Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V. header image 5

1941 – 1950

1941

Deutschland, am 13. Januar. Martin Bormann verfügt als Stabsleiter von Rudolf Heß die Umwandlung von Klöstern in staatliche Einrichtungen, u. a. Erziehungsanstalten und Urlaubsheime.

Dresden. An der Kreuzkirche 3 befindet sich die „Goldschmiede-Bedarfs-Handlung“ von Horst Berger.

Moskau, am 29. Juni. Die sowjetische Regierung ruft den „Großen Vaterländischen Krieg“ zur Verteidigung des Landes aus.

Deutschland. Das Wertverhältnis Gold und Silber liegt bei 100 : 1. Moskau, am 21. Juli. Erstmals bombardieren deutsche Flugzeuge die sowjetische Hauptstadt.

Münster, am 3. August. Der Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen bezeichnet in einer Predigt die von der NSDAP angeordnete Massentötung von Geisteskranken als „Ermordung Unschuldiger“.

Deutschland, am 4. August. Der Reichsarbeitsdienst für Mädchen wird um 6 Monate Kriegshilfsdienst verlängert.

Deutschland, am 17. September. Im Deutschen Reich werden erstmals Todesurteile für das Hören ausländischer Rundfunksender verhängt.

Dresden. Im Buchwettbewerb „Die Goldschmiedekunst der deutschen Städte“ ausgeschrieben von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, wird Walter Holzmann 1. Preis­träger.

1942

217Deutschland, am 1. Februar. Für eine Rationierung des Tabaks werden im Deutschen Reich Raucherkontrollkarten eingeführt.

Deutschland, am 9. Februar. Um Treibstoff für den Krieg zu sparen, verbietet das Reichsverkehrsministerium private Fahrten mit dem Auto.

Deutschland.

Goldankaufspreise:

Basis 3,20 M. à Gramm Feingold.
1 g 333/- = 1,06 M  1 g 585/- = 1,87 M  1 g 750/- = 2,40 M

Lübeck, am 28. März. Beim ersten Flächenbombardement auf eine deutsche Großstadt wird die Innenstadt von Lübeck von der britischen Luftwaffe zerstört.

Köln, am 30. Mai. Mit dem Einsatz von 1.000 Bombern zerstört die britische Luftwaffe die gesamte Kölner Innenstadt.

München, am 4. Juli. Propagandaminister Joseph Goebbels eröffnet in München die 6. Große Deutsche Kunstausstellung mit Werken von 680 Künstlern.

Peenemünde, am 3. Oktober. Auf der Ostseeinsel Usedom gelingt der erste Start einer A4-Rakete. Die „Vergeltungswaffe“ erhält später den Propagandanamen V2. Es handelt sich um die erste Fernrakete der Welt.

Hanau, am 18. Oktober. Weihe des Deutschen Goldschmiedehauses in Hanau. Im Rahmen von Veranstaltungen, das 170-jährige Bestehen der Zeichenakademie und das  10-jährige Bestehen der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, wird die Weihe gefeiert. Das Haus selbst, ursprünglich 1537 als Rathaus erbaut, 1768 völlig umgebaut und verändert, wird vom Hanauer Geschichtsverein erworben und 1903 als Museum eröffnet. ­Initiator des Vorhabens war Ernst J. Zimmermann, Vors. des Hanauer Geschichtsvereins, der das Haus nach den alten Plänen in neuem Glanz erstrahlen lässt. Etwa 40 Jahre dient das Haus dem Geschichtsverein als Bleibe und Ausstellungsstätte, bis sich der bekannte Berliner Juwelier Ferdinand Richard Wilm, früher selbst Schüler der Hanauer Zeichen­akademie, für das Haus interessiert. Wilm: Gründer der Gesellschaft für Goldschmiedekunst.

Stalingrad, am 10. November. Nach schweren Kämpfen ist der 6. Armee unter Generalmajor Friedrich Paulus die Einnahme Stalingrads gelungen. 12 Tage später schließt die Rote Armee die 6. deutsche Armee mit insgesamt 284.000 Soldaten in Stalingrad ein.

Deutschland, am 6. Dezember. Als Mitglied des Exilvorstandes der SPD fordert Erich ­Ollenhauer die Emigranten zur Planung der Zeit nach dem NS-Regime auf.

1943

223Berlin, am 1. Januar. Auf das „Goldschmiedehaus“, Blücherstraße 19, wird eine Abgeltungshypothek in Höhe von 58.300,- RM aufgenommen.

Stalingrad, am 2. Februar. Mit der Kapitulation der letzten Wehrmachtstruppen in Stalingrad gehen über 100.000 Soldaten in sowjetische Gefangenschaft.

Deutschland, am 4. Februar. Reichswirtschaftsminister Walter Funk befiehlt, alle nicht kriegswichtigen Betriebe des Handwerks, Handels und Gaststättengewerbes zu schließen.

Deutschland. Träger des Ehrenringes der Goldschmiedekunst 1943 ist Herbert Zeitner.

Paris, am 27. Mai. Die deutschen Besatzer verbrennen rund 500 Kunstwerke, darunter Bilder von Paul Klee, Max Ernst und Pablo Picasso.

Leipzig. Der Diebener-Verlag stellt das Erscheinen des Goldschmiedekalenders „bis auf Weiteres“ ein.

Deutschland, am 1. Januar. Im Deutschen Reich werden neue Postleitzahlen eingeführt.

Deutschland, am 20. Februar. Die groß angelegte Luftoffensive („Big Week“) der Alliierten gegen deutsche Industrie- und Rüstungseinrichtungen beginnt.

Augsburg, am 25. Februar. Die Innenstadt von Augsburg wird durch einen Bomben­angriff fast völlig zerstört.

Berlin, am 1. März. Mit der „Verlags-Sperrliste“ gibt die Reichspressekammer ein Verbot zahlreicher deutscher Verlage bekannt, unter ihnen Brockhaus, Westermann und Goldmann.

Leipzig. Das Klammerbuch, neu bearbeitet von Christian Schwahn, erlebt im Schlag-Verlag seine 3. Auflage.

Deutschland, am 31. März. Alle Eltern im Deutschen Reich werden aufgefordert, in luftkriegsgefährdeten Gebieten die Kinderlandverschickung zu unterstützen.

Deutschland. Das Wertverhältnis Gold und Silber liegt bei etwa 78 : 1.

Westeuropa, am 6. Juni. Mit 6.000 Schiffen beginnt in der Normandie die Invasion der ­Alliierten in Westeuropa. Mit der Landung von 150.000 Soldaten werden mehrere Brückenköpfe gebildet. Auch wegen der Lufthoheit der 14.000 alliierten Bomber können die deutschen Einheiten keine entscheidende Abwehr leisten.

Deutschland, am 8. September. Erstmals wird die von Wernher Freiherr von Braun entwickelte V2-Rakete zum Angriff auf London eingesetzt.

Trier, am 11. September. Alliierte Truppen erreichen das Reichsgebiet.

Niederlande, am 17. September. Mit der größten Luftlandeaktion des Weltkrieges setzen die Alliierten 35.000 Mann hinter der deutschen Westfront in den Niederlanden ab. Die geplante Besetzung von Rheinübergängen durch die Alliierten schlägt jedoch fehl.

Deutschland, am 25. September. Hitler ordnet die Erfassung aller wehrfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren für den „Volkssturm“ an.

1945

Deutschland, am 30. Januar. Adolf Hitler ruft in einer Rundfunkansprache zum „Endsieg“ auf und verweist auf den Einsatz von „Wunderwaffen“.

Berlin, am 3. Februar. Bei einem schweren Luftangriff der Amerikaner kommen in Berlin 22.000 Menschen ums Leben.

Dresden, am 13. und 14. Februar. Britische und amerikanische Flächenbombardements zerstören Dresden fast völlig.

Mannheim. Die amerikanische Militärregierung veranlasst die Bildung einer Gold- und Silberschmiede-Innung für den Bezirk Mannheim-Heidelberg-Wertheim. Obermeister wird Friedrich Schweigert.

Freiberg. Prof. Dr. Karl Schloßmacher (geb. 10. Juli 1887 in Offenbach/M.) lehrt an der Bergakademie Freiberg. Geht von da aus nach ca. 2 Jahren in den Westen und gibt Geologie an der Landesanstalt Hannover.

Berlin, am 22. April. Die Rote Armee dringt in das Stadtgebiet Berlin ein.

Torgau, am 25. April. An der Elbe treffen sich erstmals sowjetische und amerikanische Einheiten in Deutschland.

Dresden. „Verlorene Kunst“. Das Grüne Gewölbe ist geräumt und viele Kunstwerke sind verschollen. Darunter auch die Werke der Dinglingers: „Der Hofstaat des Großmoguls“ und „Kinderbacchanal“.

Deutschland, am 8. Mai. Bedingungslose Kapitulation der Hitler-Wehrmacht.

Deutschland, am 15. Mai. Erste Ausgabe der „Täglichen Rundschau“, der ersten deutschsprachigen Zeitung nach Kriegsende.

Zwickau (SBZ), am 1. Juli. Die Zwickauer Edelschmiede wird gegründet. H. Albrecht geht nach dem „Westen“, aus dessen Betrieb wird später ein VEB gebildet. Der VEB Zwickauer Edelschmiede entwickelt sich zum größten Betrieb der Branche in der DDR. Spezialität: Uhrengehäuse, Melanaise-Armbänder, Schmuck und Trauringe.

Sowjetische Besatzungszone, am 1. bis 4. Juli. Sowjetische Truppen besetzen die von den Amerikanern geräumten Gebiete in Sachsen und Thüringen sowie die von den Briten geräumte Küste Mecklenburgs.

Sowjetische Besatzungszone, am 9. Juli. Die sowjetische Militäradministration verfügt die Bildung der Länder Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg und Sachsen-Anhalt in der Sowjetischen Besatzungszone.

Ostzone, im Juli. Die sowjetische Militäradministration installiert in den Großstädten und auch in kleineren Orten Stadtfunkanlagen. Die Lautsprecheranlagen, in Leipzig waren es 75 an der Zahl, berieselten das Publikum mit Propaganda, Nachrichten und Musik an beliebten Stellen und Plätzen. Diese Einrichtungen verfielen immer mehr und als letzte von allen, war die von Leipzig noch 1998 in Betrieb.

Köln. Gold- und Silberschmiedemeister A. Wortmann (geb. 3. 2. 1904), beginnt seine Selbstständigkeit als Goldschmied. Gehilfenprüfung mit Auszeichnung, Kunstgewerbeschule Köln, 1935 Meisterprüfung mit Auszeichnung. Während des Krieges „U.K.“ gestellt wegen der Erfindung und Ausführung einer künstlichen Hand.

Berlin, im Sommer. Das Berliner Goldschmiedehaus in der Blücherstraße wird beschlag­nahmt und zwangsverwaltet.

Sachsen, am 11. September. Die Landesverwaltung Sachsens verordnet die „Enteignung der Kriegsverbrecher“. Amerikanische Besatzungszone, am 19. September. Bildung der Länder Bayern, (Groß-) Hessen und Württemberg-Baden durch Proklamation der US-Militärregierung. Im Gebiet des Taunus. Viele Betriebe aus dem Böhmerland, besonders aus Gablonz, siedeln sich an und gründen Glas verarbeitende und Schmuckbetriebe.

Berlin, im Herbst. Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Präsident Wilm, wird von der sowjetischen Militärregierung aufgelöst.

1946

225Amerikanische Besatzungszone, am 20. Januar. Erste freie Gemeinde-Wahlen seit 1933.

Stuttgart, am 1. Februar. Es erscheint die erste Ausgabe der von Erich Kästner herausgegebenen Jugendzeitschrift „Der Pinguin“. Schwäb. Gmünd. Prof. Möhler baut die Goldschmiedeinnung auf und bleibt OM bis 1966.

Freiberg-Halsbrücke, am 22. Februar. Der Scheideanstalt „Saxonia“ ist noch keine Arbeitsgenehmigung erteilt worden. Die Bearbeitung durch die sowjetische Militäradmi­nis­tration (Dresden, Bautzener Str. 130) verzögert sich. Saxonia schreibt die Innungen an und erbittet von den Goldschmieden, durch Eingaben Druck zu machen.

Görlitz, am 3. März. Beschlagnahme des Maschinenparks und des gesamten Materials bei der Fa. Sachse & Kohl. Weil auch das angelieferte Silber der Kunden mit beschlag­nahmt wurde, hat der Obermeister bei der Handwerkskammer um Freigabe nachgesucht.

Wolfsburg, am 16. April. Der 1000. Personenkraftwagen seit Kriegsende läuft im Volkswagenwerk vom Band.

Leipzig, am 8. Mai. Eröffnung der ersten deutschen Nachkriegsmesse in Leipzig.

Hamburg, am 15. Mai. Eröffnung einer Kunstausstellung mit während des Nationalsozialismus verbotenen Werken von Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Käthe Kollwitz und Max Beckmann.

Görlitz, am 23. Mai. Die Handwerkskammer versendet das Rundschreiben Nr. 7 an alle bestehenden Innungen. Von der Goldschmiedeinnung wird verlangt, bis spätestens 29. Mai alle Kassenbestände nebst Abrechnung der Handwerkskammer zu übergeben.

Sachsen, am 25. Mai. Auf Grund der Durchführungsverordnung über die Errichtung der Handwerkskammer für das Bundesland Sachsen gelten mit Wirkung vom 25. Mai d. J. selbstständige Innungen als aufgelöst. Ab sofort wird dem OM der Titel „Sachbearbeiter“ zuerkannt. Innungsstempel dürfen nicht mehr verwendet werden.

Hamburg, im Juni. Die Hamburger Goldschmiedeschule wird wieder eingerichtet. Obermeister Brandt eröffnet das Haus.

Deutschland, am 30. Juni. Einführung des Interzonenpasses. Deutsche dürfen ab sofort über die Besatzungsgrenzen hinaus reisen. München, am 3. August. Eröffnung der ersten Exportschau der bayrischen Wirtschaft seit Kriegsende.

Bonn, am 5. August. Die Gold- und Silberschmiedeinnung wird unter Leitung des OM Emil Rodd gegründet. 

Britische Besatzungszone, am 23. August. Bildung der Länder Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein durch die britische Militärregierung.

Französische Besatzungszone, am 30. August. Bildung des Landes Rheinland-Pfalz aus dem Zusammenschluss der Pfalz, Teilen der Provinz Hessen-Nassau und dem linksrheinischen Teil Hessens durch die französische Besatzungsmacht.

Arnstadt. In der Stadt wird eine so genannte Bezirksfachklasse, in der die Goldschmiedelehrlinge mehrerer Lehrjahre gleichzeitig ausgebildet werden, gegründet.

Leipzig, im September. Goldschmiedemeister Will Odening zieht nach Crimmitschau. Bonn. Die Goldschmiede der Stadt verlassen die Kölner Innung und bilden eine selbst­ständige Innung.

Pforzheim. Robert Hafner sen. gestorben. Er stand über 50 Jahre an der Spitze des Unternehmens.

Leipzig, am 7. Oktober. Die „Handwerkergenossenschaft der Juweliere, Gold- und Silberschmiede Westsachsens“ wird gegründet.

Hamburg, am 17. Oktober. Gründung des Zonenverbandes der Gold- und Silberschmiede mit Sitz in Hamburg.

Ostzone, im Herbst. In fast allen größeren Städten des Landes werden sogenannte Tauschzentralen eingerichtet. Für angebotene Waren werden „Punkte“ nach dem Wert der Ware ausgegeben, die dann zum Bezug von anderen Gebrauchtwaren in Zahlung ­genommen werden.

Deutschland, am 29. Oktober. Nach der Volkszählung hat Deutschland eine Fläche von 356.400 qkm und eine Bevölkerung von 65,9 Millionen Menschen, davon sind 29,3 Millionen männlich und 36,6 Millionen weiblich. Auf die einzelnen Besatzungszonen entfallen:
Bevölkerung in Millionen    Fläche in 1000 qkm
Sowjetische Zone, ohne Berlin    17,3    107,2
Berlin     3,2      0,9
Amerikanische Zone    16,7    107,0
Britische Zone    22,8     98,5
Französische Zone     5,9     42,8

Deutschland, am 1. November. Bildung des Landes Niedersachsen durch Zusammenschluss der Provinz Hannover und der Länder Oldenburg und Braunschweig.

Kiel, im Herbst. Goldschmiedemeister Emil Lehmann wird zum Landesinnungsmeister von Schleswig-Holstein gewählt. Im März 1920 wird er in den Vorstand des damaligen Verbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede gewählt und übernimmt das Amt des Schriftführers. Da die Innung ihren Sitz in Altona hat, wird er auch zum Bezirks­meister für Kiel ernannt.

1947

251Deutschland, am 21. Januar. Endgültige Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen unter Einschluss von Lippe-Detmold.

Ahlen, vom 1. bis 3. Februar. Vom Zonenausschuss der CDU der britischen Besatzungszone wird ein umfangreiches Sozial- und Wirtschaftsprogramm, das so genannte Ahlener Programm, verabschiedet, in dem unter anderem die Verstaatlichung der Schlüssel­in­dus­trien verlangt wird.

Pforzheim. Die „Zunft Turm“ arbeitet wieder. Vorsitzender ist W. Königsberger.

Nordrhein-Westfalen, am 27. März. In fast allen größeren Städten des Landes beginnen Streiks und Massenkundgebungen hungernder Arbeiter.

Hamburg. Goldschmiedemeister Rosemarie Berner (geb. 1919 in Bernburg/Saale) wird freischaffend selbstständig. Studierte 1936 an der Kunstakademie Berlin bei Prof. Zeitner, danach Meisterschülerin in Berlin und kam 1946 zu H. J. Wilm nach Hamburg.

Hannover, am 11. Juni. Auf der Tagung des H.I.V. werden Richtlinien für Anlernlinge und Umschüler beschlossen. Hauptinnungsmeister Franz Lebeda. Sowjetische Besatzungszone, am 21. Juli. Die ehemaligen preußischen Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt erhalten Länderstatus.

Leipzig. Der Wilhelm-Diebener-Verlag, ausgebombt in der Messestadt, aber noch teilweise in Leipzig aktiv, gibt für Ost-Handwerker einen Informationsbrief der Uhrmacher-Woche und der Goldschmiede-Zeitung, heraus. Das Blatt – hektographiert und auf billigem Papier – ist ein wichtiger Helfer für die Branche der Ostzone.

Ost-Berlin, vom 20. bis 24. September. 2. Parteitag der SED. Der stellv. Parteivorsitzende Walter Ulbricht fordert die Einführung der Planwirtschaft in der SBZ und die Umwandlung der SED in eine „Partei neuen Typus“ nach dem Vorbild der sowjetischen KPdSU.

Görlitz, am 30. Oktober. Mitgliederversammlung der Berufsgruppe der Gold- und Silberschmiede des Kreises Görlitz.

Saarland, am 8. November. Verabschiedung der saarländischen Verfassung, die den wirtschaftlichen Anschluss des Saarlandes an Frankreich und die politische Autonomie vorsieht.

Görlitz, am 14. November. Wahlversammlung der Berufsgruppe der Gold- und Silberschmiede. 16 Handwerker tragen sich in die Anwesenheitsliste ein. Zum ersten OM der Nachkriegszeit wird Bruno Janka gewählt.

Aue / Schwäbisch Gmünd. Die Silberwarenfabrik von August Wellner aus Aue eröffnet auf der Leutzestraße 19 in Schwäbisch Gmünd einen Betrieb.

Homburg v.d.H., am 10. Dezember. Unter der Leitung des HWK-Präsidenten Schöppler, Wiesbaden, wird eine bizonale Handwerkerkonferenz abgehalten.

US-Zone, im Dezember. Über die Preisgestaltung für Schmuck, Antiquitäten, Kunst- und Sammlergegenstände wird die Anordnung PR 22/47 wirksam. Es treten verschiedene Auffassungen betreffs der Auslegung auf.

1948

Hamburg, im Januar. Der H.I.V. beschließt ein „handwerkliches Gütezeichen“ zu schaffen. Gleichzeitig wird nach einem wirksamen Musterschutz für das zu schaffende Zeichen gesucht.

Hamburg, am 25. Januar. Der Hauptinnungsverband für das Gold- und Silberschmiedehandwerk mit Sitz in der britischen Zone verschickt ein Rundschreiben in die „Westzonen“. Dabei hat der Hauptinnungsmeister Franz Lebeda die Aufgabe übernommen, die Landesinnungen der beiden Westzonen zu einer gemeinsamen Tagung nach Hamburg zu bitten. Themen: Allgemeine Aussprache der Goldschmiede der US-Zone, der LIM ­Bayern, Württemberg, Baden und Hessen sowie der britischen Zone.

Essen. Das Handelshaus für Uhrmacher und Goldschmiede Oskar Leiber wird gegründet.

Hamburg, im Frühjahr. Die Berufsfachverbände der amerikanischen und der britischen Besatzungszone schließen sich zusammen. Es kommt zur Gründung des Verbandes der vereinten Westzonen. Goldschmiedemeister Lebeda aus Hamburg wird Vorsitzender „Nord“ und Goldschmiedemeister Winkler aus Augsburg Vorsitzender „Süd“.

Berlin, am 1. April. Beginn der „kleinen“ Berlin Blockade: Behinderung des Verkehrs durch sowjetische Inspektionen und Behinderungen westalliierter Militärreisender; später werden die Maßnahmen der SMAD auch auf den zivilen Personen- und Güterverkehr zu Wasser und zu Lande ausgedehnt.

Hannover, vom 22. Mai bis 5. Juni. Die Goldschmiede unterhalten einen Gemeinschaftsstand auf der Exportmesse Hannover.

Westdeutschland, am 20. Juni. Einführung der D-Mark in den westlichen Besatzungs­zonen.

Ostdeutschland, am 23. Juni. Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone.

Berlin, am 24. Juni. Die SMAD beginnt die Großblockade der Berliner Westsektoren zu Lande und zu Wasser als Reaktion auf den gescheiterten Versuch, ihre (Ost-)Währungsreform auf Gesamtberlin auszudehnen; die Westmächte führen in ihren Sektoren die D-Mark ein.

West-Berlin, am 26. Juni. Beginn der britisch-amerikanischen Luftbrücke zur Versorgung West-Berlins mit Waren und Lebensmitteln.

Heidelberg, am 25. Juli. Im Hotel „Bratwurstglöckle“ in Heidelberg wird die Innung der Gold- und Silberschmiede gegründet. Die Gründung erfolgt durch Goldschmiedemeister Karl Kley, der auch zum Obermeister gewählt wird. Trennung von der Mannheimer Innung.

Hannover, im Sommer. Der Goldschmiedeobermeister von Hannover, Fritz Schneider, wird vom Zentralinnungsverband (ZIV) in die Arbeitsgemeinschaft Uhren und Schmuck des vereinigten Wirtschaftsgebietes, Sitz Frankfurt/M., bestellt.

257Stuttgart, im Sommer. Bei der ZIV-Tagung in Stuttgart wird die Errichtung von Genossenschaften für das Gold- und Silberschmiedehandwerk eingehend erörtert. Im Verfolg der Stuttgarter Beschlüsse hat die Hamburger Innung eine Genossenschaft errichtet und auch die Stuttgarter haben inzwischen die EXAURO-Genossenschaft der Gold- und Silberschmiede Württemberg-Baden für Ein- und Verkauf eGmbH gegründet. Aus München geht ebenfalls die Nachricht ein, dass die bayrische Einkaufsgenossenschaft wieder ins Leben gerufen wurde. Das Gleiche wird aus Augsburg vermeldet.

Leipzig. Die Firma Georg Jacob GmbH, Leipzig, und die Firma Horst Berger, Dresden, bieten als Fachhändler Werkzeuge und Goldschmiedezubehör im „Informationsblatt“ an. Arnsberg. Im Auftrage der Handwerkskammer Arnsberg mit interessierten Goldschmieden schließen sich 10 Goldschmiede zu einer Innung mit Sitz Iserlohn zusammen. Zum Obermeister wird Carl Ruchser gewählt. Sein Stellvertreter wird Peter Schneider. Die Innung tritt sofort dem ZIV bei.

Ost-Deutschland. Im „Informations-Blatt“ für die Ostzone, vom Rühle-Diebener-Verlag machen Reklame: Th. Wehrle, Chemnitz, Rosenstraße 21; Willy Albert KG, Dresden, Commeniusstr.; Unter Chiffre: „Suche Drehstuhl komplett, evtl. Tausch gegen Radio, Staubsauger oder anderem Gewünschten.“

West-Deutschland. „Diebeners Leitfaden für die Meisterprüfung im Gold- und Silberschmiedehandwerk“, gedruckt bei Richard Markewitz, Mühlhausen, kommt im Sommer auf den Markt.

Ost – Deutschland, im Oktober. Im „Informations-Blatt“: „Goldschmiedebedarf liefert nach allen Zonen zuverlässig, prompt und preiswert gegen Zahlung in Ihrer Währung. Das fortschrittliche, alteingeführte Spezialhaus für den gesamten Goldschmiedebedarf Wilhelm Woeckel, Leipzig C 1.

Kiel, am 20. Oktober. Innungsversammlung in Kiel. Themen: Währungsreform, Edelmetallbewirtschaftung, Preisgestaltung, Gewerbefreiheit u. a. Eingehend wird die Lehrlingsausbildung besprochen.

Görlitz / Stuttgart im Oktober. Die Silberwarenfabrik Fritz Gerber aus Görlitz verlagert ihren Standort nach Stuttgart-Zuffenhausen.

Ost-Deutschland, am 3. November. Die „Handelsorganisation Freier Läden“ (HO) wird als staatliches Unternehmen in der SBZ zugelassen. Am 15. November eröffnen in den Großstädten die ersten HO-Läden.

Heidelberg, am 24. November. Das älteste Innungsmitglied, Goldschmiedemeister Hamsch aus Heidelberg, wird 90 Jahre alt und wird auf Vorschlag des OM zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Hamsch hat in liebenswerter Weise sein Werkbrett und die Werkzeuge für den Berufsnachwuchs der Innung gestiftet.

Berlin, am 30. November. Die SED spaltet den Berliner Magistrat. In Ost-Berlin wird eine eigene Stadtverwaltung eingerichtet. Der Amtssitz des West-Berliner Magistrats ist das Schöneberger Rathaus.

Leipzig, im Dezember. Nach langjähriger Unterbrechung konnte erstmals wieder eine Meisterprüfung durchgeführt werden. (11 Prüflinge, darunter 3 Töchter alteingesessener Goldschmiede!) OM Lauffer spricht alle Kandidaten frei und äußert unter anderem: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.“ Später sind die Prüfungsstücke im Schaufenster von Goldschmiedemeister Fritz Köhler ausgestellt.

1949

West-Deutschland, im Januar. In den Westzonen werden amtlich die Preise für Edelmetall festgesetzt. Feingold per Gramm 3,95 Mark und Feinsilber etwa 80,- Mark das Kilogramm. Der Schwarzmarktpreis liegt aber beträchtlich höher!

München. OM Raig entwickelt eine „Richtlinie für die Meisterprüfung“. Die Arbeit findet in den West-Ländern Anwendung, wird gedruckt und für 2,50 DM verkauft.

Köln, am 2. Februar. Ihre ordentliche Mitgliederversammlung hält die Gold- und Silberschmiede-Innung Köln im Collonia-Haus ab. Themen: Gewerbefreiheit; Gesetz über den Verkehr mit Edelmetallen; Tariffragen; Gesellen- und Meisterprüfung; Beteiligung an Messen und Ausstellungen; freie Aussprache. Der OM Kemper schließt die Versammlung mit einem „Alaaf Kölle!“.

Fulda, am 5. und 6. Februar. Die Vorstandschaft des Zentralinnungsverbandes hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung nach Fulda einberufen. Außer Württemberg-Baden und Bremen sind alle Landesinnungsmeister erschienen. Die umfangreiche Tagungsordnung beschäftigt sich besonders mit Folgendem: Gewerbefreiheit; Gütezeichen, Mitgliedsbeiträge, Genossenschaftswesen. Das Prüfungswesen soll nach dem bewährten Muster von Herrn Raig, München, einheitlich über die Bizone angewandt werden. Der Vorsitzende Günter Winkler, ersucht die Landesinnungsmeister, die Arbeit in den einzelnen Innungen zu aktivieren.

Augsburg, im Februar. 2. große Zusammenkunft der Verbände nach dem Kriege. Zusammenschluss der zwei Verbände Nord und Süd zum Zentralinnungsverband für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk. Zum 1. Vorsitzenden wird Günter Winkler, Augsburg, gewählt. Sitz der Gesellschaft ist Augsburg, Schmiedberg 4. Auf der Tagung wendet sich der Verband schärfstens gegen den Gesetzentwurf der Aufwandsteuer (Luxussteuer). Die Eingabe wird direkt nach Frankfurt/M. gerichtet.

Neumünster, am 17. Februar. Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung für die Kreise Kiel, Neumünster, Plön und Steinburg. Nach einigen Berichten kommt Obermeister Lehmann zur Arbeit des Zentralinnungsverbandes und stellt fest, dass bei der Vielzahl zu lösender Aufgaben der ZIV sich voll und ganz für die Interessen unseres Handwerks einsetzt.

Köln, am 18. Februar. Die Untergruppe der Innung, „Ring der Jung-Goldschmiede“, veranstaltet ihre erste Karnevalssitzung.

Pforzheim, im Frühjahr. Die Goldschmiedeschule kann ihren Betrieb noch nicht wieder aufnehmen. Nach der völligen Zerstörung am 23. Februar 1945 sind noch keine neuen Möglichkeiten gefunden worden. Der OStR. P. Pfeiffer ging mit 70 Jahren in den Ruhestand.

271München, im Frühjahr. Der Landesverband des Gold- und Silberschmiedehandwerks untersteht dem Bayrischen Wirtschaftsministerium und betreut zurzeit ca. 450 Mitgliedsbetriebe. Das Land Bayern ist in 7 Handwerkskammerbezirke eingeteilt, das Handwerk selbst gliedert sich in eine Haupt-, sieben Bezirks- und eine örtliche Innung.

Augsburg, im Frühjahr. In der alten Weinwirtschaft, genannt die Weiberschule, haben die Augsburger Gold- und Silberschmiede eine Genossenschaft gegründet. Es handelt sich um eine An- und Verkaufsstelle für Edelmetall, Edelsteine, Schmuck und Juwelen. Verwaltet wird der Laden von einem „Flüchtlingsgoldschmied“.

Schwäb. Gmünd, im Frühjahr. Der Gmünder Edelmetallverband, der Gewerkschaftsbund, die Gablonzer Glas- und Schmuckwaren-Industrie und die Gold- und Silberschmiede-Innung Schwäb. Gmünd haben in einer Protestversammlung gegen die durch die Verwaltung vorbereitete Luxussteuer protestiert. Betroffen davon seien 58.000 Arbeitnehmer.

Leipzig, vom 9. bis 13. März. Zur Leipziger Frühjahrsmesse ist das Kunstgewerbe wieder in der alten Ausstellungshalle – im wiederhergestellten Grassi-Museum – vertreten. 350 Aussteller umfasst die Gruppe des Gold- und Silberschmiedehandwerks.

Sowjetische Besatzungszone, am 19. März. Verabschiedung der Verfassung der künftigen DDR durch den Volksrat der Länder der SBZ.

Deutschland. Der Zentralinnungsverband konnte sich trotz vieler eingesandter Vorschläge noch nicht auf ein „Gütezeichen“ einigen.

Berlin, am 1. April. Sonderwertfeststellungsbescheid auf das Goldschmiedehaus, Blücherstraße 19. Sonderwert 87.300,- DM EHW am 1. 1. 1935 = 146.800,- RM.

Stuttgart, am 1. April. Im Diebener Mitteilungsblatt „Das Goldschmiede-Handwerk“  1. Jahrgang, Nr. 1, schreibt Landesinnungsmeister Werner Faas in seinem Geleit: „… droht die Gewerbefreiheit, alle die mühselige Kleinarbeit im Aufbau der Organisation, die bisher für das Handwerk geleistet wurde, mit einem Federstrich zunichte zu machen“.

Pforzheim, am 1. April. Der Kunstgewerbeverein Pforzheim e.V. kann seine neu hergerichteten Räume im Industriehaus beziehen.

Eberswalde, am 8. April. Goldschmiedemeister W. F. Elling in Eberswalde, Neue Kreuzstraße 9, feiert das 200-jährige Bestehen seiner Firma. Die Goldschmiede ist wahrscheinlich die älteste in der Sowjetischen Besatzungszone.

Essen, am 28. April. Der Landesinnungsverband des Gold- und Silberschmiedehandwerks des Landes Nordrhein-Westfalen tagt. OM Litzinger legt die Satzung vor, die mit kleinen Änderungen einstimmig beschlossen wird. Weiter gibt der OM einen Bericht über die stattgefundene ZIV-Tagung in Fulda.

Frankfurt/M., Erbach, Hanau, Idar-Oberstein. Den Zentren der deutschen Diamant­industrie stattet der Vorsitzende des Weltverbandes der Diamantenarbeiter, Mynheer van Moyen, einen Besuch ab und stellt fest, dass die Betriebe eine tatsächliche Kriegsgefahr darstellen. Van Moyen forderte daraufhin von den Besatzungsbehörden, das völlige Verbot der deutschen Diamantindustrie.

Hamburg, am 4. Mai. Der Vorstand der Gold- und Silberschmiede-Innung tritt zurück. Am 16. Mai wird Gustav Schleede zum neuen Obermeister und gleichzeitig als Vertreter zum ZIV gewählt. Dem Vorstand gehören an: Reinhold Hein, Paul Merall, Walter Brandt, Herbert Prüsmann, Hans Koch und Hans Abel.

Bonn, am 10. Mai. Der Parlamentarische Rat wählt Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt.

Berlin, am 12. Mai. Die Sowjetunion hebt die Berlin-Blockade auf.

Bonn, am 23. Mai. Feierliche Verkündung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Das Grundgesetz tritt damit in Kraft.

Bundesrepublik Deutschland. Edelmetall verarbeitende Betriebe in der Handwerksrolle: Gold- und Silberschmiede: 2.538, Lehrlinge in der Ausbildung: 1.040. Zum Vergleich: 10.242 Uhrmacher-Betriebe.

Amsterdam, vom 16. Juni bis 3. Juli. In der großen Halle der Diamantbörse findet eine Ausstellung unter der Bezeichnung: „Amsterdam, die Diamantstadt“ statt.

Marburg, am 25. und 26. Juni. Obermeistertagung und Tagung des Zentralinnungsverbandes. Der überraschend gute Besuch von fast 100 Teilnehmern ist das Ergebnis guter Vorbereitung (Presse, Rundfunk) des Vors. Winkler und des Geschäftsführers D. Zimmermann. Der Marburger Oberbürgermeister Bleek findet scharfe Worte gegen die von den Amerikanern diskutierte Gewerbefreiheit. Es folgen interessante Vorträge vom Vors. Winkler über das Handwerk der Gold- und Silberschmiede und deren Innungen; Prof. Schloßmacher über Edelsteine; Obermeister Schneider, Hannover, über Aktivitäten der Innungen; Handwerker-Präsident Mensing über die wirtschaftliche Bedeutung des Handwerks; stellv. LIM-Bayern, Raig, über Meisterprüfungen; Dr. Zimmermann, Aufwandsteuer und Punzierungsgesetz; Leidicke (früher Reichsverbands-Geschäftsführer) über seine Pläne einer Gemeinschaftsversicherung.

Köln, am 3. Juli. Abschluss der Werkbund-Ausstellung mit der Gesamtschau „Deutsche Malerei und Plastik der Gegenwart“.

München, vom 15. bis 31. Juli. Im Münchner Ausstellungspark auf der Theresienhöhe findet die erste Großveranstaltung des deutschen Handwerks seit rund 20 Jahren, die „Handwerksmesse München 1949“, statt.

Bundesrepublik Deutschland, am 14. August. Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag. Die Wahlbeteiligung liegt bei 78,5%. Die Stimmen für die Parteien verteilen sich wie folgt: SPD 29,2%, CDU 25,2%, CSU 5,8%, FDP 11,9%,BP (Bayernpartei) 4,2%, DKP/DRP (Deutsche Konservative Partei/Deutsche Reichspartei) 1,8%, DP (Deutsche Partei) 4,0%, Zentrum 3,1%, EDV (Europäische Volksbewegung Deutschlands) 0,1%, KPD 5,7%, Parteilose 4,8%, RSF (Radikal-Soziale Freiheitspartei) 0,9%, RWVP (Rheinisch-Westfälische Volkspartei) 0,1%, SSW (Südschleswigscher Wählerverband) 0,3%, WAV (Wirtschaftliche Aufbauvereinigung) 2,9%.

Bonn, am 15. September. Wahl Konrad Adenauers (CDU) zum Bundeskanzler.

Deutschland, am 7. Oktober. Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die Provisorische Volkskammer (bisher 2. Deutscher Volksrat) setzt die Verfassung in Kraft.

DDR, am 11. Oktober. Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen einstimmig den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck zum Präsidenten der DDR.

Münster, im Herbst. Der Regierungspräsident hat auf Antrag der Handwerkskammer die Berufsfachschulklassen der Goldschmiede zu Bezirksfachklassen in Münster-Stadt und -Land, Ahaus, Beckum, Bocholt, Borken, Kosefeld, Lügdinghausen, Burgsteinfurt, Rheine, Tecklenburg und Warendorf erklärt.

Deutschland, am 1. November. Bildung des Landes Niedersachsen durch Zusammenschluss der Provinz Hannover und der Länder Oldenburg und Braunschweig.

Deutschland. Die „Deutsche Goldschmiede-Zeitung“ vom Diebener-Verlag wird vorübergehend im Verlag Heinrich Haar in Schwäb. Gmünd gedruckt.

Dresden / Lichtenfels. Fachhandelsgeschäft Horst Berger geht in den Westen und eröffnet in Lichtenfels (Oberfranken), Marktplatz 30, sein Branchenhandelshaus.

Augsburg. In der Stadt sind 15 Goldschmiede in die Handwerksrolle eingetragen, die insgesamt 28 Gesellen und 16 Lehrlinge beschäftigen.

Leipzig. Die „Degussa-Leipzig“ ist vom Karl-Marx-Platz nach der Gottschedtstr. 12 in den 3. Stock verzogen.

DDR. In der DDR wird ein Gütezeichen für kunsthandwerkliche Erzeugnisse eingeführt. Es zeigt eine stilisierte Franziska-Lilie mit Hammer gekreuzt.

Leipzig. Die Leipziger Herbstmesse ist besser beschickt als die Frühjahrsmesse. Von den insgesamt 132 Firmen der Branche kommen 66 aus der DDR.

Berlin, im Dezember. Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst, die durch die sowjetische Militärregierung aufgelöst wurde, erregt Aufmerksamkeit. Der ZIV kritisiert das Verhalten des Präsidenten Wilm, der die Vermögensverhältnisse des Vereins nicht offenlegt.

1950

281BRD, am 1. Januar. Im Bundesgebiet werden im Gold- und Silberschmiedehandwerk insgesamt 951 Lehrlinge ausgebildet (753 männlich / 198 weiblich) (1. Lj.: 189 / 2. Lj.: 316 / 3. Lj.: 313 / 4. Lj.: 133).

BRD. 1950 erscheint der erste „Deutsche Goldschmiede-Kalender“ nach dem Kriege.

München, am 25. Januar. Im großen Saal des Hotels Kreuzbräu wird die Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung München-Oberbayern durch OM Raig eröffnet. Als bedeutendster Gast wird der Präsident des ZIV, Günter Winkler, Augsburg, begrüßt. Wichtigster Punkt: Führung des Gebrauchtwarenbuches. Koll. Thalhammer erläutert die neu organisierte Einkaufsgenossenschaft.

Berlin, am 9. Februar. Die Deutsche Bau- und Grundstück AG verwaltet gemäß § 52 des Militärgesetzes das Goldschmiedehaus, Blücherstraße 19. Das Haus ist mit einem Abgeltungsdarlehen von ursprünglich 58.300 RM und einer Hypothek von 70.100 RM belas­tet. Beide Posten sind nach der Währungsreform gezehntelt und umgestellt auf DM/West. Zinsen und Tilgung betragen zusammen 139,08 DM. Nach erneuter Überrechnung der HYPO-Bank gleich 202,76 DM im Vierteljahr.

Idar-Oberstein. Jahreshauptversammlung der Innung Idar-Oberstein. Innungswahl: Obermeister Rudolf Stein; Stellvertreter: Hermann Becker; Schriftführer und Kassierer: Heinrich Schäfer; Beisitzer: Hermann Emil Werle, Franz Risch.

Braunschweig, im März. Versammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiedeinnung Braunschweig. Innungswahl: Rullkötter aus Wolfenbüttel wird Obermeister; Zängel stellv. OM; Wächter Schriftführer; Koch Kassierer.

Berlin, im März. Bei einer Juwelenauktion bekommt ein Brillantsolitär von 2,86 ct. für 3.500,- DM den Zuschlag.

BRD, im März. Der ZIV veröffentlicht in der DGZ eine Erklärung gegen die geplante ­Luxussteuer.

München, am 25. März. Vortrag des Herrn Gewerbestudienrates Schmid über Metall­legierungen und ihre Behandlung. Obermeister Raig lädt seine Mitglieder ein.

München, im Frühjahr. Der Neubau der Münchner Meisterschule wird eingeweiht. Oberstudiendirektor H. Landauer.

BRD, im April. Der ZIV hat einen Antrag an das Wirtschaftsministerium eingebracht, die Lehrzeit wieder auf vier Jahre anzuheben.

BRD / GZ Nr.4. Curt Hasenohr, Markkleeberg (DDR), veröffentlicht einen Artikel zur Geschichte des Schmuckemail.

BRD, im April. Für das Gold- und Silberschmiedehandwerk ist die Berufsgenossenschaft des Großhandels- und Lagereiberufsgenossenschaft Mannheim, Mollstraße 51, zuständig.

Krefeld, im April. Mitglieder- und Wahlversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. Der komplette Vorstand wird wieder gewählt: OM Bielefeld, Neuß / Stellvertreter: Simon, M.-Gladbach / Schriftführer: Haupt, M.-Gladbach / Kassierer: Bründt, Krefeld / Beisitzer: Kamps, Viersen. Innungsbeiträge, monatlich pro Mitglied: 3,50 DM – Geselle: 1,25 DM – Lehrling: 0,75 DM.

Letmathe, am 21. April. Versammlung der Goldschmiedeinnung Iserlohn im Hotel „Zur Post“, Letmathe. Prof. Dr. Schloßmacher hält einen Vortrag über: „Die Erforschung von Perlen und Edelsteinen“. Obermeister Ruchser erwähnt erneut, dass sich recht viele Kollegen an der gemeinsamen Fahrt zum Goldschmiedetag nach Idar-Oberstein beteiligen mögen.

BRD, am 28. April. In Göttingen findet die 1. Mitgliederversammlung des im Januar gegründeten Verbandes des Schmuckwarengroßhandels im Bundesgebiet statt. 1. Vorsitzender: Paul Greitnig, Stuttgart.

BRD. Die „Schmuck-Gemeinschafts-Werbung“ sucht ein treffendes Schlagwort oder auch eine Werbezeile, mit der man erfolgreich für Schmuck werben kann. Einsendetermin: 30. Juni 1950. Vorsitzender der Jury: ZV-Präsident Günter Winkler, Augsburg.

BRD, am 1. Mai. In der Bundesrepublik hat die Rationierung von Lebensmitteln auf Karten seinen Abschluss gefunden.

Idar-Oberstein / GZ Nr. 5, im Mai. Der Obermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung, Rudolf Stein, schreibt in seinem „Willkommensgruß“ zur Tagung: „Hierbei möchte ich nicht unterlassen, unseren ostdeutschen Berufskameraden die Versicherung abzugeben, dass wir gerade an diesen festlichen Tagen ihrer besonders herzlich gedenken, und bedauern, dass wir auch in diesem Jahr noch immer nicht mit ihnen zusammen raten und taten können.“

Bremen, am 16. Mai. Innungsversammlung der Oldenburger Gold- und Silberschmiede. Anwesend: Dr. Graf von der Handwerkskammer und ein Vertreter der HWK Oldenburg und vom LIV der Vorsitzende Bergner. Auf der Innungsversammlung wird einstimmig beschlossen die Kammerbezirke Aurich, Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven wieder zu einer Innung zu verschmelzen. Sitz der neuen Innung: Bremen. Name: Landesinnung für das Juwelier, Gold- und Silberschmiedehandwerk.

BRD, Im Mai. In der GZ wird der erste Entwurf des „Gütezeichens“ vorgestellt. Eingereicht von Goldschmiedemeister Schmedding, Augsburg.

Idar-Oberstein, vom 3. bis 5. Juni. Goldschmiedetagung des Zentralinnungsverbandes, die erste große Tagung nach dem Kriege. Etwa 300 Teilnehmer kommen am 3. Juni vormittags zur Eröffnung in die Stadthalle. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden des ZIV G. Winkler aus Augsburg, heißt Bürgermeister Hermann die Gäste herzlich willkommen. Ministerpräsident Altmeier (Rheinland-Pfalz) spricht die Hoffnung aus, dass sich in nicht zu ferner Zeit die Grenzen öffnen und der Handel sich wieder beleben möge. Die Ausstellung von Schmuck und Steinen stand unter dem Motto: „Alle Kunst muss durch das Handwerk gehen“ (Goethe). Sie wird für so wertvoll erachtet, dass selbst die Polizei in diesen Tagen bewaffnet wird und auch die Franzosen ihre Mithilfe zur Sicherung zugesagt haben. Beschluss der Satzung des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk. Eingetragen in Augsburg.

Unterzeichner:    

Werner Faas    LIM Württemberg/Baden, Stuttgart
Albert Litzinger    LIM Nordrhein-Westfalen, Dortmund
Karl H. Bräutigam    LIM Hessen, Frankfurt/M.
Gustav Schleede    LIV Niedersachsen, Hannover
Emil Lehmann    LIV Schleswig-Holstein, Kiel
Günter Winkler    LIV Bayern, Augsburg.

Erlassen wird eine Resolution gegen die Wiedereinführung der Luxussteuer. Abgestimmt mit verwandten Verbänden und präzis erläutert werden die Bezeichnungen Uhrenfachgeschäft, Gold- und Silberwarenfachgeschäft und die Bezeichnung Juwelier. Beschlossen wird, bis zum 1. August eine einmalige Spendensammlung durchzuführen, zu der jedes Mitglied ein beliebiges Schmuckstück von mindestens 1 Gramm Feingold Gewicht oder mindestens ein Gramm Feingold abgeben solle. Der Vorsitzende Winkler gibt bekannt, dass durch Schreiben des Bundesministers das Goldschmiedehandwerk als „notleidend“ anerkannt wurde. Die Neuwahlen ergeben: 1. Vorsitzender Günter Winkler -
2. Vorsitzender Albert Litzinger – Beisitzer Faas und Bräutigam – Rechnungsprüfer Thalhammer, Rudolph und Eichler.
Anlässlich der Goldschmiedetage in der Stadt errichten Heimatfreunde im Heimatmuseum eine Goldschmiedestube aus der Zeit um 1800.

Dresden, im Juni. Die Silberwarenfabrik von Herrn Bernhard Nachf. Blasewitzer Str. 60 wird ins Volkseigentum überführt und trägt jetzt den Namen „DRESIFA“.

Schwäb. Gmünd, vom 26. bis 29. Juni. Fachtagung der Goldschmiede in der Stadt.

DDR, am 6. Juli. Unterzeichnung des Görlitzer Abkommens über die Oder-Neiße-Grenze zwischen Polen und der DDR.

Kassel, am 30. Juli. Hauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung, mit Obermeisterwahl. Alter und neuer Obermeister Jean Kanstein. Gast: Ehrenobermeister Willi Scheel. Für den September ist eine Fahrt nach Fritzlar ins Landesmuseum geplant.

DDR, am 9. August. Das Gesetz zur Förderung des Handwerks wird verabschiedet. Als Handwerker gilt, wer auf Grund des Gesetzes vom 9. August 1950 zur Förderung des Handwerks (GBl. S.827) in die Handwerksrolle eingetragen ist.

Pforzheim. Die Scheideanstalt C. Hafner feiert ihr 100-jähriges Gründungs-Jubiläum.

Idar-Oberstein, am 8. September. Der Fachschuldirektor i.R., Otto Holstein, feiert in ­Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag. In Hamburg geboren, lernte er seit 1885 Goldschmied, besuchte Kunstschulen und Zeichenakademien. Seit dem 1. Juli 1921 Leiter der Schule in Idar-Oberstein.

Hannover. Obermeister Schneider lädt zur außerordentlichen Mitgliederversammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung Hannover ein. Sorge bereitet das Fachschulwesen, da geeignete Lehrkräfte fehlen. Eine Zusammenarbeit mit der Hildesheimer Innung wird erwogen und beschlossen, die Handwerkskammer und den ZIV zu unterrichten.

Dortmund, im September. Die Innung hält eine Versammlung ab, in der ein Bericht über den Goldschmiedetag in Idar-Oberstein einen breiten Raum einnimmt.

Idar-Oberstein. 250-jähriges Jubiläum als „Schmuckstadt“. Im Jahre 1700 kam der Goldschmied Frinken aus Köln nach Idar und gründet die erste erwähnte Werkstatt.

Hanau, am 12. Oktober. Nach langen Jahren erzwungener Ruhe treffen sich erstmals wieder die alten Herrn der Akademie-Schülervereinigung „Cellini“ mit den jetzigen Schülern der Zeichenakademie, um der alten AV Cellini zu einer neuen Aktivität zu verhelfen. Herr Söhnlein, 2. Präsident des Alten Herren-Verbandes, ruft dabei die junge aktive Schülervereinigung erneut ins Leben.

Leipzig, im Oktober. Alfred Schäfter aus Leipzig, ehemaliger Lehrer am Dessauer Bauhaus und an der Kunstgewerbeschule in Leipzig, wird in den VBKD (Verband bildender Künstler Deutschlands) aufgenommen.

Köthen, im Oktober. Der VEB Gold- und Silberschmiede Köthen wird gebildet. Eine Spezialität des Betriebes: Goldmanteltrauringe.