern aufzunehmen. Besonders kritisiert wird die Ausbreitung und Errichtung neuer „WMF-Geschäfte“. Verlangt werden dringend erforderliche gesetzliche Regelungen für das Pfandhausgewerbe. Der Obmann des Reichsfachausschusses, Kurt Herrnsdorf, gibt einen ausführlichen Bericht über Lehrlingsvermittlung, Lehranstalten, Prüfungswesen, Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsämter.

Gelobt wird die Berliner Fachschule unter Wehlack. Vorgesehen ist die Aufstellung einer Lehrlingsstatistik des R.F.A. Begrüßt wird vom RV die Gründung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst.

Wahlen: Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Scheel, Kassel, und Köppen, Berlin, werden auf Vorschlag des Direktoriums wiedergewählt und nehmen an. Ebenso erklärt sich Präsident Schrader, Hamburg, bereit sein Amt weiter zu führen. Auch werden die Rechnungsprüfer Frankenberg und Rosenthal wiedergewählt.

Deutschland, am 31. Oktober. Nach Angaben der Reichsregierung ist die Arbeitslosenzahl auf 5,1 Millionen gesunken.

Deutschland, am 1. Dezember. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB) fordert die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche und die Rücknahme der durch Notverordnung erzwungenen Lohnkürzungen.

Ulm, am 6. Dezember. Carl Neubronner, Marktplatz 13, feiert sein goldenes Berufsjubiläum und gleichzeitig sein 40-jähriges Jubiläum als Inhaber der Firma.

1933

174Deutschland. Die Auflösungserscheinungen des parlamentarischen Systems spiegeln sich auch in der Anzahl der 1932 erlassenen Notverordnungen wieder: Den 66 Verordnungen stehen nur fünf vom Reichstag beschlossene Gesetze gegenüber. 1930 ergingen lediglich fünf Notverordnungen, während noch 98 Gesetze vom Reichstag beschlossen wurden.

Berlin. Betrifft Berlinvermögen: Grundbuch Bd. 42, Blatt 1392. Blücherstraße 19, 2 Flurstücke Nr.1552 und Nr.194, zusammen 1.097 qm. 1 Wohngebäude mit 2 Hofräumen.

Landshut, am 10. Januar. Goldschmiedemeister, Hofjuwelier und Gewerberat Ernst Rieger feiert seinen 65. Geburtstag und mit seiner Gattin Anna das 40-jährige Ehejubiläum. Gleichzeitig kann Herr Rieger auf ein nachweisbares 270-jähriges Bestehen seiner Goldschmiede zurückblicken.

Salzwedel, im Januar. Beim Plakatwettbewerb zur 700-Jahrfeier für Salzwedel erhält von den 70 Entwurfseingängen der Goldschmied Werner Schmidt, Bergstraße 24, den 1. Preis.

Zwickau, im Januar. August Emil Bufe, Inhaber der Firma A. Bufe & Söhne, Innere Plauensche Straße 5, stirbt im Alter von 64 Jahren.

Deutschland, am 30. Januar. Hitler wird von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Aus Anlass der Machtübernahme paradieren in Berlin etwa 15.000 Mitglieder von SA, Schutzstaffel (SS) und „Stahlhelm“ mit einem Fackelzug durch das Brandenburger Tor. Die KPD ruft zum Generalstreik auf.

Braunschweig, am 3. Februar. Goldschmiedemeister Heinrich Rullkötter verstirbt.

Saarbrücken, am 6. Februar. Jahrespflichtversammlung der Uhrmacher- und Goldschmiede-Innung des Saargebietes. Der Obermeister Kern kann 67 Mitglieder begrüßen. Der Kassenbestand beträgt 1.641,- Frs. Entlastung des Kassierers durch Both und Kunze. In der Stadt wurde eine Notrufzentrale installiert, die den Kollegen vom Polizeikommissar vorgeführt wird. Bedauert wird, dass der Anschluss mit hohen Kosten verbunden ist.

Bremerhaven, am 8. Februar. Im Hotel „Drei Kaiser“ findet eine zwanglose Zusammenkunft der Goldschmiede-Innung Bremerhaven statt.

Gera, im Februar. Es taucht ein Goldaufkäufer auf, über den die Innung beim RV Klage führt. Daraufhin wird ein langer Schriftwechsel fällig. Weiter kritisiert die Innung die WMF-Filialen und schreibt in der Fachpresse: „Stellt unser Reichsverband noch die Spitzenvertretung des Einzelhandels in unserer Branche dar, oder welche Interessen vertritt er?“

Berlin, am 27. Februar. Abends bricht im Reichstagsgebäude ein Brand aus, der fast den gesamten Mittelteil des Gebäudes und den Plenarsaal zerstört. Direkt nach dem Brand erklärt Göring, der festgenommene Niederländer Marinus van der Lubbe habe im Auftrag der KPD das Feuer gelegt. Es folgen zahlreiche politisch motivierte Verhaftungen.

Deutschland, am 28. Februar. Hindenburg unterzeichnet Notverordnungen, die mit sofortiger Kraft die Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit noch weiter einschränken und der Polizei weitreichende Befugnisse einräumen. Die SPD-Zeitung „Vorwärts“ wird vorläufig verboten.

Heilbronn, am 4. März. Goldschmiedemeister Albert Stotz verstirbt.

Berlin, vom 20. bis 23 März. 10 Goldschmiede, 2 Edelsteinfasser und 1 Silberschmied legen die Gesellenprüfung ab. Eine Woche später ist Prüfung in der Innung Schöneberg für 2 Goldschmiede und 1 Silberschmied.

178Erfurt, am 26. März um 10.00 Uhr. Obermeister Oswald Glaser lädt zur Lehrlingsprüfung ins Gildehaus.

Hanau, am 6. April. Der Direktor der Staatlichen Zeichenakademie Prof. Hugo Leven wird von seinem Posten enthoben und beurlaubt. Vorläufige Vertretung: Studienrat Benninghoven.

Eberswalde, am 8. April. Die Zwangsinnung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede in Eberswalde hält ihre Sitzung ab. In dem festlich geschmückten Raum beginnt um 16 Uhr die Ehrensitzung für die jetzt 185 Jahre alte Firma Elling, Eberswalde, Inhaber derzeit Goldschmiedemeister Franz Elling. Der Redner führt aus: „Ein Beweis, dass die Ellings eine starke, hochwertige Rasse waren…“. Verliehen wird den Ellings die Ehrenplakette der Handwerkskammer.

Preußen, am 11. April. Göring wird offiziell preußischer Ministerpräsident.

Dresden, am 12. April. Osterhauptversammlung der Goldschmiede-Kreiszwangsinnung Dresden. Obermeister Gäbler eröffnet und gedenkt an „all das Erhabene, das wir seit den Märztagen miterleben durften.“ (Machtergreifung!!)

Anschließend werden 5 Lehrlinge freigesprochen. In der Aussprache tritt Kollege Juhrs für einen engeren Zusammenschluss mit der Uhrmacherinnung ein. Der Obermeister gibt bekannt, dass die Gleichstellungsverordnung vorschreibe, dass vier von sechs Vorstandsmitgliedern der NSDAP angehören müssen.

Magdeburg, im April. Anlässlich der „Gleichschaltung“ der Handwerkskammer ist der Obermeister der Goldschmiede-Innung Willy Heinecke zum Präsidenten der Handwerkskammer Magdeburg eingesetzt worden.

Berlin, im April. Die Vollversammlung des RV des Deutschen Handwerks hat die „Gleichschaltung“ mit der „Nationalen Regierung“ vollzogen. Etwa 40 Innungen und Verbände sind erschienen, um den Sitz des Reichsstandes des Deutschen Handwerks nach Berlin zu verlegen. Der Reichspräsident v. Hindenburg und der Reichskanzler Hitler erhalten das Ehrenbürgerrecht der Stadt Pforzheim.

Berlin, am Montag den 24. April. Innungsversammlung im dicht gefüllten Theatersaal der Kammersäle. Obermeister Eichendorff eröffnet um 20 Uhr. Besonders werden die Gäste der Schöneberger Innung unter Führung des Obermeisters Ostwald sowie Fachschullehrer Wehlack begrüßt. TOP: Ein- und Ausschreiben; Vorstellung der Ausgelernten; Bericht über die letzte Prüfung. Als neues Mitglied begrüßt der Obermeister Herrn Fritz Flamm. Durch Erweiterung der Zuständigkeit der Innung werden 118 neue Mitglieder zugeführt. Die Handwerkskammer fordert die Innung auf, sich an der Feier des 1. Mai auf dem Tempelhofer Feld zu beteiligen.Der Obermeister führt aus, dass seit der Januar-Versammlung Ereignisse von größter Tragweite vor sich gegangen sind. „Wir haben eine nationale Erhebung erlebt wie nie zuvor. Vierzehn Jahre Schande liegen hinter uns.“ Gerade der Goldschmiedeberuf habe unter der Schmarotzer- und Schieberwirtschaft unsäglich gelitten. Nur selten habe die Innung bei der Bekämpfung von Schädlingen und Auswüchsen die Unterstützung der Behörden gefunden, selbst die gegebenen Versprechungen sind fast niemals erfüllt worden … Flamm fordert die Gleichschaltung, 5 neue Vorstandsmitglieder aus dem Kampfbund aufzunehmen. Es sind: Flamm, Neumann, Willer, Gießel, Truxa. Flamm betont: „Wir fünf neuen Männer tun dies nach unserem nationalsozialistischen Grundsatz: ,Gemeinnutz geht vor Eigennutz!‘“

Mainz, am 27. April. Der Vorsitzende der Goldschmiede-Zwangsinnung zu Mainz, Herr Wolz, lädt zur Mitgliederversammlung in den Bürgerhof ein. Der alte Vorstand tritt zurück. „Ohne Widerspruch“ wird ein neuer Vorstand ernannt. Vorsitzender Klöss, Stellvertreter Sauerwein, Schriftführer Roßteutscher, Kassierer Schipfer und Beisitzer Rückert.

180Berlin, am 3. Mai. Im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates wird eine außerordentliche Vollversammlung des Reichsverbandes abgehalten, auf der der Reichsstand des deutschen Handwerks beschlossen wird.

Schwäbisch Gmünd, am 3. Mai. Die beiden kunstgewerblichen Vereine „Vorwärts“ und „Tiegel“ schließen sich zusammen. Neuer Vereinsname: „Gmünder Kunstverein e.V.“

Rom, vom 5. bis 8. Mai. IV. Internationaler Juwelierkongress. Der RV veranstaltet eine Gemeinschaftsfahrt, die vom 3. bis 12. Mai dauert. Der Preis beträgt pro Person 204,- RM. (Bahnfahrt ab München II. Klasse, Vollpension.) Eröffnung des Kongresses im Capitol. Bericht des Präsidenten der BIBOA, C.J.A. Beeger. Am Sonntag, den 7. Mai, 15.30 Uhr Plenarversammlung im großen Saal des Palastes des Faschistischen Reichsbundes für Handel. Vortrag über Ziele der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst von Dr. W. Waetzoldt. 20.00 Uhr Abendessen im Lido. Montag: Audienz beim Papst.

Aachen, am 6. Mai. Goldschmiedemeister Bernhard Lennartz jun., Kapuzinergraben 26, feiert sein 25-jähriges Bestehen. (Seit 1917 vereidigter Sachverständiger und Mitglied der Aachener Prüfungskommission.)

Hof, am 7. Mai. Eine Vereinigung der Uhrmacher und Goldschmiede von Hof und Umgebung wird gebildet. Vorsitzender Fritz Spörl, Uhrmacher; Kassenwart Karl Spörl, Goldschmied; Schriftwart Fritz König, Uhrmacher in Rehau; Pressewart Georg Frisch, Uhrmacher in Hof.

Deutschland, am 7. Mai. Der Maler Max Liebermann erklärt seinen Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste.

Deutschland, am 10. Mai. Die Deutsche Studentenschaft organisiert Bücherverbrennungen von Werken oppositioneller und jüdischer Autoren.

Chemnitz, am 10. Mai. Außerordentliche Generalversammlung der Zwangsinnung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede des Kammerbezirkes Chemnitz im Central-Hotel. Obermeister Felix Dorn begrüßt die 23 erschienenen Kollegen und tritt in die Tagesordnung ein. Themen: Einträge, Gleichschaltung, Vorstandswahl, Verschiedenes. Der Kampfbundführer Maximilian Schreiber leitet die Neuwahl. Gewählt werden: Ober­meis­ter Felix Dorn; 2. Obermeister Paul Müller; Kassierer Willy Roller; Schriftführer ­Erich Dorn; 1. Beisitzer Otto Beschor; 2. Beisitzer Fritz Rabiger; 3. Beisitzer Findeisen.

Dresden, am 12. Mai. Hauptversammlung der Goldschmiede-Innung. Neuer Vorstand nach der „Gleichschaltung“: 1. Obermeister E. Waibel, 2. Obermeister A. Kalkbrenner, 1. Schriftführer K. Herrnsdorf, 2. Schriftführer Müller jun., Meißen; 1. Kassierer W. ­Frötschner, 2. Kassierer G. Scharffenberg. Ausschussmitglieder: A. Roessner, Seidel, Th. Heinze, Brückner, Tierbach aus Meißen, W. Hausding aus Pirna.

Plauen, am 12. Mai. Goldschmiedemeister Robert Hüttel stirbt. Die Firma wurde von seinem Vater im Oktober 1860 gegründet.

Weimar, am 14. Mai. Hauptversammlung der Zwangsinnung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede im Restaurant „Armbrust“. Der Obermeister: „Beschämend wird festgestellt, dass von den 24 anwesenden Innungsmitgliedern nur zwei der einzigartigen großen Freiheitsbewegung angehören.“ Neuwahl: Obermeister Koch, Schriftführer Riese, Beisitzer Brepohl und Richter.

Frankfurt/O., am 14. Mai. Die Goldschmiede-Zwangsinnung hält eine außerordentliche Jahreshauptversammlung zum Zwecke der „Gleichschaltung“ im Hotel Prinz von Preußen ab. Es erscheinen 24 Mitglieder. Der Vorstand legt sein Amt nieder. Die Neuwahl leitet Magistratobersekretär Schmieder. Neuer Vorstand: Obermeister Sack, Cottbus. Vorstandsmitglieder: Dietrich, Sorau; ­Patry, Frankfurt; Strecker, Landsberg; Kranz, Forst.

Schleswig, am 14. Mai. Hauptversammlung des Vereins der Juweliere, Gold- und Silberschmiede von Schleswig-Holstein im Prinzen-Palais. Alle Vorstandsmitglieder treten zurück, um die „Gleichschaltung“ zu vollziehen. Neuer Vorstand: Obermeister Merkle, 2. Obermeister Hansen, 3. Obermeister Mordhorst, Kassierer Petersen, Schriftführer Lehmann. Saarbrücken, am 15. Mai. Vollversammlung der Uhrmacher- und Goldschmiede-Innung. Obermeister Kern kann 38 Mitglieder begrüßen. Als Gäste erscheinen Syndikus Reutler und von der Handwerkskammer Herr Violet. Der Reichsbeauftragte und Gauleiter des Kampfbundes, Dr. Savelkouls, spricht über die Veränderungen des Kampfbundes.

Deutschland, im Mai. In allen deutschen Innungen wird das Gebaren der WMF beklagt, überall in den Städten des Reiches Filialen einzurichten, um die Werksprodukte selbst zu vermarkten. Bautzen, im Mai. Die Zwangsinnung für das Goldschmiedehandwerk der Kreishauptmannschaft Bautzen hält eine außerordentliche Versammlung im Hotel Gude ab. Themen: Die Gleichschaltung der Innung. Obermeister Lange begrüßt und heißt den Kreislandführer der NSDAP, Pg. Bautzmann, willkommen. Neuer Vorstand: Obermeister Paul Lange, Zittau; Stellvertreter Adolf Marr, Löbau; Kassierer Ludwig Resch, Bischofswerda; stellvertretender Kassierer Walter Baldauf, Zittau; Schriftführer Paul Bauer, ­Bischofswerda; stellvertretender Schriftführer Erich Burkhardt, Herrnhut.

Deutschland, im Mai. „Gleichschaltung“ im RV. Präsident Willi Heinecke, Magdeburg; 1. Stellvertreter Adolf Schrader, Hamburg; 2. Stellvertreter Willi Wollenweber, München.

Hamburg, im Mai. Nach der Gleichstellung des Verbandes Norddeutscher Juweliere e.V. wird der Vorstand vom Staatskommissariat bestätigt. Vorstand: 1. Vorsitzender August Timm; 2. Vorsitzender Carl M. H. Wilkens; Beisitzer Franz Barka.

Landau, im Mai. Der Kreisverband pfälzischer Uhrmacher und Goldschmiede tritt zur außerordentlichen Generalversammlung zusammen. Der alte Vorstand legt seine Ämter nieder. Neuer Vorstand: Obermeister Karl Rehn, Landau; Stellvertreter Chelius, Bad Dürkheim; Schriftführer Karl Wittmer, Ludwigshafen; Kassierer Otto Maaß, Bad Dürkheim. Berlin, im Mai. Der Einkaufsverband deutscher Juweliere löst sich auf.

Magdeburg, am 16. Mai. Generalversammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede­innung. Kollege Fritsch spricht dem Obermeister Heinecke die Glückwünsche zu seiner Wahl zum Präsidenten des Reichsverbandes und zum Präsidenten der Handwerkskammer Magdeburg aus. Der neu gewählte Vorstand der Innung: 1. Obermeister Fritsch; 2. Obermeister Reitzenstein; 3. Obermeister Boese; Kassierer Rehfeld; Schriftführer Franz; 1. Beisitzer Kühne; 2. Beisitzer Goethert.

Leipzig, am 18. Mai. Zur außerordentlichen Innungsversammlung lädt der Vorsitzende Großmann ein. Er fordert: „An dem Kampfbundaufmarsch im Juni sollen sich alle Mitglieder beteiligen.“

Rostock, am 20. Mai. Die Goldschmiede Hartwig Damp feiert 50-jähriges Firmenjubiläum. Der Firmengründer Hartwig Friedrich Christoph Damp ist trotz seiner 77 Jahre noch aktiv.

Güstrow, am 28. Mai. Hauptversammlung der Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede beider Mecklenburg. Kollege Eichholz begrüßt die 18 erschienenen Mitglieder. Der Vorsitzende Schmieth dankt und verweist darauf, dass die Vereinigung vor genau 30 Jahren gegründet wurde. Kollege Stavenow wünscht, von seinem Posten als Kassierer zurückzutreten. Betreffs Gleichschaltung legt der Vorstand seine Ämter nieder. Neuer Vorstand: L. Schmieth, Schwerin; C. Rutenick, Rostock; G. Kramer, Ribnitz.

203Hof, am 28. Mai. Die Freie Vereinigung der Uhrmacher und Goldschmiede beschließt ab 1. Juli dem RV beizutreten.

Hannover, am 28. Mai. Die Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede der Provinz Hannover, Schaumburg-Lippe und Oldenburg ruft wegen „größter politischer und wirtschaftlicher Umwälzungen“ eine außerordentliche Hauptversammlung ins Hotel Battermann ein. TOP 4: Neuwahlen: 1. Vorsitzender Eduard Sewig; 2. Vorsitzender Georg Puttkammer; Schriftführer Heinrich Linn; Schatzmeister Heinrich Böckeler.

Leipzig, am 8. Juni. Die beiden Leipziger Fachorganisatoren der Juwelier- und Goldschmiedevereinigung und die Leipziger Juweliervereinigung schließen sich zusammen.

Hamburg, im Juni. Die Innung bestätigt den vom Stadtkommissar Bartholatus vorgeschlagenen Vorstand. 1. OM Paul Merkle; 2. OM C. Johansen; Schriftführer Schönhauer; Kassierer Jacob; Beisitzer Bonitz und A. Köhler.

Schwäbisch Gmünd, vom 19. bis 21. Juni. VIII. Fachtagung für Juweliere in der Edel­metallstadt. Malchin, am 1. Juli. Der Hofgoldschmied Ernst Stavenow feiert den 75. Jahrestag seiner Firmengründung.

Deutschland, am 6. Juli. Verordnung über Führerketten im Handwerk. Der Generalfeldmarschall von Hindenburg hat dem Reichshandwerksmeister eine Führerkette verliehen. Eine eigenmächtige Beschaffung von Ketten ist verboten! Alle bereits vorhandenen Ketten sind neu zu verleihen.

Leipzig, am 9. Juli. Die „Vereinigung“ hat sich geschlossen an der Kampfbundveranstaltung beteiligt. (Vorantritt einer kleinen Gruppe in Werkstattkleidung mit Fahne, Schild und Arbeitsstücken. Die Fahne wurde von Frau Schubert gestiftet.) Anwesend sind etwa 110 Personen.

Stuttgart, am 9. Juli. Generalversammlung des Landesfachverbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Württembergs. Der 1. Vorsitzende Zinser eröffnet und kann 18 Kollegen begrüßen. Neuer Vorstand: 1. Vorsitzender A. Regelmann; 2. Vorsitzender R. Zinser; 3. Vorsitzender G. Pfister; Schriftführer H. Mährlen; Kassierer Kostenbader.

Bonn, am 10. Juli. Im Kölner Restaurant treten Goldschmiede, Silberschmiede und Graveure zusammen, um eine Innung zu gründen. Ein Dreier-Ausschuss wird an Stelle eines Vorstandes bestimmt, die nötige Vorarbeit zu leisten. Die Gründungsversammlung wird für den 24. Juli festgesetzt.

Mannheim, am 13. Juli. Generalversammlung der Vereinigung der Uhrmacher und Juweliere Mannheims. Der Obermeister Max Fleig eröffnet die Versammlung und kann 59 Mitglieder begrüßen. Die Innung wird in eine Zwangsinnung umgewandelt und nimmt neben den Uhrmachern auch Optiker und andere anverwandte Berufe auf. Kollege Walter berichtet ausführlich über die RV-Tage in Halle. Es wird angeordnet, dass am 15. Juli zur Kundgebung von Dr. Ley eine Abordnung mit Fahne zu erscheinen hat Dresden, am 13. Juli. Die Goldschmiede-Kreiszwangsinnung hält ihre Versammlung ab. Obermeister Waibel schildert seine Eindrücke von der Fachtagung in Schwäbisch Gmünd und würdigt besonders die Leistungen des Silberschmiedes Wilhelm Wollenberger, der auch 2. stellv. Präsident des RV ist. Köln, im Juli. Die Freie Gold- und Silberschmiedeinnung ist nun auch „Gleichgeschaltet“. Der neue Vorstand: Obermeister Balthasar Salomon; Stellvertreter Kurt Plenkers; 1. Schriftführer Mathias Wildt; 2. Schriftführer Walter Kemper; Kassierer Peter Müller; Beisitzer Josef Kiel und Max Semich. Neue Geschäftsstelle: Luxemburger Str. 20.

239Hanau, im Juli. Die Platinschmelze W. C. Heraeus GmbH kann auf 10-jähriges Bestehen zurückblicken. In einer Festschrift schildert Dr. Rohn die Entwicklung des Unternehmens von 1923 bis 1933.

Berlin, am 17. Juli. Obermeister Fritz Flamm eröffnet die Quartalsversammlung der Berliner Innung. Der Obmann des Aktionsausschusses, Herr Träger, berichtet ausführlich über Verordnungen des Reichswirtschaftsministers betreffs der Konkurrenz der Warenhäuser.

Chemnitz, am 23. Juli. Goldschmiedemeister Karl W. Beschor, Holzmarkt 17, feiert seinen 80. Geburtstag (geb. in Hanau).

Chemnitz, am 24. Juli. Goldschmiedemeister Felix Dorn verstirbt. (Geb. 19. Mai 1875; Lehre bei O. Würscher in Leipzig; macht sich am 8. November 1908 in Chemnitz selb­st­ständig; war 11 Jahre Obermeister in Chemnitz; 2. Vorsitzender des LIV-Sachsen und im Direktorium des RV tätig.)

Berlin, am 10. August. Auf Druck der NSDAP erklärt Ludwig Mies van der Rohe die Auflösung der Bauhaus-Schule in Berlin.

Schwäbisch Gmünd, im August. 44 Betriebe des Gmünder Edelmetallgewerbes kommen im Rokokosaal des Stadtgartens zusammen und beschließen einen Zusammenschluss. Die führenden Kräfte dafür sind Fritz Möhler, Schwäbisch Gmünd, und A. Regelmann, Stuttgart.

Regensburg, am 16. August. Der Unterverein der Juweliere, Gold- und Silberarbeiter Regensburg tagt. Der Obermeister Josef Pleyer legt sein Amt, das er 26 Jahre geführt hat, nieder. Sein Nachfolger wird Fr. Lees.

Berlin, am 18. August. Bei der Eröffnung der Funkausstellung in Berlin präsentiert Propagandaminister Goebbels den Volksempfänger. Geringswalde. Der Fa. J.E. Hammer & Söhne wird wegen dem „Schutz der nationalen Symbole“ die Produktion von Krawattennadeln, Broschen und anderen Sachen mit Hakenkreuz verboten.

Hof, am 20. August. Im Gasthaus Ludwigsburg hält die Freie Vereinigung ihre Vierteljahresversammlung ab.

Heidelberg, am 21. August. Der Reichsverband der Deutschen Edelmetall- und Schmuckwarenindustrie mit Sitz in Pforzheim wird gegründet. Vorsitzender: Max Lichtenberger.

Görlitz, am 26. August. Der älteste Goldschmied von Görlitz, Franz Swoboda, Lutherstraße 41, feiert in gesundheitlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Swoboda ist Mitbegründer der Görlitzer Innung.

Leipzig, vom 27. bis 31. August. Die „1. Braune Großmesse“ im Rahmen der Leipziger Herbstmesse auf dem Ausstellungsgelände wird vom Reichsausschuss für Ausstellungswesen zusammen mit dem Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand veranstaltet.

Deutschland, am 31. August. Fristablauf für die Anmeldung von Auslandsbesitz und Devisen (auch Gold!). Bei Unterlassung drohen hohe Strafen, bei vorsätzlicher Unterlassung mindestens 3 Jahre Zuchthaus.

Leipzig, am 7. September. Neuwahl des Vorstandes der „Vereinigung“ in Leipzig. 1. Vorsitzender Julius Müller; 2. Vorsitzender Großmann; Schriftführer Breitweg; Beisitzer: Jänicke, Eichhorn, Gebhard, Stoll; Kassierer F.B. Faber.

Dem Goldschmiedemeister Oscar Meschke wird gedacht, der im 75. Lebensjahr verstarb.

245Leipzig, im September. Der Vorsitzende der Juweliervereinigung Ernst Treusch startet einen Aufruf, der folgenden Wortlaut hat: „Im kommenden Winter darf kein in Leipzig wohnender Goldschmied und Silberschmied frieren oder hungern. Den Kampf der Reichsregierung gegen Hunger und Kälte wollen wir in den engeren Reihen unterstützen. Wer auf kostenloses Mittagessen glaubt Anspruch machen zu können, melde sich bitte bei unserem Vorsitzenden. Wir helfen nach Maßgabe unserer Mittel!“

Eisenach, im September. Die Junker-Jörg-Edelschmiede, lange Jahre mit der Firma E. Liebtreu verbunden, hat ihre Werkstätte in die Sophienstraße verlegt. Inh.: Hermann Rabe.

Karlsruhe, vom 9. bis 27 September. Auf der Nationalsozialistischen Grenzlandmesse ist die Pforzheimer Schmuckindustrie mit ihren Produkten stark vertreten.

München, am 10. September. Der Bruder des Hofgoldschmiedes Th. Heiden, Max Heiden, feiert mit seiner Gattin die Goldene Hochzeit.

Deutschland, am 15. September. Die von der Trauringgruppe des RV der Deutschen Edelmetall- und Schmuckwarenindustrie benannten Trauringpreise treten in Kraft.

Arnstadt, am 17. September. Versammlung der Zwangsinnung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, Sitz Weimar, in Arnstadt. Der Obermeister Carl Koch kann 23 Mitglieder begrüßen und ermahnt die Kollegen dringend zur Mitarbeit. „Die Kollegen, die glauben, andere für sich arbeiten zu lassen, werden als Saboteure betrachtet und haben sich die Folgen selbst zuzuschreiben.“ Der Obermeister gibt einen ausführlichen Bericht über die RV-Tagung in Halle.

Leipzig, am 21. September. Der Reichstagsbrandprozess wird eröffnet, bei dem auch der ehemalige Vorsitzende der KPD-Reichstagsfraktion angeklagt wird.

Deutschland, am 22. September. Das Reichskulturgesetz wird verabschiedet. „Um eine Politik der deutschen Kultur zu treiben, ist es notwendig, die Schaffenden auf allen Gebieten unter der Führung des Reichs zu einer einheitlichen Willensgestaltung zusammenzufassen.“

Frankfurt/M., am 23. September. Mit einer Großveranstaltung wird der Reichsautobahnbau offiziell begonnen. Die Planungen gehen bis auf das Jahr 1924 zurück.

Görlitz, am 28. September. Der Goldschmied Robert Gruner, früher auf der Weberstraße, wird 85 Jahre alt.

Stettin, am 1. Oktober. Der Obermeister der Stettiner Zwangsinnung, Goldschmiedemeister Georg Riebe, hat 25-jähriges Geschäftsjubiläum. Riebe ist auch Gauvorsitzender des Deutschen Radfahrerbundes.

Berlin, am 1. Oktober. In der Reichshauptstadt sind insgesamt 1573 männliche und weibliche Bürger als Gold- und Silberschmied oder Schmuckarbeiter tätig. (Stat. Amt.)

Schwerin, am 3. Oktober. Gedenkfeier der Schweriner Goldschmiede, die vor 360 Jahren ihre Amtsrolle vom damaligen Herzog Johann Albrecht empfangen haben (1573 – 1933).

Pforzheim, am 8. Oktober. Die „Zunft Turm“ feiert die Weihe des neuen Zunftheimes. Der Obermeister der Zunft, Scherenberger, erläutert die Bedeutung der Zunft für die Industrie und das Handwerk.

Bautzen, am 8. Oktober. Versammlung der Goldschmiede-Innung in der Bahnhofswirtschaft. Zur Pflicht wird den Mitgliedern die Teilnahme an der Reichshandwerkswoche gemacht. Obermeister Lange verkündet die neuen Trauringpreise: Per Gramm 333 = 2,50 RM / Per Gramm 585 = 4,00 RM / Per Gramm 750 = 5,00 RM. Im Anschluss wird die Ringfabrik des Mitgliedes Mittenzwei (Merkel Nachf.) besucht.

Berlin, am 9. Oktober. Im Sitzungszimmer des Reichsstandes des Deutschen Handwerks ist die Gründungsversammlung des Reichsverbandes für deutsche 247Handwerkskultur (Kunsthandwerk und Kunstgewerbe). Zum Führer des Verbandes wird Kunstschlosser Josef Wolf, München, und zum Stellvertreter Goldschmiedemeister Richard Gießel gewählt (Sitz: Berlin NW 7, Dorotheenstraße 35).

Hildesheim, am 9. Oktober. Der Goldschmied Georg Reimers kann auf 50-jährige erfolgreiche Geschäftstätigkeit zurückblicken. Reimers war lange Jahre Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses. Das Goldschmiedegeschäft ist schon über 100 Jahre in Familienbesitz.

Aachen, am 15. Oktober. Festumzug zu Beginn der Reichshandwerkswoche. Im 7,5 km langen Zug die Goldschmiede, die den 1. Preis zuerkannt bekommen.

München, am 15. Oktober. Der Grundstein für den ersten nationalsozialistischen Monumentalbau, das Haus der Deutschen Kunst, wird gelegt.

Berlin, am 16. Oktober. Die Berliner Innung erwägt in einer kontroversen Diskussion den Beitritt der Innung in den RV.

Görlitz, am 22. Oktober. Die Goldschmiede der Stadt präsentieren sich im Umzug während der Reichshandwerkswoche mit einem „Schwarzen“, der auf einem Kissen Medaillen und verschiedene Kostbarkeiten trägt.

Dresden, am 22. Oktober. Im Stadtwald-Schlösschen hält der LIV Sachsen seine Hauptversammlung ab. Anwesend Direktor Altmann vom RV. Gedacht wird den verstorbenen Mitgliedern Dorn, Hüttel und Richard Müller.

Neuwahl des Vorstandes: 1. Obermeister Eugen Waibel, Dresden; 1. Schriftführer W. Frötschner; Schatzmeister Georg Scharffenberg. Vorstandsmitglieder: Paul Müller, Chemnitz; Ernst Treusch, Leipzig; Hans Julius Müller, Meißen; Paul Lange, Zittau; Carl Günther, Zwickau.

Chemnitz, am 23. Oktober. Im Central-Hotel kann der stellvertretende Obermeister Paul Müller 31 Kollegen der Goldschmiede-Innung zur Hauptversammlung begrüßen. Die Goldschmiede Lohse aus Limbach und Weinhold aus Jöhstadt stellen den Antrag um Aufnahme in die Innung.

Lübeck, am 23. Oktober. Die Goldschmiedefirma G. Schwartzkopf hat 100-jähriges Geschäftsjubiläum.

Deutschland, am 1. November. Nach langem anhaltenden Ringen der Einzelhändler und Kleinbetriebe ist der Preisschutzvertrag für silberne Bestecke in Kraft getreten. Unterbietern drohen empfindliche Strafen.

Köthen, im November. Die zwölf Gewerbetreibenden des Goldschmiedehandwerks der Stadt beantragen, eine eigene Zwangsinnung begründen zu dürfen.

Deutschland, am 15. November. Gründung der Reichskulturkammer unter Goebbels Führung. Damit werden alle Kulturschaffenden der Aufsicht des Reichspropaganda­ministers unterstellt.

Görlitz, am 16. November. Der Goldschmiede-Seniorenmeister Willibald Finster, Steinstraße 12, bekommt anlässlich seines Meisterjubiläums von der Handwerkskammer Liegnitz eine Urkunde. Überreicht von Vertretern des Görlitzer Goldschmiedehandwerks. Text: „Ehrt Eure deutschen Meister!“Finster begeht trotz seiner 79 Jahre den Ehrentag in voller Rüstigkeit.

Halle, am 22. November. Im Hotel Stadt Hamburg ist Zusammenkunft von Landesinnungsverbänden, Innungen und Vereinigungen Mitteldeutschlands. Der Leipziger Obermeister Treusch eröffnet um 10.15 Uhr. Ziel der Veranstaltung: „Neufundamentierung“ des Gewerbes.

Deutschland, am 29. November. Die Nazis verabschieden das Gesetz über den vorläufigen Aufbau des Deutschen Handwerks.

Köln, am 30. November. Im Innungslokal „Zum alten Fritz“ treffen sich die Mitglieder und nehmen Goldschmied Prof. Karl B. Berthold, Direktor der Kunsthandwerkerschule Köln, als neues Mitglied auf. Obermeister Salomon begründet die Aufnahme und würdigt die Verdienste von Prof. Berthold.

Leipzig, am 8. Dezember. Das Juwelier-Unternehmen C. F. Gütig, Thomaskirchhof 11, feiert sein 150-jähriges Bestehen. 1783 von Goldschmiedemeister Chr. Friedrich Gütig gründet. Der jetzige Inhaber, ein Nachfolger aus der Familie, ist Goldschmiedemeister Curt Heine.

Deutschland, am 13. Dezember. Die Reichspressekammer untersagt für zunächst drei Monate die Gründung neuer Zeitungen und Zeitschriften.

Deutschland, am 14. Dezember. Der § 78 der Eichverordnung wird geändert.

Aachen, am 19. Dezember. Unter dem Vorsitz der Behörde ist die Vereinigung aufgehoben worden. Die Konstituierung der Zwangsinnung findet statt. Die neue Innung führt den Namen „Goldschmiede-Innung Aachen“. Obermeister B. Lennartz jun.; stellvertretender Obermeister F. Frank; Schriftführer M. Stockem jr.; Beisitzer A. Schickel.

Deutschland, am 20. Dezember. Die Reichsführung „SS“ hat die Herstellung und das Tragen von Ringen mit aufgesetzten oder eingelegten SS-Zivilabzeichen laut Gesetz verboten.

1934

249Idar-Oberstein, im Januar. Die Gesellschaft für Edelsteinkunde wird gegründet. Leiter ist Georg O. Wild. Magdeburg, am 19. Januar. Der Präsident des RV (RDGJS), Goldschmiedeehrenober­meis­ter Willi Heinecke, feiert seinen 50. Geburtstag. (Sohn eines Goldschmiedes; lernte bei seinem Vater; besuchte die Fachschule in Hanau; legte 1913 seine Meisterprüfung ab; ist seit 1919 Obermeister in Magdeburg und seit 1933 Präsident des Reichsverbandes.)

„Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ vom 10. Februar. „Wettbewerb für Maler zur Schaffung von Goldschmiede-Porträts“. Format 64 × 50 cm. Einlieferung bis 1. Juli an die Kunstschau der Böttcherstraße in Bremen. Gez. Ludwig Roselius, Bremen.

Saarbrücken, am 12. Februar. Die Freie Uhrmacher- und Goldschmiede-Innung des Saargebietes tagt. Gegen 15.00 Uhr eröffnet der Obermeister Mand und kann 68 Mitglieder begrüßen. Kassenbericht: Bestand 733 Franken. Bezüglich Freie- oder Zwangsinnung gibt Kollege Richter jun. seinen Schriftwechsel mit dem Reichsverband bekannt. Es wird beschlossen, die Angelegenheit bis zur Rückgliederung des Saargebietes ruhen zu lassen.

Cottbus, im Februar. Vor den Toren der Stadt Cottbus wird bei Erdarbeiten ein außerordentlich wertvoller Goldschatz aus germanischer Frühzeit gefunden. (Fünf massive goldene Schmuckreifen von insgesamt 856 Gramm Gewicht.)

Bischofswerda, am 4. März. Die Kreiszwangsinnung der Goldschmiede für Bautzen hält Hauptversammlung. Obermeister Lange eröffnet um 10 Uhr und begrüßt besonders den Vorsitzenden des LIV Waibel. Kollege Fritz Heller wird zum 2. Vorsitzenden gewählt. Kollege Waibel erwähnt die Wichtigkeit der Herstellung von Obermeister-Ketten und Meisterringen. Diskutiert wird das Problem mit den Warenhäusern und dem Zugabe­wesen.

Leipzig, am 6. März. Anlässlich der Messe findet im „Tunnel“ eine zwanglose Zusammenkunft von Leipziger und auswärtigen Goldschmieden statt.

Leipzig, im März. Der Reichskanzler besucht das Grassi-Museum und erhält einen silbernen Ehrenteller.

Münster, im März. Die Goldschmiede Joseph Deppenbrock, Salzstraße 8, feiert ihr 125-jähriges Firmenjubiläum.

Augsburg, im März. Die Goldschmiede C. F. Schmedding kann auf ein 100-jähriges Bestehen zurückblicken.

Leipzig, am 16. März. Goldschmiedemeister Hans Julius Müller, Schlossgasse 20, begeht sein 25-jähriges Meisterjubiläum. H.J. Müller leitete viele Jahre die nach dem 1. Weltkrieg gegründete „Werkufa“ (600 Mitglieder).

Deutschland, am 21. März. Hitler ruft anlässlich einer Baustelleneröffnung der Reichsautobahn bei München vor 10.000 Anwesenden zur „Arbeitsschlacht“ auf. Die verstärkte Nutzung von Begriffen aus dem militärischen Sprachgebrauch spiegelt die fortschreitende Militarisierung im NS-Staat wider.

Berlin, am 1. April. Hofjuwelier Rosenthal & Sohn, Friedrichstraße 69, feiert sein 125-jähriges Firmenjubiläum. (Der Gründer entstammt einer alten Goldschmiedefamilie aus Nordhausen.)

Löbau, am 1. April. Richard Mittenzwei feiert sein 25-jähriges Jubiläum als Inhaber der Ringfabrik Rudolf Merkel Nachf.

251Dresden, am 13. April. 147. Hauptversammlung der Kreiszwangsinnung Dresden im Johannishof. Der Raum ist anlässlich der Freisprechungsfeier festlich dekoriert. Die Arbeiten der Lehrlinge werden für „recht gut“ eingeschätzt. Im Anschluss berichtet Obermeister Waibel über den Verbandstag in Eisenach.

Weimar, am 15. April. Tagung der Innungen Eisenach, Gera, Weimar und der Reichsverbandsmitglieder des Kammerbezirkes Erfurt im Restaurant „Armbrust“.

Berlin, im April. Goldschmiedemeister Johannes Seifert, Teichstraße 36, feiert seinen 65. Geburtstag.

Cottbus, im April. Die Cottbuser Goldschmiede erarbeiten eine Reparaturpreisliste mit den Ladenpreisen. Federführend OM Franz Sack.

Berlin, vom 21. April bis 3. Juni. Auf dem neuen Berliner Messegelände am Funkturm wird die Ausstellung „Deutsches Volk – Deutsche Arbeit“ gezeigt. Prof. Kurt Baer präsentiert in der Halle IV eine Gemeinschaftsausstellung des Gold- und Silberschmiedehandwerks, die der Reichsverband organisiert hat.

Berlin, am 27. April. Eröffnungsversammlung der Goldschmiede-Innung im Cäciliensaal, Teltower Straße. Durch die Vereinigung mit der Schöneberger Innung am 5. März reicht für das weitaus größere Gebilde der Bürgersaal nicht mehr aus. Rund 400 Personen haben der Einladung des neuen Obermeisters Flamm Folge geleistet. Neuer Vorstand: Obermeister Fritz Flamm; Stellvertreter Walter Leubner; Schriftführer Franz Truxa, Kassierer Max Mertens; Beisitzer: G. Neumann, W. Schwechter, H. Szpitter.

Plauen, am 29. April. Die Goldschmiede-Zwangsinnung der Kreishauptmannschaft Zwickau hält Quartalsversammlung ab. Der Schriftführer Koch verliest das Protokoll der letzten Sitzung. Obermeister Carl Günther berichtet über den RV-Tag in Eisenach. Carl Steinwender gibt den Kassenbericht. Die Kollegen Thorn, Plauen und Doerffer, Zwickau, werden als Kassenprüfer gewählt. Es liegen Arbeiten der Zwischenprüfung aus, die von den Lehrlingen R. Günther, H. Männle und Erich Weber stammen. Die Prüfungsmeister Hommel, Birke und Giebel berichten.

Mainz, am 30. April. Im Handwerkerhaus wird feierlich die neue Standarte der Gold- und Silberschmiede-Innung übergeben. (Es handelt sich um eine Silbertreibarbeit von A. Kloß und W. Arnold.)

Deutschland, am 1. Mai. Die deutsche Regierung nutzt den von ihr 1933 eingeführten Feiertag zu einer gigantischen Propagandaschau, bei der Hitler in Berlin-Tempelhof vor einem Millionenpublikum spricht.

Rostock, am 13. Mai. Hauptversammlung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede beider Mecklenburg. Der Vorsitzende Schmieth begrüßt die 30 anwesenden Mitglieder und besonders Direktor Altmann vom RV. Herr Altmann berichtet in seinem Vortrag ausführlich über die derzeitigen Verhältnisse im Reichsverband.

Breslau, im Mai. In der Kunsthalle am Christopherieplatz läuft bis 22. Mai eine Ausstellung des schlesischen Kunsthandwerks. Aussteller in der Edelmetallabteilung: Prof. Beysell, O. Boehck, A. Buchmann, H. Diesener, Traute Eberding, Lotte Halen, E. Haeh­nelt, E. Heilscher, Maria Libich, K. Scheu und Lieselotte Stadie.

Dresden, im Mai. Auf der Jahresschau „Deutsches Volk – Deutsche Arbeit“ werden Spitzenleistungen der deutschen Goldschmiedekunst ausgestellt. Über dem Schmuckstand von OM Waibel prangt der Spruch: „Edel sei der Mensch, echt sei sein Schmuck.“ Essen. Franz Brendgen wird Obermeister der Goldschmiede-Innung und behält das Amt bis 1937.

Penig, Ende Mai. Goldschmiedemeister Woldemar Weinhold, Mitbegründer und Ehrenmitglied der Chemnitzer Innung, feiert in rüstiger Frische mit seiner Gattin goldene Hochzeit.

Hameln, am 27. Mai, um 10 Uhr. Im Hotel zur Sonne, Oststraße, hält die Vereinigung der Provinz Hannover ihre Frühjahrsversammlung ab.

Dresden, am 27. Mai. Hitler eröffnet die erste Deutsche Theaterwoche mit der Wagner-Oper „Tristan und Isolde“.

Gotha, am 1. Juni. Die Goldschmiede Max Weibezahl, Gutenbergstraße 19, feiert 60-jähriges Geschäftsjubiläum.

Berlin, im Juni. Der Kunstverein Dresden hat im Rahmen einer großen Bilderausstellung auf der Brühl’schen Terrasse auch einige Schaukästen mit Metallgeräten und Schmuck ausgestellt. Die Stücke stammen von A. W. Fritzsche und Johannes Eckert. Eckert wurde jüngst zum Bundesvorsitzenden für Sachsen des Bundes deutscher Kunsthandwerker als Fachverband des Kunsthandwerkes in der Reichskammer der bildenden Künstler ernannt.

Hildesheim, im Juni. Goldschmiedemeister Th. Blume hat in seiner Werkstatt das berühmte Bernwardskreuz nachgebildet. Für seine Nachbildung hat er die gleichen Steine verwendet, aber es mit seinen 25 cm Höhe etwas kleiner gehalten. Hohenstein-Ernstthal, im Juni. Goldschmiedemeister Hermann Resch feiert seinen 80. Geburtstag.

259Weimar, am 19. Juni. Im Alter von 61 Jahren stirbt Goldschmiedemeister Heinrich Bube. (Ließ sich in Hanau, Pforzheim und Düsseldorf ausbilden!)

Berlin, am 26. Juni. Mit großem Propagandaaufwand wird eine Sonnenwendfeier veranstaltet. Langfristig will die NSDAP christliche Feiern und Riten in den Hintergrund drängen.

Halle, am 30. Juni. Das Heide-Museum wird eingeweiht. Schöpfer der Einrichtung im hallischen Stadtwald sind die Goldschmiedemeister Franz Tittel und sein Sohn Gerhard. Franz Tittel wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zittau, am 1. Juli. Die Goldwarenfabrik Bruno Besser, Reichsstr. 3, feiert 50-jähriges Bestehen.

Wiesbaden, im Juli. Die Innung der Gold- und Silberschmiede für den Regierungsbezirk Wiesbaden (außer Stadtkreis Frankfurt/M., Obertaunus und Usingen), Sitz Wiesbaden, ist neu errichtet worden. Obermeister Julius Fuchs.

Berlin, am 18. Juli. Innungsversammlung. Obermeister Flamm eröffnet um 20.20 Uhr und kann etwa 260 Mitglieder begrüßen. Flamm befürwortet die immer engere Zusammenarbeit der Berliner Goldschmiede- und Uhrmacherinnung. Es wird gebeten, die Vorschläge für die geplante Obermeister-Kette einzureichen.

Düsseldorf, am 30. Juli. Hauptversammlung der Uhrmacher- und Goldschmiedeinnung. Obermeister Welbers betont die Notwendigkeit der Gemeinschaftswerbung und erhofft „restlose Mitarbeit sämtlicher Innungsmitglieder“. Mit Unterstützung der Handwerkskammer hofft man, eine Fachschule für Goldschmiede und Uhrmacher ins Leben rufen zu können.

Deutschland, am 2. August. Hindenburg stirbt mit 86 Jahren auf seinem Gut Neudeck. Hitler übernimmt nun auch das Amt des Reichspräsidenten. Er nennt sich fortan „Führer und Reichskanzler“. Die Reichswehr wird von nun an nicht mehr auf die Verfassung, sondern auf die Person Hitlers vereidigt.

Bielefeld. Gründung der Innung als Nachfolgerin der seit langem bestehenden Freien Vereinigung der Gold- und Silberschmiede. Ihr Innungsgebiet ist der Regierungsbezirk Detmold.

Hof, am 5. August. Im „Alten Bahnhof“ tritt die Uhrmacher- und Goldschmiedeinnung zur Vierteljahresversammlung zusammen.

Wiesbaden, am 10. August. Der Vorstand der Innung der Goldschmiede zu Wiesbaden unter Obermeister Fuchs überreicht an die Goldschmiede C. Struck, Kaufmann, Sommer, Haacker und Nessler die Meisterbriefe.

Leipzig, am 13. August. Jahreshauptversammlung der Vereinigung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede. Obermeister Hans Julius Müller eröffnet und erteilt zunächst dem Schriftführer Breitweg das Wort. Der Plan, eine Obermeister-Kette zu schaffen, entwickelt sich positiv. Der Entwurf des Kollegen Schäfter wird zur Ausführung bestimmt.

Deutschland, im August. Um die Bewirtschaftung der vorhandenen Goldvorräte sicherzustellen, hat die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung einschneidende Bestimmungen erlassen. Grunderlass Nr. 90/34 der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung.

Frankfurt/M., im August. Versammlung der Pflichtinnung Frankfurt. Der Kreishandwerksführer Gabler führt den neuen Obermeister Karl Bräutigam in sein Amt ein. Stellv. Obermeister Oskar Röhl.

München, im August. Gründung der neuen Handwerksinnung feiert das Gold- und Silberschmiedehandwerk in München. Obermeister Joseph Fuess.

Kiel, im August. Neugründung der Handwerkerinnung für das Gold- und Silberschmiedehandwerk, Sitz Altona. Obermeister J. Arnold.

Eisenach, im August. Der Goldschmiedeobermeister Wilhelm Brehm ist anlässlich seiner 40-jährigen Selbstständigkeit von der Handwerkskammer mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet worden.

Adorf / Bad Elster, im August. Goldschmiedemeister Georg Thorn feiert 50-jähriges Bestehen. Das Geschäft wurde bereits 1851 von seinem Vater gegründet.

Erfurt, im August. Die Goldschmiede Walter Dietze, Hans Fink und Hans Glaser haben ihre Meisterprüfung abgelegt.

Lübeck, Ende August. Neugründung der Gold- und Silberschmiedeinnung. Obermeister Otto Lohmeyer, stellv. Obermeister Bruno Bernhard, Kassierer Karl Möller, Schriftführer Paul Böckmann, Lehrlingswart Gustav Dähn.

Plauen, Ende August. Neugründung einer Gold- und Silberschmiedeinnung in Plauen. Den Posten des Obermeisters übernimmt Karl Brocks, Ziegelstraße 9.

Schweidnitz, im September. Für die Kreise Schweidnitz und Waldenburg, der Städte Reichenbach, Glatz, Frankenstein und Habelschwerdt wird eine neue Innung errichtet.

Lichtenstein, im September. Silberhochzeit von Moritz Günther und seiner Ehefrau Anna geb. Bilz.

Halle, im September. Für den gesamten Kammerbezirk Halle wird eine neue Goldschmiedeinnung errichtet. Alle vorherigen Innungen sind aufgelöst. Obermeister Gerhart Tittel, Halle.

Glauchau, am 24. September. Juwelier Walter Moritz, Brüderstraße 7, feiert 75-jähriges Geschäftsjubiläum. (Übernahm das Geschäft 1892 vom Gründer Carl Reibetantz.)

Dortmund, am 1. Oktober. 281Die neue Goldschmiedeinnung wird errichtet. Zum Obermeis­ter wird Franz Drapal, Sonnscheingasse, gewählt.

Dresden, am 13. Oktober. Die Goldschmiede Carl Frötschner, Schießgasse 6, feiert 50-jähriges Bestehen. Guben, am 13. Oktober. Der Goldschmiedemeister Walter Billing, Markt 39, feiert sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum. W. Billing entstammt einer alten Goldschmiedefamilie.

Deutschland, am 14. Oktober. Im Reich wird der Tag des Deutschen Handwerks gefeiert. München, im Oktober. Die Münchener Gold- und Silberschmiedemeister stellen in der Trinkstube des Bayrischen Kunstgewerbevereins, Pfandhausstraße 7, wie bereits im Frühjahr, wieder ihre Produkte aus.

Hanau, im Oktober. Die Bijouteriefabrik Wilhelm Schwahn feiert 70-jähriges Bestehen. Seit dem Eintritt des Sohnes Konrad fertigt die Fabrik auch kleine Maschinen für die Edelmetallbranche. 1900 bezog die Firma eine neue Fabrik in der Hahnenstraße. Die Firma Schwahn gilt als Erfinder der fugenlosen Trauringherstellung.

Leipzig, im Oktober. Neueröffnung der Leipziger Goldschmiede-Innung mit den Kreisen Wurzen, Grimma, Oschatz, Borna und Pegau. Gelöbnis: „Im Glauben fest, in Treue hart; dies ist und bleibt deutsche Art.“ Obermeister Hans Julius Müller; Schriftführer Breitweg und Stoll; Kassierer Faber und Gerhard; Gehilfenwart Räbel; Beiräte Lüders und Eichhorn; Stellvertreter Dombrowski.

Oberstein, im Oktober. Goldschmiedemeister Jacob Welsch kann mit seiner Gattin goldene Hochzeit feiern.

Deutschland, am 16. Oktober. Die Reichsregierung setzt eine Neuordnung über das Versteigerungswesen in Kraft.

Plauen, am 21. Oktober. Erste Versammlung der neu gegründeten Goldschmiede-Innung der Kreishauptmannschaft Zwickau, Sitz Plauen. Obermeister K. Brocks kann 26 Kollegen begrüßen. Dem bisherigen Obermeister K. Günther und den anderen Vorstandsmitgliedern spricht er seinen Dank aus.Stellvertretender Obermeister Teichmann, Schriftführer Hüttel.

Düsseldorf, am 22. Oktober. Neugründung der Goldschmiede-Innung. Obermeister Hans Beckmann; Innungsbeirat: E. Bayer, P. Clement, E. Karschkes, K. Neineus.

Hanau, am 23. Oktober. Die Goldschmiede Heinrich Hagemann, Hausmannstraße 14, begeht ihr 30-jähriges Geschäftsjubiläum. Seit 1926 unterhält die Firma im böhmischen Karlsbad eine Filiale.

Berlin, am 1. November. Der RV ist in seiner Gestalt in zwei Gruppen zerlegt: In Einzelhandel und Handwerk. Beide Geschäftsstellen befinden sich in Berlin W 30, Mackensenstraße 21.

Dresden, am 5. November. Hofjuwelier G. A. Scharffenberg, Seestraße 16, feiert 100-jähriges Bestehen. Die Firma hat 1861 die Befugnis erhalten, das sächsische Wappen zu führen und den Titel „Goldschmied für die K.S. Ordenskanzlei“ verliehen bekommen.

Breslau, im November. „Neue“ Breslauer Goldschmiede-Innung der Kreise Breslau-Stadt und -Land, Ohlau, Strehlen, Brieg-Stadt und -Land, Ramslau, Oels, Gr. Wartenberg und Neumarkt. Obermeister Erich Adolf.

Stuttgart, im November. Sitzung der Goldschmiede-Innung für den Handwerkskammerbezirk Stuttgart, ohne Kreis Gmünd. Obermeister Ewald Müller, Stuttgart, Schützenstraße 13.

Wuppertal, im November. Bildung einer neuen Innung des Kreises. Obermeister Werner Kölsch, Barmen.

Potsdam, im November. Die Goldschmiede Dedo Gadebusch kann ihr 90-jähriges Bestehen feiern.

Trier, am 17. November. Hofjuwelier Josef Lortz (Inh. Carl Lortz) feiert sein 100-jähriges Geschäftsjubiläum.

Zwickau, am 1. Dezember. Goldschmiedemeister Albrecht verlegt sein Geschäft nach Rosengässchen 1.

Düsseldorf, am 2. Dezember. Aus Anlass des Raubüberfalls und Mordes des Innungsmitgliedes Max Schlingermann findet eine Vortragsversammlung der Innung statt, in der die Kriminalpolizei über die Abwehr solcher Überfälle berät. Die Polizeibehörde hat entgegenkommenderweise eine Sammelgenehmigung von Waffenerwerbsscheinen zugesagt. Weiter wird Jiu-Jitsu oder ein Wachhund empfohlen. Die Mehrzahl der Versammlungsteilnehmer meldet sich sofort für einen Jiu-Jitsu-Kurs an.

Frankfurt/O., im Dezember. Die Innungsversammlung für das Gold- und Silberschmiedehandwerk wird abgehalten. Die neu errichtete Innung umfasst den Regierungsbezirk Frankfurt und die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen. Neuer Obermeister Alfred Katzler, Frankfurt; 2. Obermeister Franz Sack, Cottbus; Schriftführer Paul Kranz, Forst; Kassierer Emanuel Patry, Frankfurt; Lehrlingswart Ernst Schmelter, Landsberg.

Augsburg, im Dezember. Gründung der Pflichtinnung für das Gold- und Silberschmiedehandwerk Augsburg. Karl Schmedding wird zum Obermeister bestellt. Dieser wiede­rum bestimmt die Innungsbeiräte J. R. Rosenmaier, Hermann Burkhardt und Herrn Schindler.

Heilbronn / Deutsche Goldschmiede-Zeitung Nr. 51. Paula Stotz schreibt in der Fachzeitschrift ­einen Beitrag unter dem Titel: „Eine Begegnung mit dem Schmuckmädel“.

1935

285Breslau, am 14. Januar. Versammlung der Gold- und Silberschmiede in der Innungsschänke. Obermeister Erich Adolf spricht über „Die Innung im neuen Staat“. Weiter teilt er mit, dass er die alten Innungsakten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert aufgespürt hat und das er selbe der Innung zugänglich machen will.

Deutschland, am 18. Januar. Einführung des Großen Befähigungsnachweises durch die 3. Handwerksordnung. Berlin, am 20. Januar. Der bekannte Goldschmied Johann Michael Wilm begeht seinen 50. Geburtstag. Wilm, der 1885 in einem Dorfe in Bayern geboren wurde, arbeitete erfolg­reich unter anderem in Berlin, New York und München.

Deutschland, am 24. Januar. Die Selbstständigmachung im Handwerk ist wieder grundsätzlich von der Meisterprüfung abhängig. Für alle ist die Meisterprüfung nachzuholen, welche nach dem 31. 12. 31 in die Handwerksrolle eingetragen wurden und nach dem 31. 12. 1899 geboren sind. Für alle diejenigen, die es angeht, ist die Prüfung bis zum 31. 12. 39 nachzuholen.

Deutschland, am 4. Februar. Das Gesetz über die „Goldbewirtschaftung“ tritt in Kraft.

Löbau, am 17. Februar. Die Goldschmiedeinnung Zittau hat ihre Innungsversammlung im Albertshof zu Löbau. Neu aufgenommen wird Kollege Schmidt, Nachf. der Fa. Illner. Kollege Bauer aus Bischofswerda wird zum Vorsitzenden der Prüfungskommission gewählt.

Hannover, am 27. Februar. Die Innungsgründungsversammlung der Gold- und Silberschmiede Hannover findet im Brauergildehaus statt. Tagesordnung: 1. Eröffnung durch den OM; 2. Ansprache des Präsidenten der Handwerkskammer; 3. Ansprache des Kreishandwerksmeisters; 4. Satzungen; 5. Haushaltsplan; 6. Beiträge; 7. Verschiedenes.

Deutschland, am 16. März. Hitler verkündet die Wiedereinführung der Wehrpflicht und den Aufbau der Wehrmacht mit einer Stärke von 580.000 Mann. Damit bricht das Deutsche Reich die Verpflichtung zur Truppenstärke des Versailler Vertrages. Da die Wiederaufrüstung den Westmächten seit längerem bekannt ist, bleiben ihre Reaktionen verhalten.

Deutschland, am 18. und 19. März. Der Reichsberufswettkampf 1935 wird mit einer Propagandawelle ins Rollen gebracht. Es soll die größte berufliche Aktion werden, die jemals durchgeführt worden ist. Für die Goldschmiede sind die zwei Märztage für praktische und theoretische Prüfungen vorgesehen. Angestrebt wird eine gute Zusammenarbeit der Deutschen Arbeitsfront und der praktischen Goldschmiede.

Berlin, am 23. März. Eugen Hadamovsky eröffnet das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt. Ein fahrbarer Sender überträgt dreimal wöchentlich eine 90-minütige Sendung in öffentliche Fernsehstuben.

217Berlin, im Frühjahr. Die Sterbekasse des Reichsverbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede ist aufgelöst.

Danzig, im März. Im Alter von 76 Jahren verschied Goldschmiedemeister Oskar Bieber. Der Meister hatte 47 Jahre in der Goldschmiedegasse sein Geschäft.

Löbau. Die Blattgoldschläger gehören zur Goldschmiedeinnung. „Nach dem 1. Weltkrieg waren im Großschönauer Bezirk noch 300 bis 400 Blattgoldschläger tätig“, berichtete Obmann Uhlig, „heute sind noch 5 übrig geblieben“. Obermeister der Löbauer Innung ist Paul Lange, Zittau.

Zwickau / Plauen. Im April findet im Hotel „Zum Greif“ in Zwickau die Neugründung der Innung im südwestsächsischen Raum statt. Zum Obermeister wird Karl Brocks aus Plauen gewählt und der Sitz nach Plauen verlegt. Ferner wird beschlossen, einen „allgemeinen Wirtschaftsbericht“ an den Reichsverband zu senden.

Gera, am 7. April. Innungsversammlung: „Der Beitrag zum RV wird mit 9,60 RM als eine zu hohe Belastung bezeichnet und entschieden eine Senkung erwartet“. Der Goldschmiedemeister Oswald Seiler aus Ronneburg wird für seine 3 Jahrzehnte lange Reichsverbandstreue mit dem goldenen Ehrenzeichen geehrt.

Brüssel, am 27. April. Eröffnung der Weltausstellung. Erstmalig wird die Verwendung des Neonlichts gezeigt.

Halle, im Mai. Auf der so genannten „Braunen Messe“ werden altehrwürdige Silbergeräte gezeigt.

Berlin, am 22. Mai. Für das „Goldschmiedehaus“, Blücherstraße 19, wird eine Hypothek von 80.000,- RM aufgenommen.

Frankfurt/M., vom 11. bis 23. Juni. Zum Reichshandwerkertag in Frankfurt werden in der Pauluskirche etwa 160 Obermeisterketten ausgestellt. Die schönsten werden von Fritz Flamm und Hans Julius Müller ausgezeichnet. Als prächtigste Ketten galten die der Goldschmiede-Innungen von Leipzig und Berlin.

Berlin, im Juni. Der Reichsverband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede wird in den Reichsinnungsverband überführt. Flamm wird zum Leiter des Reichsinnungsverbandes berufen und ist ab sofort Reichsinnungsmeister. Stellvertreter des RIM wird Herr Waibel, Obermeister aus Dresden.

Hanau, vom 17. bis 20. Juni. Tagung des Reichsinnungsverbandes in der Edelmetallstadt.

Deutschland, am 20. Juni. Für die Goldschmiede tritt die Verordnung zum Führen des Wareneingangsbuches in Kraft.

Deutschland, am 26. Juni. Das „Reichsarbeitsdienstgesetz“ tritt in Kraft, mit dem für alle Frauen und Männer zwischen 18 und 25 Jahren ein halbjähriger Arbeitsdienst zur Pflicht wird.

Deutschland, am 12. Juli. Errichtung der Überwachungsstelle für Edelmetalle. Jena, vom 17. bis 18. Juli. Die Bezirksinnungsmeister Deutschlands tagen in Jena. Es ist die erste Sitzung dieser Art. Sachsen wird zum Bezirk -11- erklärt und wird künftig durch Obermeister Eugen Waibel, Dresden, Ammonstraße 2, vertreten.

München, am 2. August. Hitler verleiht der Stadt den Titel „Hauptstadt der Bewegung“. Diese Auszeichnung geht mit dem Bau von repräsentativen Gebäuden wie dem Führerhaus und dem Parteihaus einher.

Frankfurt/M., vom 24. August bis 8. September. Auf der Rhein-Mainischen Wirtschaftsausstellung präsentiert sich das Goldschmiede-Gewerbe mit einer bemerkenswerten Ausstellung.

Berlin, vom 28. bis 31. August. Der 5. Internationale Juwelierkongress wird in die deutsche Hauptstadt einberufen. Reichsinnungsmeister Fritz Flamm eröffnet den Kongress im Hotel „Kaiserhof“. Präsident des Internationalen Büros ist Generaldirektor Carel J. A. Begeer. Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst wird von Präsident Generalkonsul Dr. h.c. Roselius aus Bremen vertreten. Die Schirmherrschaft übernimmt Ministerpräsident Göring. Festakt in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Prof. K. Schloßmacher aus Königsberg hält einen bedeutenden Vortrag über die deutschen Schutzmaßnahmen für Edelsteine (Nomenklatur).

Leipzig. Der RV führt zweimal jährlich eine Musterschau handwerklicher Gold- und Silberschmiedearbeiten durch.

Görlitz. Die Görlitzer Goldschmiede treten in die Liegnitzer Goldschmiede-Innung ein, welche unter Obermeister Adler 22 niederschlesische Städte umfasst. Auf die Dauer ist dieser Verwaltungsapparat zu groß. Görlitz, Hirschberg, Rothenburg, Hoyerswerda, Landshut, Lauben und Löwenberg werden abgezweigt und unter Leitung von Obermeis­ter Werner Orlop aus Görlitz zu einer Innung zusammengefasst.

Deutschland, am 10. September. Auf dem Reichsparteitag verkündet Hitler die „Nürnberger Gesetze“. Die Diskriminierung von Juden wird auf eine rechtliche Grundlage nach biologischen Kriterien gestellt.

München. Das Jagdmuseum möchte dem „Reichsjägermeister“ Ministerpräsident Hermann Göring einen goldenen Ehrenring anlässlich seiner Vermählung stiften. Zu diesem Vorhaben wird der Entwurf des Prof. Richard Klein ausgewählt.

Deutschland, am 13. September.

Edelmetallpreise:

Im Ankauf: Gold je Gramm  2,79 Mark

Silber je Kilo 52,00 Mark

Im Verkauf: Gold je Gramm  3,00 Mark

Silber je Kilo 60,00 Mark

Platin je Gramm  3,50 Mark

Deutschland. Die Fachgruppe „Trauringe“ beschließt, dass Trauringe über 585/000 nicht mehr – höchstens bei Materialanlieferung des Kunden – angefertigt werden dürfen. Sachsen. Einführung des „Großen Befähigungsnachweises“. Nur geprüfte Handwerksmeister dürfen Lehrlinge ausbilden und einen Handwerksbetrieb selbstständig führen.

Frankfurt/O. im September. 28 Innungsmitglieder treffen sich zur Versammlung im „Nürnberger Hof“. Obermeister Katzler begrüßt den Bezirksinnungsmeister Szpitter aus Berlin und den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Röhr.

Paris, am 26. September. 51 prominente Emigranten verschiedener politischer Richtungen treffen sich zu Beratungen über eine Volksfront gegen das NS-Regime, unter ihnen Heinrich Mann, Egon Erwin Kisch und Lion Feuchtwanger.

Stettin, am 29. September. Im Parkhaus der Stadt erscheinen die Innungsmitglieder der Gold- und Silberschmiedeinnung Pommern zur Pflichtversammlung. Obermeister G. Riebe berichtet vom Reichshandwerkertag und den Tagungen des Reichsinnungsverbandes. Weiter stellt er fest, dass die neue Obermeisterkette, von der ein Teil vorliegt, mit ihren 16 Städtewappen und den Oberschlesischen Chrysoprasen ein Kunstwerk pommerscher Goldschmiedearbeit zu werden scheint.

Deutschland, am 30. September. Im Deutschen Reich kommt es zu Versorgungsengpässen, besonders bei Butter und Margarine. Leipzig. Auf der Herbst-Messe ist die erste Musterschau des Gold- und Silberschmiedehandwerks zu sehen. Mehr als ein Drittel aller Innungen des Reiches ist daran beteiligt. Gera. OM Karl Neupert feiert sein 50-jähriges Geschäftsbestehen und stiftet aus diesem Anlass den „Friedrich-Neupert-Meisterbecher“, der in seinem Betrieb angefertigt wurde.

Rendsburg, im Herbst. Obermeister Hugo Diedrichsen berichtet auf der 3. Pflichtversammlung, dass der Reichsinnungsverband „emsig bemüht ist, die handwerklichen Belange unseres Gewerbes zu fördern“.

Zwickau, am 13. Oktober. Gold- und Silberschmiede-Innung Kreishauptmannschaft Zwickau, Sitz Plauen. In Zwickau „Zum Greif“ findet die vierte Quartalsversammlung statt. Die dritte war aus „gewissen Umständen“ ausgefallen. Obermeister Brocks eröffnet und begrüßt die Mitglieder und Gäste. Ein besonderer Gruß gilt den vier neuen Mitgliedern, die die Innung durch die Kreishandwerkerschaft zugewiesen bekam. Besonders wird auf die Freizeit der Lehrlinge hingewiesen, „dass dieselben im Sommer 14 Tage Ferien bekommen und die Hitler-Jugend-Lager besuchen können“. Weitere Themen sind die Wirtschaftsberichte an den Reichsinnungsverband und die Führung des Wareneingangsbuches.

Deutschland. Die Neuordnung des Deutschen Handwerks. Die Führung des deutschen Handwerks hat der Reichshandwerksmeister. Der Reichsinnungsverband steht unter der Leitung des Reichsinnungsmeisters, der dem Reichshandwerksmeister unmittelbar unterstellt ist. Der Reichsinnungsmeister bestimmt für die einzelnen Landesteile Bezirksinnungsmeister. Reichsinnungsmeister für das Gold- und Silberschmiedehandwerk: Fritz Flamm.

Bezirksinnungsmeister für das Gold- und Silberschmiedehandwerk:

Brandenburg: Herbert Szpitter Schlesien: Erich Adolf

Nordmark: Franz Lebeda Niedersachsen: Eduard Sewig

Rheinland: Balthasar Salomon Hessen: Julius Fuchs

Sachsen: Eugen Waibel Bayern: Josef Fueß

Württemberg: Adolf Regelmann Ostpreußen: Paul Kusch

Pommern: Georg Riebe

Westfalen: Hans Beckmann

Mitteldeutschland: Gerhard Tittel

Südwestdeutschland: Alfred Winkler

Saarland-Pfalz: Friedrich Chelius

223Berlin, am 19. Oktober. Eröffnung des „Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands“. Das Institut soll die NS-Weltanschauung in der Geschichtsschreibung umsetzen.

Rostock, am 27. Oktober. Im festlich geschmückten Sitzungszimmer des „Heldts Wintergarten“ findet die zweite Quartalsversammlung der Gold- und Silberschmiedeinnung für die Kreise Rostock, Güstrow, Malchin, Waren und Stargard, mit dem Sitz Rostock, statt. Der Obermeister Claus Dieken eröffnet um 10 Uhr die Tagung und begrüßt ganz herzlich den Bezirksinnungsmeister Lebeda aus Hamburg. Er kündigt u. a. an, dass das kommende Zunftzeichen einer sauberen Goldschmiedearbeit das Zeugnis für Qualität ausstellen wird.

Düsseldorf, am 30. Oktober. Im Tucherbräu wird der 1. Jahrestag der Neugründung der Innung begangen. Ein Lehrling erscheint in der neuen Zunfttracht. Diese zweckmäßige, praktische Kleidung findet allgemein Beifall.

Deutschland. Betriebsvergleiche bringen folgende Ergebnisse:

Miete 8,30%; Strom und Heizung 4,5%; Löhne, einschließlich eines Unternehmergehaltes und der Vergütung mitarbeitender Familienangehöriger: 15,6%; Reklame 2,5%; alle übrigen Kosten: 8,2%. Die Gesamtkosten belaufen sich demnach auf 39,1%. Der Umsatz je Beschäftigter beträgt 9.000,- RM.

Deutschland, am 14. November. Es werden Bestimmungen über den Handel mit Orden und Ehrenzeichen erlassen.

Königsberg, am 17. November. Zur großen Quartalsversammlung der Goldschmiede-, Uhrmacher- und Optiker-Innung zu Königsberg sind ca. 200 Mitglieder aus Königsberg und den zehn dazugehörigen Kreisen erschienen. Durch OM Groeger wird die Organisation der Innung bekannt gegeben, die Arbeit, die bisher geleistet wurde, sowie das neue Werbematerial der Reichsinnung und ein Teil der Handwerkskarten ausgegeben.

Essen, am 25. November. Innungsversammlung der Gold- und Silberschmiede im Zunfthaus. Von der Gold- und Silberschmiedeinnung Schwäb. Gmünd wird die Einführung einer Zunftkleidung propagiert. Diese soll sowohl praktisch sein und doch schön wirken. Sie besteht entweder aus einem langen Mantel oder einer kurzen Bluse, dazu ein Schurzfell und Gürtel mit Silberschloss. (Wie alle Versammlungen in dieser Zeit endet sie mit einem „dreifach Sieg Heil“ auf Führer, Volk und Vaterland.)

Berlin, am 29. November. Die neue Deutschlandhalle wird eingeweiht. Platzangebot: 20.000 Sitzplätze.

Leipzig, am 9. Dezember. Der Initiator der Leipziger OM-Kette, Hans Julius Müller, verstirbt.

1936

Deutschland, am 3. Januar. Das Winterhilfswerk (WHW) erklärt, es unterstütze derzeit 12,5 Millionen Menschen.

Deutschland, am 17. Januar. Der Propagandaminister Joseph Goebbels erklärt die Lebensmittelknappheit im Deutschen Reich für belanglos, weil „man zur Not auch einmal ohne Butter, nie aber ohne Kanonen auskommen“ könne.

Schlesien, im Februar. Die Zollfahndungsstelle gibt dem Reichsinnungsverband bekannt, dass „bei einem verdächtigen Juden“ zwei 14-karätige goldene Zigarettendosen vorgefunden wurden. Der Goldwert der Dosen war je 400,- Mark. Die Einziehung der Dosen war aber nicht möglich, da sie vor dem 23. März 1936 gefertigt wurden, also vor dem Tage des Herstellungsverbotes.

Deutschland, am 25. Februar. Der Reichsarbeitsdienst beruft alle im ersten Quartal 1915 geborenen Männer zur sechsmonatigen „Landarbeit“ auf.

Deutschland, am 27. Februar. Der erste für Transatlantikflüge gebaute Großzeppelin LZ 129 „Hindenburg“ wird fertiggestellt. Es ist das größte Luftschiff der Welt.

Deutschland. Altgold darf nur noch mit Genehmigungsschein aufgekauft werden. Aussteller der Genehmigung ist der OM, der den Antrag dem RIV, und dieser der Überwachungsstelle für Edelmetalle weiterleitet.

Deutschland / Schwarzenberg. Im Reichsberufswettkampf 1936 schnitt in der Gauentscheidung ein Schwarzenberger Goldschmied als Bester ab. Im „Fachblatt“ vom 1. August 1936 veröffentlicht er darüber einen markigen Bericht, der stark gekürzt folgt: Ich war dabei!

Zum dritten Male wurde in diesem Jahr der Reichsberufswettkampf ausgetragen. Für uns Goldschmiede war es eine Ehrenpflicht daran teilzunehmen. Schon Wochen vorher waren wir auf den Kampf gespannt. Zuerst hatten wir theoretische, dann weltanschauliche Fragen zu beantworten. …. kam ganz unerwartet, die Nachricht, dass ich die erforderliche Punktzahl erreicht hatte und an der Gauentscheidung in Dresden teilnehmen sollte.

Die Gauverwaltung Sachsens hatte alles aufs Beste vorbereitet. Wir trafen am 13. März in Dresden ein. Am ersten Abend wurde der Wettkampf mit einer Eröffnungsfeierlichkeit eingeleitet, in der auch der sächsische Kultusminister Göpfert in eindrucksvollen Worten zu uns sprach. Gestärkt an Leib und Seele begannen wir am nächsten Morgen den eigentlichen Wettstreit. Zu meinen Erstaunen war nur noch ein Goldschmiedelehrling aus Dresden zum Gauentscheid zugelassen. Wenn wir auch nur zu zweien arbeiteten, so war es doch ein harter Kampf. … Dank der guten Organisation konnten wir anschließend in der Horst-Wessel-Schule mit dem Aufsatz, …. unsere theoretischen Übungen lösen …. Danach wurde noch einmal für unser leibliches Wohl gesorgt, ehe wir an die Lösung der weltanschaulichen Fragen gingen. Damit war der Haupttag des Wettkampfes beendet.

…. fanden wir uns in der Ilgenkampfbahn ein, wo wir noch unsere sportlichen Leistungen unter Beweis stellen mussten. …. denn was nützt uns denn ein kluger Kopf, der auf einem nicht widerstandsfähigen Körper sitzt. …. Abschlussfeier zusammen, in der uns Gaujugendwalter May mit eindrucksvollen Worten verabschiedete. …. Tage unvergesslich bleiben, besonders wenn man wie ich zu erfahren bekommt, dass man als Bester abgeschnitten hat und einige Buchpreise erhält…… .

Eins möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, die Beteiligung am Reichsberufswettbewerb ist gerade in unserem Handwerk noch viel zu gering. Ich will also hoffen und wünschen, dass ich im nächsten Jahr meine Kräfte mit allen Goldschmiedelehrlingen messen kann. Es ist ja nicht nur zum Vorteil jedes einzelnen, nein, wir wollen dem Ausland gegenüber beweisen, dass die Jugend des Dritten Reiches gewillt ist, im redlichen Wettkampf ihre Kräfte zu stählen und zu fördern.

PS. Der junge Goldschmied ist zu Beginn des Weltkrieges gefallen.

225Königsberg. Zum „Reichskampf zum 3. Berufswettbewerb der deutschen Jugend“ darf ein Goldschmiedelehrling aus Düsseldorf reisen. Im „Fachblatt“ schildert er seine Eindrücke im Sinne der nationalsozialistischen Propaganda.

Deutschland, am 1. April. Der Oberbefehlshaber des Heeres, Werner Freiherr von Fritsch, fordert eine weitere Vergrößerung der Truppen. Seit 1933 hat sich die Heeresgröße verfünffacht.

Deutschland. Die Leiter der Reichsgruppen „Industrie und Handwerk“ haben sich dafür ausgesprochen, die Gleichstellung von Facharbeitern der Industrie und des Handwerks durchzusetzen. Leipzig. Die Gold- und Silberschmiedeinnung Leipzig trifft sich im „Sachsenhof“. Obermeister Curt Gießel berichtet, dass vom Rat 54 Amtsketten bestellt wurden. Im Zusammenhang mit dem Auftrag wird Goldschmiedemeister Schäfter gebeten, sich mit den Berufskollegen deswegen zusammenzusetzen.

Stuttgart, am 26. Mai. Innungswahl der Gold- und Silberschmiede. Wiedergewählt wird Obermeister Ewald Müller. In der Staatlichen Kunstgewerbeschule werden jeden Donnerstag praktische Übungsabende unter Prof. Haustein und Fachhauptlehrer Bausch durchgeführt.

Den Haag. Gemäß dem Beschluss der letzten Haager Konferenz hat die BIBAO ein Archiv für Fabrikanten und Handwerkermarken einzurichten.

Hanau, im Juni. Der bekannte Berliner Goldschmied Emil Lettré beendet seine Tätigkeit als Leiter der Goldschmiedeschule. Neuer Chef des Hauses wird der Münchner Gold- und Silberschmied und Plastiker Hermann Wandinger.

Frankfurt / M., am Sonntag den 7. Juni. Im Rahmen des Reichshandwerkertages finden auch Arbeitstagungen des Reichsinnungsverbandes statt. Der Geschäftsführer der ­Fachuntergruppe Juwelen, Gold- und Silberwaren und des Reichsinnungsverbandes Leidicke legt der Versammlung Einzelheiten über die Edelmetallbewirtschaftung dar.

Verleihung des Ehrenringes des Deutschen Handwerks an 10 verdiente Bürger im alt­historischen Römer der Stadt. Die Ehrenringe, die von Goldschmiedemeistern gefertigt wurden, zeigen beste deutsche Handwerksarbeit. Der Festumzug mit dem Goldschmiedewagen wird trotz strömenden Regens begeistert empfangen.

Dresden, am 18. Juni. OM Waibel in Dresden ruft die Gold- und Silberschmiede zur Innungsversammlung auf. Leipzig, im Juni. Oskar Müller, der Seniorchef der Großhandlung Wilhelm Müller und Gründungsmitglied des RV, verstirbt.

Breslau, am 25. Juni. Der Bezirksinnungsmeister und Obermeister Erich Adolf tritt aus gesundheitlichen Gründen von seinem OM-Posten zurück. Das Amt übernimmt Johannes Heinrich. Der neue OM spricht sich in seiner Rede gegen die selbstvernichtende Preisdrückerei und für den eigentlichen Sinn des Innungslebens aus.

Berlin, am 15. Juli. Obermeister Szpitter eröffnet die 3. Quartalssitzung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung. Beglückwünscht wird der jüngste Meister, Rattay, der mit einem Ehrendiplom der Stadt Frankfurt ausgezeichnet wurde. Als besondere Auszeichnung wird ihm noch eine handgebundene Ausgabe des Führerwerkes „Mein Kampf“ überreicht.

Dresden, am 15. Juli. Die Dresdner Innung verbindet ihre Sitzung mit der Freisprechung ihrer Lehrlinge. Der Obermeister überreicht die Lehrbriefe „… nach altem Brauch und alter Sitte nimmt der Obermeister den handgeschmiedeten Innungspokal, trinkt ihn an und übergibt ihn den Junggehilfen zum kameradschaftlichen Umtrunk.“

Dresden, am 24. Juli. Die Hauptversammlung der Innung in Dresden findet statt. Es wird bekannt gegeben, dass Ehrenobermeister Paul Eckert verstorben ist. Deutschland. Der Reichsverband des Deutschen Handwerks hat sich die Aufgabe gestellt, das gesamte handwerkliche Fachschrifttum zu erfassen. Für den Reichsinnungsverband des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks ist für diese Aufgabe als Vertrauensmann Will Odening aus Leipzig in die Pflicht genommen worden.

Neuenburg / Deutschland. Der RIV hat alle OM zu einer 8-tägigen Arbeitstagung nach Neuenburg an der Donau zusammengerufen. Deutschland, im Sommer. Die „Adolf-Hitler-Spende“ wird in den Innungen erhoben.

Berlin. Im „Haus der Kunst“, Königsplatz 4, werden in einer Sonderschau aus Anlass der Olympischen Spiele Siegerpreise und Ehrengaben ausgestellt. Veranstalter ist der RIV.

Berlin, am 18. August. Im Schlossmuseum wird der Welfenschatz erstmals gezeigt.

Deutschland, am 20. August. Neue Trauringverordnung. Die AO Nr. 3 tritt in Kraft. „Der gewerbsmäßige Verkauf goldener Trauringe mit einem Feingehalt von mehr als 333/- und einen Gewicht von mehr als 3,5 Gramm für das Stück ist verboten“.

Helmstedt, am 17. September. Die Goldschmiede von Jean Emmel übernimmt der Goldschmied Walter Gralow.

Deutschland, am 21. September. Die Wehrmacht hält ihr erstes großes Manöver nach dem Ersten Weltkrieg ab.

Deutschland, am 27. September. Mit der Eröffnung eines Teilstücks bei Breslau sind die ersten 1.000 Kilometer der Reichsautobahn fertiggestellt.

Berlin vom 15. Oktober bis 15. November. Ausstellung des deutschen Gold- und Silberschmiedehandwerks im Hause des Deutschen Handwerks in Berlin. Dr. Haenel vom Dresdner Grünen Gewölbe sprach über „Meister deutscher Goldschmiedekunst“.

Reichshandwerksmeister: „Es ist die Aufgabe der deutschen Goldschmiede, der Gegenwart sichtbaren Ausdruck zu geben.“ Als Hauptredner tritt Reichsinnungsmeister der Goldschmiede des RIV, Fritz Flamm, auf.

Deutschland, am 18. Oktober. Preiserhöhungen aller Art sind ab sofort verboten. Dresden, im Oktober. Aus der Goldschmiede-Innung scheiden die folgenden Mitglieder aus: Mau, Billert, Schultheiß, König, Schlaghan, Maushard, Reißner, Anders, Bundesmann, Oertel, Großmann, Merz. Neue Mitglieder: Th. Scholze, Bagehorn, Kätchen verw. König. Deutschland. In Deutschland sind ca. 4.200 Gold- und Silberschmiede selbstständig. Einige davon beschäftigen 20 bis 30 Gesellen, die Mehrzahl sind Kleinbetriebe mit 1 oder 2 Beschäftigten. Insgesamt werden etwa 1.500 Gesellen beschäftigt und etwa 750 Lehrlinge ausgebildet.

Berlin, am 15. Oktober. Eröffnung der Ausstellung des deutschen Gold- und Silberschmiedehandwerks im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin. Die Ansprache hält Reichsinnungsmeister Fritz Flamm. Gezeigt werden auch einige neu geschaffene Obermeisterketten. Die Ausstellung ist bis zum 14. November geöffnet.

Hof, am 15. November. Sitzung der Gold- und Silberschmiedeinnung Oberfranken, Sitz Kronach. OM Georg Müller aus Kronach eröffnet die Versammlung und begrüßt besonders den Bezirksobermeister Fueß aus München. Heiß diskutiert werden Fragen zum Berufsfeld Goldschmied / Uhrmacher. Weiter erinnert der OM daran, dass der Goldschmied in erster Linie wieder selbstständiger Goldschmied und nicht Kaufmann sein soll.

Deutschland, am 27. November. In einem Erlass verbietet Goebbels jede Form von „Kunstkritik“ und fordert eine reine „Kunstberichterstattung“.

1937

229Leipzig, am 7. Januar. Die Mitteldeutsche Meisterschule des Gold- und Silberschmiedehandwerks nimmt ihren Lehrbetrieb auf. Die Schule ist gedacht für Lehrlinge, Gehilfen und Meister. Die Schule ist ein Verdienst des OM Giebel.

Friedberg / Hessen, am 10. Januar. Innungsversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung Hessen im Hotel „Deutsches Haus“. Der Landesinnungsmeister Kurt Sibig aus Darmstadt eröffnet die Versammlung. Beschlossen wird, dass die Mitglieder der Obmannschaft Oberhessen an dem Umzug der Maifeier in Bad Nauheim geschlossen teilnehmen: Für die Anfertigung von Gliedern für eine Obermeisterkette erklären sich einige Firmen bereit, Arbeiten zu übernehmen.

Breslau, am 24. Januar. Bezirkstagung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Schlesiens im „Schlesischen Hof“ in Breslau. Es erschienen an die 150 Mitglieder der Pflicht­innungen Neiße, Schweidnitz, Liegnitz und Breslau. Der Bezirksinnungsmeister E. Adolf begrüßt die Kameraden und besonders Herrn Reichsinnungsmeister Flamm.

Deutschland, am 26. Januar. Der Bauhausbegründer Walter Gropius erhält einen Lehrstuhl für Architektur an der Harvard-Universität.

Berlin, am 3. Februar. Im Petrigemeindehaus eröffnet Obermeister Szpitter die 1. Quartalsversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin. Der OM gibt dann das kurz vor Weihnachten stattgefundene Rundfunkinterview des Reichsinnungsmeisters bekannt und knüpft daran den Erlass des neuen Vierjahresplanes. Im zweiten Teil des Abends spricht der Geschäftsführer des Reichsinnungsverbandes, Dipl.-Kaufmann Leidicke, über „Unser Werkstoff“.

Leipzig, am 7. Februar. Im Leipziger „Sachsenhof“ versammelt sich die Innung zu ihrer Sitzung. Obermeister Giebel betont: „… denn gerade die Jugend ist es, auf die weiter gebaut werden muss.“ Silberschmiedemeister Schäfter berichtet über den Stand der Arbeiten an den Amtsketten für den Rat der Stadt Leipzig. Anschließend Diskussion zu dem Thema: „Amtsketten“.

Tabarz/Th., vom 15. bis 20. Februar. Zur Mitgliederversammlung der Einbruchskasse für das Edelmetallgewerbe laden Flamm und Leidicke ein. Die Arbeitstagung der Fachgruppe ist im Kurhotel „Deutscher Hof“.

Breslau, im Frühjahr. Der Reichsinnungsverband Deutscher Juweliere, Gold- und Silberschmiede versammelt die schlesischen Berufskameraden zu einer Bezirkstagung. Bezirksinnungsmeister Erich Adolf begrüßt den Reichsinnungsmeister Flamm und den Geschäftsführer des RIV, Leidicke. Flamm verweist auf seine enge Bindung zu Schlesien und stellt fest, dass bereits sein Großvater in Waldenburg/Schl. als Silberschmied tätig war.

Leipzig, vom 28. Februar bis 8. März. Die Frühjahrsmesse findet statt. Gold- und Silberschmiede präsentieren sich in Kollektivausstellungen im Petershof und im Grassi-Museum.

München, am Rosenmontag. Im Saale des Bayrischen Kunstgewerbevereins hält die Gold- und Silberschmiede-Innung ihre Pflichtversammlung ab. Die Kapelle Schuhmann spielt zum zweiten Teil der Tagung schneidig auf, und der OM Fueß verfällt aus der ­ernsten und fachlichen Rede in fröhliche Reime.

Pforzheim, am 3. März. Josef Schmalz, Seniorchef der Fa. J. Schmalz, Pforzheim, Leopoldstraße 5, feiert seinen 70. Geburtstag. Deutschland, im Frühjahr. Ein Ein-Karäter-Brillant kostet etwa 1.000,- RM. 1924 ­musste man für den Stein gleicher Qualität ca. 1.200 RM bezahlen.

Deutschland. Die Aufkaufpreise für Edelmetalle: Gold je Gramm  2,80 Reichsmark, Silber je Kilogramm 34,50 Reichsmark

Osnabrück, im Frühjahr. Die Kreisfachgruppe hält ihre Mitgliederversammlung der Gold- und Silberschmiede in der Stadtschänke ab. Es erscheinen 57 Kollegen und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Dr. Vogel, aus Hannover.

Leipzig, im April. In der „DGZ“ werden Arbeiten aus den Landesschulwerkstätten gezeigt. Die Arbeiten stammen von Giebel, Donner, Stoll, T. Zermial, H. Ehrhardt, S. Maurer, R. Berger, S. Scheibe, Lotter, Kreuzer, E. Reimer, M. Reichelt, S. Gatsch, K. Henel, Curt Hasenohr, Hans Przyrembel, Ingeborg Gisecke, Rudolf Peger, F.B. Faber, Will Odening.

Essen. Goldschmiedemeister Dangelmaier wird Obermeister der Innung und hat das Amt bis nach 1960 inne.

Deutschland. Zur Gemeinschaft der Goldmantelringhersteller – GOSI – gehören u. a. die Firmen Paul Hartmann, Görlitz; Gustav Lachmann, Gera; Max Träger, Magdeburg.

Berlin, am 4. Mai. Der Reichsinnungsverband übernimmt auf dem Wege der Umwandlung das Haus Blücherstraße 19 von der „Goldschmiedehaus-Gesellschaft“. Die Umschreibung des Hauses erfolgt am 3.

Frankfurt/M. Im Franz-Mathes-Verlag ist „Die Pforzheimer Schmuck-, Edelmetall- und Uhrenindustrie“ erschienen. Autoren: Prof. R. Rücklin und Direktor Frank von der Badischen Kunstgewerbeschule.

Paris, am 24. Mai. Die Weltausstellung wird eröffnet. Silberschmiedemeister W. Stoll aus Leipzig zeigt seine Arbeiten.

Düsseldorf / Dresden, am 14. Juli. Zur Düsseldorfer Innungsversammlung erscheint der Stellvertreter des RIV, Goldschmiedeobermeister Waibel aus Dresden, und spricht zu Themen der Zeit.

München, am 18. Juli. Hitler weiht das Haus der Deutschen Kunst in München ein. München, am 19. Juli. Die Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ wird eröffnet, auf der Werke von verfemten Künstlern gezeigt werden.

Leipzig. Rudolf Peger fertigt die Amtskette für die Leipziger Universität.

Berlin, am 14. August. Die Ausstellung „700 Jahre Berlin“ gibt den Auftakt für die Feiern zum Stadtjubiläum.

Leipzig, am 29. August. Die Leipziger Herbstmesse wird mit großer Auslandsbeteiligung eröffnet.

Leipzig, im September. Über das Vermögen der „Schmuck-, Probier- und Scheideanstalt Deutscher Goldschmiede e.G.“ wird der Konkurs eröffnet.

Leipzig, am 10. Oktober. Die Leipziger Innung tagt im „Sachsenhof“. TOP: Bericht des Obermeisters über den Reichsparteitag; Wehrsteuergesetze; Adolf-Hitler-Spende; Lehrlingsarbeiten im Wettbewerb der Deutschen Goldschmiedezeitung.

Berlin, im Spätherbst. Die Geschäftsstelle des RIV, Potsdamer Str. 111, vertreibt Werbematerial für das Weihnachtsgeschäft. „Wirb mit dem Werbeheft des Reichsinnungsverbandes“. Das Stück zu 2 Rpf.

Dortmund. Franz Drapal wird neuer Obermeister der Dortmunder Gold- und Silberschmiede-Innung.

1938

Dortmund. Bernhard Rosendahl und Anneliese Neuer fertigten als Meisterstück die Dortmunder Oberbürgermeisterkette in Silber an. Die Arbeit erfordert 500 Stunden. Gravuren, Granulation, Emailarbeit und das Fassen der Steine wird von Georg Pietsch ausgeführt, der auch das Stück entwarf.

Deutschland. Der „Deutsche Goldschmiedekalender“ vom Diebener-Verlag existiert 25 Jahre. Zur diesjährigen Ausgabe wird noch ein Warenzeichen-Nachtrag geliefert.

Berlin, im Januar. Ministerpräsident Generaloberst Göring setzt kommissarisch einen neuen Reichshandwerksmeister ein. An der Stelle von Lohmann, Berlin, wird der Präsident der Handwerkskammer Lübeck, Ferdinand Schramm beauftragt, die Geschäfte des Reichshandwerksmeisters zu führen.

Hannover, am 14. Januar. Der Obermeister der Goldschmiedeinnung Hannover und Bezirksinnungsmeister Niedersachsens, Goldschmiedemeister Eduard Sewig, kann seinen 70. Geburtstag in voller Rüstigkeit feiern.

Berlin, am 11. Februar. Mit einer Großkundgebung wird der Reichsberufswettkampf eröffnet, der von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) unter Robert Ley organisiert wird.

Idar-Oberstein, am 19. Februar. Im Lokal „Karpenstein“ eröffnet der Kreishandwerksmeister die Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung und stellt den neuen OM Lorenz vor. Er berichtet über einige Fach-Reisen und kommt dann zu seiner Vereinbarung über den Beitrag der Innung zum RIV. Erläutert wird auch das Rundschreiben des RIV betreffend die Werbeaktion.

Aachen, am 24. Februar. Im „Bürger-Bräu“ eröffnet OM B. Lennartz jr. die Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen und begrüßt besonders die 3 Preisträger der Pariser Weltausstellung: Schickel, Schwerdt und Witte.

Oelsnitz/V., am 25. Februar. Goldschmiedemeister Carl Louis Geigenmüller wird 75 Jahre.

Berlin, am 27. Februar. Die Ausstellung „Entartete Kunst“ wird eröffnet, die in anderer Form bereits in München zu sehen war.

Deutschland / Österreich, am 13. März. Österreich wird an Deutschland angeschlossen.

Bamberg, im Frühjahr. Silberschmiedemeister Emil Neumüller geht beim Reichsberufswettkampf als Gausieger hervor.

Trier, im Frühjahr. Neue Meister im Kammerbezirk: Heinrich Schäfer, Wilhelm Stockert, Otto Schilling als Goldschmiede und Richard Feikert als Fasser.

Görlitz, im Frühjahr. Goldschmiedemeister Emil Hochwitz, Ecke Hindenburgplatz/ Konsulstraße ist im Alter von 70 Jahren verstorben.

Osnabrück, im Frühjahr. Innungsversammlung mit Ehrung des Reichssiegers Göttgens und des Ortssiegers Wobker. Beide werden mit Sachpreisen geehrt. Dr. Bäumer berichtet über die internationale Handwerksausstellung in Berlin. Weitere Themen: Adolf Hitler-Spende und Hermann Görings Gesetz zum Schutze der Jugendlichen. Neuregelung bei der Einstellung von Lehrlingen.

Regensburg. Gausieger im Berufswettkampf: Max Leser, Josef Wihr und Josef Feuerstein.

Nürnberg. Hans Schott fertigt für den Berufswettkampf einen silbernen Armreif und wird Reichssieger.

Mannheim, am 31. März. Die Einbruchskasse des Reichsinnungsverbandes ist aufgelöst. Der gesamte Versicherungsbestand wird der Mannheimer Versicherungsgesellschaft in Mannheim übertragen, die die Tradition der RIV-Einbruchskasse fortsetzt.

Idar-Oberstein, am 1. April. In der Stadt wird im Einvernehmen mit der Regierung in Koblenz und dem Ministerium in Berlin eine neue Fachschule für Diamant-, Edelstein- und Goldschmiedeberufe eröffnet.

Hamburg. Im Adressbuch werden 2 Goldschmiede namens Schrader erwähnt: Bernhard H. Schrader, Petkumstr.12, und Hermann Schrader, Neuer Wall 18.

Oelsnitz/V., am 1. April. Die Goldschmiede Carl Geigenmüller, Hindenburgplatz 10, feiert 50-jähriges Bestehen. Am 1. April übernimmt auch der Sohn Ludwig Geigenmüller die Firma vom Vater. Die Geigenmüller-Familie ist seit sehr alten Zeiten mit dem Goldschmiedehandwerk verbunden.

Plauen, am 6. April. Goldschmiedemeister R. Lepping, Tischlerstraße 11, feiert mit seiner Ehefrau Talita die silberne Hochzeit.

Deutschland, am Sonntag den 10. April. Reichtagswahl und Volksabstimmung. Leipzig. Herr Christian Schwan, Körnerstraße 31, ist zum Messebeauftragten des RIV berufen.

Deutschland, im April. Es starten zu einer Studienfahrt 46 Berufskollegen mit der „Bremen“ nach den USA.

Breslau, am 25. April. 15. Innungspflichtversammlung. Themen: Gemeinschaftsausstellung der Innung im Rahmen der Breslauer Messe.

Marienwerder/Westpreußen, am 1. Mai. Die Goldschmiede O. Zermann (Inh. Heinz Zermann) Marienburger Str. 42, feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Die Firma wurde 1841 von Ludwig E. Ferdinant Motschmann gegründet. Motschmann war Schüler der Hansischen Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Frankfurt/M., am 7. Mai. Gemeinsame Tagung des RIV mit den Fachschaftsverwaltern der DAF.

Heide, am 8. Mai. Die Gold-, Silberschmiede- und Graveur-Innung im Handwerkskammerbezirk Flensburg hält ihre 8. Pflichtversammlung im Hotel „Stadt Hamburg“ ab. Mit einem umfangreichen Themenkatalog hat sich der Obermeister Hugo Dietrichsen zu beschäftigen. Bei dem Hinweis auf die Gemeinschaftswerbung des RIV wird auch wieder die immer noch ungeklärte Frage der Berufsbezeichnung „Juwelier“ erörtert. Es wird geäußert: „mit der Berufsbezeichnung ,Goldschmiedemeister‘ und dem Verzicht auf den ,Juwelier‘ kann man bei dem Publikum nur ins Hintertreffen geraten gegenüber dem Uhrmacher, der sich ,Juwelier‘ nennt.“

Leipzig. Die Firma Wilhelm Woeckel, Werkzeuge und Goldschmiedebedarf, in der Leipziger Rosenthalgasse feiert ihr 25-jähriges Geschäftsbestehen.

Wolfsburg, am 26. Mai. Vor einem Massenaufgebot von 70.000 Menschen legt Hitler den Grundstein für den Bau des Volkswagenwerkes in der Nähe des Dorfes Wolfsburg. Hier soll das größte Automobilwerk der Welt entstehen und Autos für die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ produziert werden. Konstrukteur: Ferdinand Porsche.

Berlin, vom 28. Mai bis 2. Juni. In Verbindung mit der Internationalen Handwerksausstellung findet auch der Internationale Kongress der Goldschmiede statt. Zu diesem Kongress hält Dr. R. Heraeus einen Vortrag über neue Edelmetallwerkstoffe, die in seiner Scheideanstalt entwickelt wurden, die trotz niedrigen Feingehalts eine hohe Güte hätten. Diese Legierungen gingen später unter der Bezeichnung HERA-Gold in den Handel.

Deutschland, am 29. Mai. Die Goldschmiede und Juweliere, die auf Studienreise in Amerika waren, kehren wohlbehalten mit reichlich neuen Erfahrungen in die Heimat zurück.

Hirschberg, am 12. Juni. Innungsversammlung der Gold- und Silberschmiede Görlitz in Hirschberg. Die Innung zählt noch 32 Mitglieder. Für die Lehrlinge ist ein zusätzlicher Unterricht von wöchentlich zwei Stunden geschaffen worden. Dazu stehen die Mitglieder, Lehrlingswart Voigt und Gesellenwart Pornitz zur Verfügung. Die Werkstatt von R. Hoer kann zum Praktikum genutzt werden. Nach der Vertrauensfrage wird dem Obermeister Orlop einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Die Versammlung schließt mit einem dreifach „Sieg Heil“ auf den Führer.

Berlin. In Berlin werden die neu geschaffenen Obermeisterketten ausgestellt. Gezeigt werden die Amtsketten des Reichshandwerksmeisters, die Obermeisterkette der Berliner Innung, der Leipziger Innung, der Düsseldorfer und der Stettiner. Die Leipziger Kette wird allgemein als eine ganz hervorragende Goldschmiedearbeit, der Gegenwart, bezeichnet.

Dresden. Eine Ausstellung über „Sächsisches Edelgestein“ wird im Dresdner Rathaus gezeigt.

Mannheim. Die „Mannheimer Versicherungsgruppe“ hat die Einbruchskasse des Edelmetallgewerbes übernommen.

Köln, im Sommer. Einen „Meistertrunkpokal“ für die Innung schaffen Hans Markl, N. Epp und H. von Wassenberg.

Dresden, am 1. Juli. Der Dresdner Obermeister Woelck ruft zur Pflichtversammlung in den „Johannishof“ auf. Der Lehrling Zimmermann wird als Gausieger des Reichsberufswettkampfes geehrt. Der Junggehilfe Kopprasch, beschäftigt bei der Fa. Stark, wird 3. Reichspreisträger im Handwerker-Wettkampf der DAF.

Deutschland. Anzeige der Breslauer Goldschmiede: Die Gold- und Silberschmiede des Großdeutschen Reiches und der Auslandskameraden, die anlässlich des Deutschen Turn- und Sportfestes 1938 nach Breslau kommen, treffen sich mit den Breslauer Berufskameraden in der Terrassengaststätte in Scheitnig neben der Jahrhunderthalle.

München, am 10. Juli. Hitler eröffnet die Große Deutsche Kunstausstellung Deutschland, im Sommer. Die Reichswirtschaftskammer stellt fest, dass bei Lehrabschlussprüfungen mangelhafte Kenntnisse der Prüflinge über die Pflicht für Partei und Staat vorherrschen. Deshalb veranlasst sie, die nationalpolitische Erziehungsschrift „Der junge Reichsbürger“ als einzig dastehendes Grundwerk für die Lehrausbildung in den Betrieben einzuführen.

Plauen / Dresden, am 7. und 8. August. Die Mitglieder der Gold- und Silberschmiede­innung Plauen befinden sich auf einer Schulungsfahrt nach Dresden. In Dresden begrüßten Bezirksinnungsmeister Waibel und Herr Frötschner die Gäste aus Südwestsachsen im Schlosshof. Im Anschluss wird das „Grüne Gewölbe“ besucht und um 13 Uhr im „Narrenschlössel“ das Mittagessen eingenommen. Im Stadtwaldschlöss­chen wird danach die Innungsversammlung durch Obermeister Brocks eröffnet. Wichtiges Thema ist u. a. der Ankauf und die Verarbeitung von Gold- und Silbermünzen und die damit verbundenen Gefahren (VO über Verkehr mit Edelmetallen!). Den Abschluss bildet eine Dampferfahrt nach Schloss Pillnitz.

Leipzig, vom 28. August bis 1. September. Reichsmesse zu Leipzig. Aufforderung zur Beteiligung an der 7. Musterschau des Gold- und Silberschmiedehandwerks: „Die Ablieferung der Ausstellungsstücke muss spätestens bis zum Montag, den 22. August bei dem Messebeauftragten des Reichsinnungsverbandes, Herrn Christian Schwahn, Leipzig, Körnerstraße 31, erfolgen.“

Leipzig, am Sonntag den 28. August. Im goldenen Saal des Hotel „Sachsenhof“ am Johannisplatz findet das Messetreffen für die Goldschmiede aus dem Reich statt. Beiratsmitglied Eichhorn berichtet über die Tagung des RIV in Schwäb. Gmünd.

Deutschland. Die Löhne betragen insgesamt im Jahr 42,7 Milliarden RM Der Einzelhandelsumsatz insgesamt 33,9 Milliarden RM Schwarzenberg. Lehrling Hans Seidel aus Schwarzenberg, beschäftigt bei Oscar Männle, wird als bester Lehrling bei den Zwischenprüfungen ermittelt und vom Reichsverband mit einer Urkunde geehrt.

Nürnberg, am 5. September. Für den Reichsparteitag „Großdeutschland“ werden Krone und Insignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation aus Wien nach Nürnberg gebracht.

Deutschland. Die Meisterprüfungsgebühren werden neu geregelt. Jetzige Gebühr 45,- RM.

Berlin im Herbst. Reichsinnungsmeister Flamm eröffnet in Berlin den Internationalen Goldschmiede-Kongress.

Deutschland, am 12. November. Es tritt die Anordnung Nr. 16 der Überwachungsstelle für edle Metalle in Kraft. § 8: „Die Herstellung von Gegenständen in Silber ist verboten: Suppenterrinen, Tafelaufsätze, Bowlen, Flaschenuntersetzer, Damenhandtaschen, Stock- und Schirmgriffe und vieles andere mehr.“

Herrnhut, am 15. November. Die Fa. Gustav Burkhardt, Goldschmiedewerkstatt und Kunstgewerbehaus, kann ihr 100-jähriges Jubiläum feiern. Hervorgegangen aus der 1745 gegründeten „Brüderhaus-Goldschmiede“ gehört die Firma seit 1838 den Burghardts. Die Goldschmiede besitzt in Herrnhut einen Laden mit 5 Schaufenstern und im Handelshof Zittau ein ganz modernes Geschäft.

Danzig, im November. Quartalsversammlung der Innung im Volkshaus. Obermeister Strumpf gedenkt dem verstorbenen Kollegen Mach. Weiter mahnt er die Kollegen an, die ihre Meisterprüfung ablegen müssen, und gibt zu bedenken, dass nur bis zum 31. Dezember dazu Zeit ist, sonst droht Schließung des Geschäftes. Goldschmiedemeister Richter gibt den Kassenbericht. Zum Schluss gedenkt der Obermeister „der Rückkehr unserer sudetendeutschen Brüder und Schwestern ins Reich“. Die Versammlung wird mit einem „Sieg Heil“ geschlossen.

Pforzheim, im November. Neustrukturierung des Innungswesens der Edelmetallbetriebe.

Idar-Oberstein, im November. Goldschmied Karl Bock feiert in Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag.

Heilbronn, am 27. November. Pflichtversammlung der Innung im Hotel Schon. Ober­meis­ter Gertler begrüßt besonders den Bezirksinnungsmeister Regelmann.

Kulmbach, im Winter. Goldschmiedemeister Willy Münstermann wird mit dem „Alt­meis­terbrief“ der Handwerkskammer geehrt.

Deutschland, am 2. Dezember. Hitler propagiert die komplette Einbindung aller deutschen „Volksgenossen“ in die Partei- und Staatsorgane und betont: „Sie werden nicht wieder frei, ihr ganzes Leben.

Deutschland, Reichsgesetzblatt, vom 3. Dezember. Durchführung der Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens. Alle Kunstgegenstände, die einen Wert von über 1.000,- RM übersteigen, sind in den öffentlichen Ankaufsstellen zu veräußern. Hanau, im Dezember. Den Professoren der Staatlichen Goldschmiedeschule, August Bock und Willi Gartenbach, ist das silberne Treuedienst-Ehrenzeichen verliehen worden.

München, im Dezember. Goldschmiedemeister Max Heiden, über 44 Jahre bei seinem Bruder Hofgoldschmied Theodor Heiden tätig, verstarb im Alter von 81 Jahren.

Deutschland, im Dezember.

Edelmetallpreise je Gramm:

Feingold = 2,83 RM 

Silber = 0,39 RM

Platin = 3,25 RM.

Für den Bezug von Edelmetallen ist die Devisenstelle in Wien berechtigt, den Verkehr zu regeln. Die Ausweiskarten zum Bezug sind bis zum 31. März 1939 gültig.

Bamberg, im Dezember. Goldschmiedemeister Hans-Joachim Echterling übernimmt das Geschäft von S. Wetzlar.

Deutschland, im Dezember. In der Fachpresse wird das Weihnachtsgeschäft im Schmuckbereich für gut eingeschätzt. „Allgemein 10% besser als im Vorjahr“.

Schwäbisch Gmünd, am 17. Dezember. In der Firma Wilhelm Binder werden während ­eines Betriebsappells zehn Arbeitsjubilare geehrt.

Pforzheim, am 23. Dezember. Bei Rodi & Wienenberger werden durch den Betriebsführer W. Katz langjährige und verdiente Mitarbeiter geehrt.

Deutschland, am 24. Dezember. Edelmetallgesetz, Anordnung 17: Für den Ankauf von Alt- und Bruchgold ist von der Reichsstelle für Edelmetalle die Genehmigung „C“ erforderlich. Anordnung 21: Herstellung von Goldwaren. § 2: Die Herstellung von Goldwaren mit einem Feingehalt von mehr als 585 ist verboten.

Deutschland, am 30. Dezember. Der Reichsbeauftragte der Überwachungsstelle für Edelmetalle von Schaewen veröffentlicht im Reichsanzeiger die „Anwendung Nr. 17“.

Schwäbisch Gmünd. Die Staatliche Höhere Fachschule für Edelmetallindustrie ist im Winterhalbjahr 1938/39 von insgesamt 151 Schülern besucht worden.

1939

Deutschland, am 1. Januar. Es werden „im Reich“ folgende neue Handwerkskammern errichtet: Eger, Reichenberg, Aussig und Troppau.

Hamburg, am 1. Januar. Goldschmiedemeister Gerhard Samstag übernimmt den Betrieb von Ewald Matthies in der Lindenallee 5.

Lauban, am 1. Januar. Goldschmiedemeister Erich Pohl übernimmt die Goldschmiede seines Vaters Rudolf Pohl (Gegr. 1899).

Leipzig, am 11. Januar. Die Gold- und Silberschmiedeinnung hält ihre Jahresfeier mit der Uhrmacherinnung im Festsaal des Zentral-Theaters ab.

Hamburg, im Januar. Goldschmiedemeister J. F. Goldmann eröffnet in den Kolonnaden 13 sein eigenes Geschäft. Hagen i. W., im Januar. Die Witwe Eva Dupré, geb. Crecelius, ist neue Inhaberin der Firma Ed. Dupré.

Breslau, im Januar. Der Breslauer Oberbürgermeister sucht für die Meisterschule des deutschen Handwerks eine Lehrkraft für die Abendklasse der Gold- und Silberschmiede. Bedingung u. a.: „arische Abstammung“.

Idar-Oberstein, im Januar. Innungsversammlung mit Wahl. Wiedergewählt zum Obermeister wird Goldschmiedemeister Lorenz. Fachschullehrer Hilpert hält einen Lichtbildervortrag über Buchführung im Handwerk. Der Goldschmiedemeister Philipp Wilhelm Wenzel ist im Alter von 74 Jahren verstorben.

Hildesheim, am 22. Januar. Obermeister Walter Märtens lädt zur Innungsversammlung ins Gildehaus, Kreuzstraße, ein. Gäste: Dr. Bruckmann von der Handwerkskammer, Dr. Saß von der Kreishandwerkerschaft und der Bezirksinnungsmeister Höfer aus Hannover. Dr. Bruckmann schildert die innige Verbundenheit des Handwerks mit den Beauftragten für den Vierteljahresplan des Generalfeldmarschall Göring. Höfer erklärt, dass der Goldbezugsschein und die Genehmigung zum Erwerb von losen Brillanten vorläufig noch Gültigkeit besitzen.

Deutschland, am 24. Januar.

Edelmetallankaufpreise per Gramm:

800 Silber = 0,28 RM

Feinsilber = 0,37 RM

Platinbruch = 2,90 RM

Augsburg, am 26. Januar. Goldschmiedemeister Max Götte, Karolinenstraße 15, feiert sein 40-jähriges Betriebsjubiläum.

Saarbrücken, am 28. Januar. Die Innung Saarpfalz hält Versammlung und Wahl ab. Obermeister Sparn, Schriftführer Thinnes. Fünf neue Mitglieder treten bei: Wilhelm Wagner, Alfred Lehnert, Rudolf Blumann aus Saarbrücken; Willi Keller, Saarlautern; Fritz Menn, Rockerhausen.

Halle, am 29. Januar. Außerordentliche Innungsversammlung im „Coburger Hofbräu“. Obermeister Scharpe eröffnet und begrüßt den Geschäftsführer des RIV, Pg. Leidicke, und den stellvertr. Präsidenten der HWK, Pg. Tittel, sowie Obermeister Fritsch aus Magdeburg und den Obermeister Heinzelmann aus Dessau.

Liegnitz, am 1. Februar. Silberschmiedemeister Max Rinn, Breslauer Str. 31, feiert sein 40-jähriges Meisterjubiläum.

Liegnitz, am 2. Februar. Der Silberschmiedemeister Paul Sandig (geb. in Breslau) feiert in körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag.

Leipzig, am 5. Februar. Quartalsversammlung der Innung. Gast: Ratsherr Friedemann. Themen: ÜWST-Edelmetalle, Diamanthandel, Sicherstellung von Gold- und Juwelenschmuck aus jüdischem Besitz. Über den Berufswettkampf berichtet Studienrat Schäfter.

Mainz, am 5. Februar. Zweite Stabssitzung der Landesinnung Hessen. Auf Grund des RIV-Rundschreibens über den Einsatz des jüdischen Vermögens wird eine Stabssitzung einberufen. Geladen und anwesend die Fachgruppenleiter, Obmänner und Obermeister, dazu die Verhandlungsmänner zu den Leihhäusern der Region. Die anstehenden Aufgaben werden durchorganisiert.

Breslau, am 6. Februar. Obermeister Eispert begrüßt 77 Mitglieder zur Innungspflichtversammlung und besonders den Bezirksinnungsmeister Adolf. Hauptthema: Freisprechung der 14 Gehilfen.

Wien, am 9. Februar. Der als Staatskommissar in der Privatwirtschaft bestellte Abwickler des Juwelen- und Uhrenfaches, Andreas Käs, für Liquidation und Arisierung des Faches macht bekannt, dass 654 Unternehmungen in sein Ressort fallen.

Dresden, am 10. Februar. Pflichtversammlung der Goldschmiedeinnung im Johannishof. Obermeister Waibel eröffnet um 20 Uhr. Themen: Es berichten die Gesellenwarte Keppler und Frötschner und Lehrlingswart Scharf. Ausgelegt sind die Gesellenstücke. Linke und Hampe erhalten dafür eine Anerkennung. Die Lehrlinge Hofmann und Friedel werden vom RIV als Bezirksbeste der Zwischenprüfung mit Urkunden geehrt. TOP 3: Die Antragsbogen der Genehmigungsscheine zum Bezug von Edelmetall bzw. der Umgang mit losen Brillanten.

Jülich, am 12. Februar. Der seit 1889 selbstständige Goldschmied Arnold Samans und Gattin feiern goldene Hochzeit (84 und 78 Jahre alt). Sohn Wilhelm führt das Geschäft.

Köln, am 14. Februar. Der ehemalige Leiter der Goldschmiedeklasse an der Kunstgewerbeschule (bis 1933), Ernst Riegel, ist im Alter von 67 Jahren verstorben.

Leipzig / Berlin, im Februar. Die „neue linie“, Kunstzeitschrift des Verlages Otto Beyer, Leipzig, ruft im Heft 6 Jg. 10 zum Schmuckwettbewerb auf. Aufgabe: „Schmuckstücke oder Entwürfe, in denen Edelsteine aus Idar-Oberstein verarbeitet sind“. Die Arbeiten sind zu richten an den Verlag, Berlin, Schützenstraße 5.

Essen, am 15. Februar. Goldschmiedemeister Franz Brendgen wird 75 Jahre alt. Sein Sohn Ernst, der das Geschäft jetzt führt, wurde 1937 in Paris mit der goldenen Medaille ausgezeichnet.

Deutschland, am 21. Februar. Dritte Anordnung zur Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden. Es wird bestimmt, dass alle Juden deutscher Staatsangehörigkeit und alle staatenlosen Juden die ihnen gehörenden Gegenstände aus Gold, Silber und Platin sowie Edelsteine und Perlen binnen 2 Wochen an die öffentlichen Ankaufsstellen abzuliefern haben. Die Ablieferung erfolgt gegen Entschädigung. Zuständig sind die von den Gemeinden betriebenen Pfandleihanstalten.

Wien, am 24. Februar. In der Wiener Zeitung wird ausführlich über die Abwicklung der jüdischen Unternehmer der Schmuckbranche berichtet. Sitz des Amtes: Wien I., Spiegelgasse 13, 1. Stock.

Deutschland. Reichsberufswettkampf. Angetreten sind 100.000 Teilnehmer. 6.000 gelangten zur Reichsausscheidung. 211 Reichsbeste wurden ermittelt, aus deren Kreis 121 Reichssieger hervorgingen. 1.289 erhielten eine Plakette. Unter den 121 Reichssiegern aller Berufe, vertreten als einziger Goldschmied der Geselle Siegfried Männle, beschäftigt bei Schlüter in Bielefeld, wohnhaft Kastanienstraße 10, Gau Westfalen-Nord. Gausieger im Reichsberufswettkampf werden die Goldschmiedemeister G. Kramer jun. aus Ribnitz und Paul Moeller aus Bayreuth.

Gera, am 26. Februar. Die Frühjahrsversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung findet im „Haus des Handwerks“ statt. Zur gut besuchten Veranstaltung kann OM Neupert besonders Herrn Leidicke vom Reichsinnungsverband begrüßen. Mit dem Ehren­trunk aus dem Friedrich-Neupert-Meisterbecher wird die Versammlung geschlossen.

Leipzig, im Frühjahr. Die Leipziger Messe hat eine Ausstellungsfläche von 186.000 Rechnungsmetern, 9.512 Ausstellern und fast 305.000 Besuchern. Auf der 8. Leipziger Musterschau des Gold- und Silberschmiedehandwerks stellen Otto Bortenreuter und Kurt Reimann, beide aus Dresden, ihre Schmuckarbeiten aus. Als einziger Aussteller aus der Gastgeberstadt präsentiert Walter Donner seine formschönen Produkte.

Berlin, im Frühjahr. Firma H. J. Wilm, Jerusalemer Straße 25. Einzelprokuristin Rose Wilm, geb. Soehlmann.

Dresden, im Frühjahr. Goldschmiedemeister Eugen Waibel hat sein Geschäft von der Ammonstraße 2 nach der Prager Str. 37 verlegt.

Deutschland, im Frühjahr. Die DEGUSSA führt niederkarätige Spezial-Goldlegierungen ein und fasst sie unter dem Namen ORPAL-Gold zusammen.

Berlin, im Frühjahr. Neue Anschrift der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst: Berlin W 50, Nürnberger Str. 13. Erfurt, im Frühjahr. In der Wettkampfgruppe Eisen und Metall des Gaues Thüringen wird der Goldschmied Hans Joachim Baumgard aus Mühlhausen zum 2. Mal Gausieger. Werkstatt Oswald Glaser & Sohn, Erfurt.

Krefeld, am 15. März. Sommersemester an der Meisterschule, Peterstraße 123. Lehrgang für Goldschmiede, Silberschmiede, Graveure und Ziseleure. Teilnahmegebühr 50,- RM.

Dresden, im März. Der Goldschmiedelehrling Hofmann und der Silberschmiedelehrling Friedel erhalten als die Bezirksbesten in der Reichszwischenprüfung des RIV Urkunden.

Deutschland, am 16. März. Böhmen und Mähren werden annektiert und ein Reichsprotektorat errichtet.

Berlin, am 20. März. Tausende von Kunstwerken werden als „entartet“ in der Hauptstadt verbrannt.

Cottbus, am 1. April. In Cottbus kann die Firma F. F. Sack ihr 100-jähriges Geschäftsjubiläum feiern. Friedrich Franz Sack gründete 1839 und übergab das Geschäft 1864 an seinen Sohn Paul. Im Jahre 1898 übernahm Franz Friedrich Sack die Goldschmiede. Lange Jahre war F. F. Sack Obermeister der Innung Frankfurt/O. und Sohn Paul war derzeit Kreisfachgruppenleiter der Fachgruppe 12.

Berlin-Wilmersdorf, am 14. April. Fritz Flamm ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Zur Abschiedsfeier sind Vertreter der Partei, Sturmkameraden und ihrer Gliederungen, Berufskameraden des Juwelier- , Gold- und Silberschmiedehandwerks, des Uhrmacherhandwerks und des Einzelhandels erschienen. In der gefüllten Kuppelhalle hält mit „kurzen markigen Worten“ der Führer des SA-Sturmes Berlin 6 die Gedächtnisrede.

Münster, am 20. April. Reichshandwerksmeister Schramm beruft den bisherigen Be­zirks­innungsmeister für Westfalen, Bernard Lühn, zum Reichsinnungsmeister des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks. Bernard Lühn wurde am 15. Januar 1898 als Sohn einer Handwerkerfamilie in Münster geboren. Als 17-jähriger Primaner meldete er sich nach bestandenem Abitur freiwillig zum Heeresdienst. (Fußartillerie-Bataillon 21). Beförderung zum Offizier als Ballonbeobachter (EK I und EK II), schlug die Offizierslaufbahn ein und studierte einige Semester. Beschloss aber dann, dem Vorbild eines Teiles seiner handwerklichen Ahnen folgend, Goldschmied zu werden. Lehre und Gesellenprüfung in München. Besuch der Fachschule in München. Schüler von Prof. Schneider. 1925 selbstständig. 1928 Meisterprüfung. Obermeister in Münster. Berufung zum Bezirksinnungsmeister durch Reichsinnungsmeister Fritz Flamm. SA-Sturmführer der SA-Gruppe Westfalen ehrenamtlich tätig und Gauschützenführer in NSRL. Gau Westfalen.

Leipzig, am 23. April. Innungsversammlung im Sachsenhof. Obermeister Gäbel gibt den Tod von Fritz Flamm bekannt und stellt in seinen Ausführungen die Berufung des neuen Reichsinnungsmeisters Bernard Lühn dar.

Osnabrück, am 23. April. Obermeister Friedrich Wacker eröffnet die Innungs- und Wahlversammlung. Gewählt werden zum Stellvertreter I. R. Franke, Schriftwart Hämmerling; Kassenwart A. Jacob.

Reichenberg, am 14. Mai. Die Gründung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung im Kammerbezirk Reichenberg, Sitz Gablonz a. N., wird in Reichenberg abgehalten. Der Obermeister Siegfried Scharf begrüßt seine Handwerkskameraden und einen Vertreter der DAF (Deutsche Arbeitsfront). Scharf gibt bekannt, dass er von der Handwerkskammer zum Obermeister der Innung ernannt worden ist und befasst sich in seinen Ausführungen eingehend mit dem Innungsgedanken. Er weist darauf hin, dass in der Tschechei eine Innung oder Genossenschaft nicht bestanden habe, sodass erst jetzt, nach der Befreiung des Sudetengaues, das Innungsleben geweckt werden könne.

Nürnberg, am 15. Mai. Letzter Einreichungstermin für den „Wettbewerb Ehrenpokal“ der Stadt der Reichsparteitage, Nürnberg.

Deutschland, am 17. Mai. Eine Volkszählung im Deutschen Reich ergibt ohne Österreich eine Bevölkerungszahl von knapp 70 Millionen.

Frankfurt/M., vom 19. bis 21. Mai. Tage des Deutschen Handwerks.

Deutschland, am 22. Mai. Mit dem „Stahlpakt“ erneuern das Deutsche Reich und Italien die „Achse Berlin-Rom“. Künftige Expansionen sollen aufeinander abgestimmt werden. Für den Kriegsfall sichern sich beide Staaten Waffenhilfe zu.

Bremen, am 1. Juni. Mit dem Lloyd-Dampfer Columbus erfolgt der Start der 2. Amerika-Studienfahrt des Edelmetall- und Uhrengewerbes nach den USA. Ankunft in New York am 9. Juni, Aufenthalt bis 20. Juni, Rückreise mit dem Dampfer Europa am 21. Juni. Programm: Besichtigung der Weltausstellung, Fachbetriebe, die Niagarafälle, Detroit, Chicago, Washington und Lancaster. Kosten der Reise insgesamt pro Person: 1.265,- RM.

Hannover. Goldschmiedemeister August Düe verlegt sein seit 40 Jahren bestehendes Geschäft von Burgstraße 40 in die neu erbaute Altstadt, Ballhofstraße 10.

Leipzig, im Juni. Im Heft 10 der „neuen linie“ 10. Jg. werden die Ergebnisse des Schmuckwettbewerbes abgebildet. 1. Preis: Halsschmuck von Fries-Arauner aus Augsburg.

Ulm, am 4. Juni. Der Obermeister Otto Ehinger begrüßt seine Mitglieder der Gold- und Silberschmiede-Innung zur Versammlung und heißt den Bezirksinnungsmeister A. Regelmann aus Stuttgart besonders willkommen. Gedacht wird dem verstorbenen Reichs­innungsmeister Fr. Flamm. Vor dem Mittagessen in den „Drei Kannen“ werden noch Silberbedarfsscheine an die Mitglieder verteilt.

Luxemburg, vom 2. bis 5. Juli. Der VII. Internationale Kongress des Edelstein-, Edelmetall und Uhrengewerbes (BIBOA) findet statt.

Berlin, am 28. Juli. Bei der Eröffnung der Rundfunkausstellung wird der Einheitsfern­seher E1 in Größe eines Radiogerätes präsentiert.

Berlin, am 26. August. Die NSDAP sagt den für Anfang November geplanten Reichsparteitag ab.

Gleiwitz, am 31. August. Zur Schaffung eines Vorwandes für den Krieg gegen Polen überfallen als polnische Soldaten verkleidete Angehörige des deutschen Sicherheitsdienstes (SD) den Rundfunksender Gleiwitz (Oberschlesien). Über den Rundfunk behaupten sie, Gleiwitz sei von Polen besetzt worden.

Deutschland, am 1. September. Mit der Beschießung von polnischen Munitionslagern auf der Westerplatte bei Danzig durch das deutsche Linienschiff „Schleswig-Holstein“ beginnt der Überfall auf Polen und damit der Zweite Weltkrieg. Die deutsche Wehrmacht marschiert ohne Kriegserklärung in Polen ein. Im Deutschen Reich gelten Kriegsbedingungen: Nachts herrscht Verdunkelung, abendliche Kulturveranstaltungen werden untersagt. Das Hören ausländischer Radiosender wird unter Zuchthausstrafe gestellt. Juden erhalten ein Ausgehverbot. Es kommt zu willkürlichen Erschießungen.

Deutschland, am 3. September. Großbritannien und Frankreich erklären Deutschland den Krieg, nachdem ein letzter Vermittlungsversuch Mussolinis von Hitler nicht beantwortet wird. Die USA, Italien und Spanien erklären sich für neutral.

Saarland, am 7. September. Französische Truppen rücken ins Saarland ein. Die im Beistandspakt mit Polen vereinbarten Offensiven gegen die deutsche Westfront werden jedoch nicht durchgeführt. Diese erleichtern den deutschen Blitzkrieg gegen Polen.

Deutschland, am 13. September. Neue Anordnung über den Verkehr mit Platin.

Leipzig. Auf der Herbstmesse in Leipzig werden kunsthandwerkliche Goldschmiedearbeiten gezeigt. Besonders erwähnt wird „ein sehr hübscher zu öffnender Ehrenring, der mit einer Leistungsurkunde im Reichsentscheid in Frankfurt/M. ausgezeichnet wurde, er stammt aus der Meisterhand von Ernst Brepohl, Arnstadt“. Weitere Aussteller sind Will Odening, Leipzig; Martin Hildebrandt, Dresden; Gudrun Steineck, Radebeul; Walter Pönsch, Eibau; Albert Thomeé, Hellerau; Irma Gräfe-Schütze, Leipzig; Lieselotte Wirth, Leipzig.

Deutschland, am 29. September. In Deutschland treten neue Lebensmittelverordnungen in Kraft. Sie sehen die Zuteilung von Nahrungsmitteln auf Lebensmittelkarten vor.

Leipzig, im Herbst. Der RIV hält seine 9. Musterschau ab. Vertreten u.a. der bekannte Kirchengoldschmied Erich Adolf.

Bielefeld / Schwarzenberg. Ein Halsschmuck mit hervorragender Granulation von Siegfried Männle wird in der „DGZ“ gezeigt. Siegfried Männle, beschäftigt in der Fa. Schlüter, ist ein Sohn von Oscar Männle, Schwarzenberg.

1940

Leipzig, vom 3. bis 8. März. In der Reichsmessestadt wird die Frühjahrsmesse durchgeführt. Das deutsche Edelmetall- und Uhrengewerbe ist, wie bisher, im Specks Hof zentralisiert (4. Stock, Koje 739).

Wien, vom 10. bis 17. März. Wiener Frühjahrsmesse. Das Wiener Gold- und Silberschmiedehandwerk lädt zum Besuch der gemeinsamen Ausstellungen in den Wiener Messepalast.

Deutschland, am 14. März. Göring ruft zu einer Metallspendensammlung für die Kriegswirtschaft auf.

Deutschland, im März. Es erscheint im Fachblatt ein Artikel mit Skizze unter der Überschrift: „Zugkräftige Schaufensterwerbung während der Verdunkelung“.

Deutsches Protektorat, im Frühjahr. Das Ministerium teilt mit, dass Organisationen oder Verbände des Protektorates sich bestehenden deutschen Organisationen anzuschließen haben oder sich auflösen.

Pforzheim. Dr. Herbert Hafner – Sohn des Robert Hafner – ist gestorben.

Deutschland, am 3. Mai. Das Reichsluftfahrtbundesamt ordnet eine einheitliche und allgemeine Verdunkelung für ganz Deutschland zwischen Sonnenuntergang und -aufgang an.

Helsinki, am 3. Mai. Die angesetzten Olympischen Spiele werden abgesagt.

Deutschland, am 4. Mai. Neue gesetzliche Bestimmungen über die Herstellung von Edelmetallwaren.

Bielefeld. Siegfried Männle legt die Meisterprüfung ab. Sein Prüfungsstück: ein silberner Teller mit 19 Sportlern unterschiedlicher Disziplin in hervorragender Granulation.

Deutschland. Handwerker-Wettkampf. „Der HWK 1940 unterliegt selbstverständlich, wie alles im Leben, dem Gesetz des uns aufgezwungenen Krieges.“… „Die Teilnahme der Goldschmiede z. B. ist dadurch gesichert, dass Eisen und Silber in diesem Jahr ihre Werkstoffe bilden.“

Deutschland. Die Meisterprüfungsgebühr wird im Handwerk mit 60,- RM festgelegt.

Deutschland, am 10. Mai. Das Gesetz über die Herstellung von Goldwaren wurde erweitert.

Freiburg, am 10. Mai. Versehentlich bombardieren deutsche Flugzeuge Freiburg im Breisgau. Der Angriff dient später zur Rechtfertigung des Bombenkriegs gegen Großbritannien.

Deutschland, am 6. Juni. Das Wirtschaftsministerium erhält umfassende Vollmachten für die Rationierung von Waren und Lebensmitteln in Deutschland. Deutschland, am 25. Juni. Als „Gemeinschaftshilfe“ des deutschen Handwerks bezeichnet, wird die „Umlage“ eingeführt. Hohe Tauern. Den Bergbau auf Gold nimmt die PREUSSAG erneut auf.

Deutschland, am 18. September. Die Kunst- und Kulturwerke der jüdischen Bankiers­familie Rothschild in Frankreich werden nach Deutschland transportiert. Teile davon kommen in den Privatbesitz von Hermann Göring und Alfred Rosenberg.

Deutschland, am 23. November. Die Erlasse des Reichswirtschaftsministers über die Berufsausbildung treten in Kraft.

Deutschland, am 18. Dezember. Hitler gibt die Weisung für den Fall „Barbarossa“ aus. Damit wird der deutsche Angriff auf die Sowjetunion für Mai 1941 vorbereitet.