1951
Pforzheim, am 5. Januar. Sitzung der Verbände wegen der Schmuckgemeinschaftswerbung. 1950 wurden rund 60.000 Drucke der Tagespresse, der illustrierten Zeitschriften, der Monats- und Frauenzeitschriften, Schmuck in Wort und Bild publiziert. Durch originelle Preisausschreiben, Radiodurchsagen, Modeveranstaltungen, Film- und Theatervorführungen ist im Sinne der Schmuckwerbung gearbeitet worden.
BRD, im Januar. Das neue „Gütezeichen“ wird eingeführt und der Mitgliedschaft angeboten. Es besteht aus einem Wappenschild, darin ein Brillantsymbol und über dem Schild eine stilisierte Krone.
BRD, im Januar. Die Luxussteuer ist endgültig vom Tisch. Dafür beabsichtigt das Bundesfinanzministerium die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 3% auf 4%.
Köln, am 26. Januar. In den Satory-Sälen von Köln wird von der Gold- und Silberschmiedeinnung das „Fest in Gold“ ausgerichtet. Diesem Fest ging ein Wettbewerb der Lehrlinge und Junggoldschmiede voraus, karnevalistische Orden zu gestalten.
BRD, im Frühjahr. Augenblicklich sind Zentralisierungsbestrebungen im Gange, wonach die Gablonzer Glas- und Schmuckwarenindustrie des gesamten Bundesgebietes zur Erreichung einer besseren Leistungsfähigkeit auf den Raum Kaufbeuren-Marktoberndorf konzentriert werden soll.
Hannover, am 3. März. Alle Obermeister des Landesinnungsverbandes Niedersachsen treffen sich, um eine Menge fachliche und wirtschaftliche Probleme zu behandeln. Für den bisherigen LIM Franz Peter Höfer, Hannover, wird der seitherige Obermeister von Hannover Fritz Schneider einstimmig als Landesinnungsmeister gewählt. Für den Verbandstag in Augsburg wird eine starke Beteiligung zugesichert.
Dortmund, am 5. März. Auf der Innungsversammlung wird Albert Litzinger erneut zum Obermeister einstimmig wiedergewählt. Goldschmiedemeister Drapal wird Ehrenobermeister. Weitere Themen: Edelmetallmarkt und Gütezeichen.
BRD, im März. Der Bezug von Silber ist weiterhin beschränkt. Für Exportaufträge muss ein Antrag an die Landeszentralbank von Baden-Württemberg Abt. Edelmetallkontrollstelle Pforzheim gestellt werden.
Hamburg, am 20. März. Prof. Alexander Schönauer wird 80 Jahre alt. Geboren 1871 in München, Lehre bei Prof. Fritz Miller. Gründet mit 24 Jahren eine Werkstatt in Hamburg.
Idar-Oberstein, vom 3. bis 5. April. Konferenz der Sachverständigen für Edelsteine des Internationalen Juwelierverbandes (BIBAO). Die Tagung, an der auch der Vorsitzende Beeger teilnimmt, leitet Prof. Dr. Schloßmacher.
DDR.
Löhne in der DDR:
Lohngruppe V. Facharbeiter (Gesellen) für Arbeiten, die eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine lange Anlernzeit mit entsprechenden Erfahrungen und Kenntnissen erfordern.
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,25 Mark brutto,
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,18 Mark brutto,
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,11 Mark brutto.
Lohngruppe VIII.
Hochqualifizierte Facharbeiter, die bei hochwertigen Arbeiten weitgehende Selbständigkeit, Dispositionsvermögen, Verantwortung und entsprechende Kenntnisse voraussetzen.
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,63 Mark brutto,
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,54 Mark brutto,
Ortsklasse III. Stundenlohn 1,45 Mark brutto.
Die Eingruppierung erfolgt durch den Betriebsinhaber mit Zustimmung der Ortsgewerkschaft.
Lehrlinge erhalten im 1. Lehrhalbjahr im Monat OK II. 70,00 Mark brutto bis 95,00 Mark brutto (Steigerung bis 6. Lehrhalbjahr).
BRD, am 9. Mai. Freigabe des Wechselkurses der D-Mark.
Leipzig (DDR), am 16. Mai. Eröffnung des ersten deutschen Kulturkongresses mit Teilnehmern aus beiden deutschen Staaten.
München, am 13. Juni. Die Gesellschaft für Wirtschaftswerbung, Haasenstein & Vogler, hat für das Zeichen der ZV-Gemeinschaftswerbung das Klischee fertiggestellt.
Berlin, am 22. Juni. Emil Lettré feiert seinen 75. Geburtstag. Lettré entstammt einer Hanauer Hugenottenfamilie und betreibt seine Goldschmiede als geschätzter Künstler Unter den Linden.
Augsburg, vom 29. Juni bis 2. Juli. In der traditionsreichen Gold- und Silberschmiede-Stadt findet die ZV-Tagung statt. Bundespräsident Heuss übergibt dem Goldschmiede-Bundessieger Manfred Klein aus Essen die Ehrenurkunde. (Ausbilder: Christmann)
Görlitz (DDR). Die Schmuckwarenfabrik von Karl Voigt beschäftigt zur Zeit 47 Mitarbeiter. Spezialität ist außer der Anfertigung von Schmuckringen auch die Herstellung von fugenlosen Trauringen. Die Maschine dazu stammt aus der völlig zerbombten Trauringfabrik von F.W. Streck, Niesky /OL, die er selbst wiederhergestellt und repariert hat. Patentiert sind seine „Asigo-Trauringe“ in Silber, mit starker aufgewalzter 333/- Goldauflage.
Ost-Berlin, vom 5. bis 19. August. Die „III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten“ finden in Ost-Berlin statt. Nach offiziellen Angaben nehmen ca. 2 Millionen Jugendliche aus beiden Teilen Deutschlands und 26.000 Delegierte aus 104 Ländern an den politischen, sportlichen und kulturellen Veranstaltungen teil.
Berlin, am 20. September. Das Interzonenhandelsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR (Berliner Abkommen) wird unterzeichnet.
Bonn, am 27. September. Der Bundestag verabschiedet eine Wahlordnung für freie Wahlen in ganz Deutschland unter Aufsicht der UNO.
BRD / „Goldschmiede-Zeitung“. In der Fachzeitschrift werden Werke von J. M. Dinglinger im Bild vorgestellt und als “verlorene Kunstwerke” gemeldet. (“Kinderbachanal“; “Der Hofstaat des Großmoguls”)
Lübeck, im Herbst. Freisprechungsfeierlichkeiten von sechs Lehrlingen durch Obermeister Lohmeyer.
Stuttgart, im Oktober. Im Sitzungssaal der HWK hält der Landesverband von Baden-Württemberg seine Ausschusssitzung. Eines der Themen: Wettbewerb von Ideenskizzen für eine Amtskette des LIM. Einlieferung an die Geschäftsstelle Schwäb. Gmünd. Termin ist der 20.12.1951 BRD. Für einen Dollar müssen 4,20 DM und für ein Pfund Sterling 11,76 DM bezahlt werden.
Hannover, am 13. Oktober. Arbeitstagung des LIV Nordrhein-Westfalen. LIM Fritz Schneider berichtet ausführlich über die ZV-Tagung in Augsburg. Angeregt wird, dass die nächste ZV-Tagung auch einmal in Hamburg, Göttingen, Goslar oder Kassel stattfinden solle. Die nächste Landesinnungsverbandstagung, die erste nach dem Kriege, soll im Frühjahr 1952 in Braunschweig sein.
Münster, am 14. Oktober. OM Drabe gibt neue Richtlinien zur Ausbildung bekannt, die vom ZV vorgeschlagen wurden.
Leipzig, am 14. Oktober. Der Ehrenobermeister der Berufsgruppe Gustav Lauffer stirbt im Alter von 72 Jahren.
Pforzheim, am 15. Oktober. Der Kunst- und Kunstgewerbeverein, gemeinsam mit der Fa. Koschkin stiften einen Schmuckwettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für Perlschmuck in Goldarbeit.
DDR, am 1. November. Die Volkskammer beschließt das Gesetz über den Fünfjahresplan (1951 bis 1955). Damit beginnt die zentrale staatliche Planwirtschaft für langfristige Wirtschaftslenkung.
Pforzheim, am 3. November. Die Jury des Schmuckwettbewerbes des Kunst- und Kunstgewerbevereins e.V. lobt die Preise aus.
Deutschland.
Edelmetallpreise per Gramm:
Gold: 7,15 DM / Silber: 0,14 DM / Platin: 19,50 DM
Stuttgart, im November. Im Sitzungssaal der Handwerkskammer findet die Ausschusssitzung des LIV unter dem Vorsitz des LIM Prof. Fritz Möhler statt. Einleitend wird eingeschätzt, dass die ZV-Tagung von Augsburg eine vorbildliche Veranstaltung war.
Dortmund, am 2. Dezember. Der Landesinnungsverband lädt in das Capitol-Theater zu einer Kulturveranstaltung ein. Es spricht der Kunsthistoriker Benediktiner-Pater C. Dahm von der Abtei Laach zu dem Thema: „Heilige Goldschmiedekunst“.
Baden, am 9. Dezember. Volksentscheid in Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zugunsten der Bildung des gemeinsamen Bundeslandes Baden-Württemberg.
1952
Köln, im Januar. Bereits zum 4. Mal wird das „Fest in Gold“ vorbereitet. Anlässlich des Festes wird auch gleichzeitig ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich jeder Goldschmied beteiligen kann: Es geht um Karnevalsorden, die in echten und unechten Metallen, besonders von den Lehrlingen, gefertigt werden sollen.
Hof, im Januar. Juwelier Julius Hoffmann, Ludwigstraße 91, feiert 100-jähriges Jubiläum.
Köln, am 16. Februar. Das „Fest in Gold“ wird im neuen Börsensaal der Kölner Industrie- und Handelskammer ausgerichtet. Eine originell bebilderte Bierzeitung „Der Krätzwurm“ trägt erheblich zur guten Stimmung des Abends bei.
Hannover, vom 27. Februar bis 2. März. Auf der Deutschen Industrie-Messe stellen die an mehreren Standorten neu angesiedelten Gablonzer Schmuckhersteller gemeinsam ihre Produkte aus.
Schwäb. Gmünd, vom 2. bis 5. Mai. Arbeitsbesprechung des ZV. 1952 fällt die ZV-Tagung aus. Der ZV-Präsident Günter Winkler kandidiert nicht mehr für das Amt, sein Nachfolger wird Arnold Wächter, Braunschweig.
Braunschweig, im Sommer. Zur Beratung der Mitglieder des ZV ist eine Versicherungsstelle in Braunschweig, Hutfiltern 7, eingerichtet worden.
DDR, am 23. Juli. Das Gesetz über die „Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe“ sowie die Neugliederung der Länder in 14 Bezirke und 217 Kreise tritt in Kraft.
Pforzheim, im September. Heinz Jarosch, geb. am 20.12.1917 in Oberschlesien, legt die Meisterprüfung im Goldschmiedehandwerk ab.
Kiel, am 5. Oktober. Tagung der Gold- und Silberschmiedeinnung Flensburg mit Gästen aus der Kieler Innung. Obermeister Möller regt zur Pflege alter Tradition und zur Schaffung von Innungsrequisiten an. Eine eigene Innungslade, in künstlerischer Ausführung, die unter Mitarbeit des Vorstandes entstanden ist, wird vorgeführt.
Bonn, im Herbst. Der Physiker Meincke und zwei seiner Mitarbeiter wurden festgenommen. Meinckes Unternehmen, die „Hamag“, plante die „Großfabrikation“ synth. Diamanten. Seine Pläne hatten in den Diamantzentren der Welt für beträchtliche Verwirrung gesorgt. Der Verdacht des Betrugs hat sich bestätigt.
Pforzheim. Das Schmuckmuseum ist neu im Entstehen. Die historischen Schmuckstücke konnten im Kriege vor der Vernichtung gerettet werden.
Essen, am 13. Oktober. Unter Vorsitz von Landesinnungsmeister Litzinger findet in Essen eine Mitgliederversammlung statt. Nach einem Bericht über die ZV-Vorstandssitzung in Schönberg und Frankfurt gibt der LIM Ausführungen über die Lage.
Bremen, am 14. Oktober. Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. OM Bergner gibt einen ausführlichen Bericht über die Arbeitstagung des ZIV in Schwäb. Gmünd sowie über die Neuwahl des 1. Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Arnold Wächter, Braunschweig.
Schwäb. Gmünd, am 15. November. Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. Ehrend wird dem Ableben des ehemaligen Direktors der Staatl. Edelmetallfachschule Prof. Walter Klein gedacht. Einen Vortrag über Perlen hält Eugen Waibel, ehemaliger Bezirksinnungsmeister von Sachsen.
Bremerhaven, am 16. November. Obermeister Bergner organisiert einen Vortrag des bekannten Kirchengoldschmieds Pater Dahm.
1953
Dresden (DDR), am 1. März. Eröffnung der dritten „Deutschen Kunstausstellung“, auf der ein Querschnitt des „sozialistischen Realismus“ gezeigt wird.
Bonn, am 25. März. Der Bundestag verabschiedet das Bundesvertriebenengesetz, das die Eingliederung von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den früheren deutschen Ostgebieten und der DDR bundesweit einheitlich regelt.
DDR, am 9. April. Eine Verordnung tritt in Kraft, die den Kreis der Lebensmittelkarten-Empfänger weiter einschränkt. Danach erhalten Handwerker und deren Familienangehörige – mit mehr als 5 Beschäftigten – keine Lebensmittelkarten mehr.
Hanau, vom 9. bis 11. Mai. Im Rahmen der Arbeitstagung des Zentralverbandes wird das im Krieg zerstörte und nun wieder errichtete Gebäude der Zeichenakademie eingeweiht und des 180-jährigen Bestehens der Schule gedacht. Der Vorsitzende des ZIV des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks, Arnold Wächter, würdigte ganz besonders den Einsatz des Hanauer Bürgermeisters Rehbein (selbst gelernter Goldschmied) und überreicht ihm einen silbernen Teller.
Chemnitz (DDR), am 10. Mai. Die Stadt Chemnitz wird auf Beschluss der DDR-Regierung in Karl-Marx-Stadt umbenannt.
München, im Mai. Goldschmiede-Feierstunde im Münchner Bavariakeller. 21 Münchner und 4 Augsburger Lehrlinge werden vom OM Friedrich Raig feierlich freigesprochen. LIM Günter Winkler und Ehren-OM Karl Blum gratulieren den Prüflingen. Im Anschluss erhält Günter Winkler eine Urkunde, die ihm die Ehrenmitgliedschaft in der Münchner Innung bestätigt.
Kaufbeuren, am 17. Mai. Im Rahmen eines Maiausfluges gestaltet die Innung für das Juwelier, Gold- und Silberschmiedehandwerk Schwaben und Neuenburg ihre Jahreshauptversammlung. Wiedergewählt wird OM Schmedding, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Obermeisterjubiläum feiern kann. OM Günter Winkler macht interessante Ausführungen über die ZV-Tagung in Hanau.
Neustadt an der Weinstraße, im Juni. Die Innungen der Gold- und Silberschmiede und Graveure der Pfalz, beschließen in ihrer Hauptversammlung sich dem Zentralinnungsverband der Gold- und Silberschmiede anzuschließen. Obermeister Kurt Voelcker wird wieder gewählt. Die Innung Pfalz ist derzeit die einzige Bezirksinnung des Bundesgebietes, die dem Zentralverband noch nicht angehört.
Schwäb. Gmünd, vom 14. bis 17. Juni. Die Fachtagung beginnt in Stuttgart zusammen mit der Tagung des Internationalen Verbandes BIBOA mit einer Festsitzung auf Schloss Solitude, an der sich auch die Gesellschaft für Goldschmiedekunst beteiligt. Die eigentliche Eröffnungsfeier der Tagung hat mit der Ausstellung „Internationale Silberschau“ erst am Dienstag begonnen. Vorträge: K. Dittert, Besteckfabrikation / Elisabeth Treskow, Granulation / Prof. K. Schmidt, Gravierung / Prof. Lochmüller, Email / Dr. Braun, Die Zeit und ihr Schmuck.
DDR, am 17. Juni. Der Streik gegen die Normerhöhung in Ost-Berlin weitet sich auf 72 Städte und Ortschaften in der DDR zum Aufstand gegen das kommunistische Regime aus. Die Demonstrationen werden von sowjetischen Soldaten und DDR-Volkspolizisten gewaltsam zerschlagen. Über insgesamt 167 Kreise wird der Ausnahmezustand verhängt. Tags darauf werden in Ost-Berlin, Leipzig, Magdeburg und Jena etwa 20.000 Personen vorübergehend in Haft genommen. Von ihnen werden in den ersten Tagen 29 Personen von sowjetischen Standgerichten zum Tode verurteilt und hingerichtet und in den nächsten Monaten mindestens 1.400 Menschen zu teilweise mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt.
Pforzheim, im Sommer. Die „Gemeinschaftswerbung“ gibt einen farbenfreudig gestalteten Prospekt unter dem Titel „Schmuck für den Sommer“ heraus. 100 Prospekte kosten 5,80 DM, dazu ein Gratis-Aufsteller.
Königstein, im Taunus. Das Förderungswerk Königstein wird gegründet. Es ist eine Fortbildungseinrichtung mit einem breitgefächerten Lehrprogramm für die deutschen Uhren- und Schmuckwarenfachgeschäfte. Zu den 9 Betreibergesellschaftern gehört auch der Zentralverband der Juweliere, Gold- und Silberschmiede.
Rackwitz (DDR). Im Leichtmetallwerk Rackwitz (Kreis Delitzsch) wird mit der Produktion von „Eloxal-Schmuck“ begonnen. (sogenanntes Schaumgold)
Berlin, im Juli. Für die Berliner OM-Kette liegen 13 Entwürfe vor. Nach der 2. Abstimmung erhält Ludwig Riffelmachers Entwurf mit 26 Stimmen den Zuschlag. Für die Schaffung der Kette wird eine Goldsammlung veranstaltet. Damit beauftragt wird Willi Kirchner, Berlin-Lichterfelde, Berliner Str. 19. Der Vorsitzende der „Kommission OM-Kette“ ist Hermann Britsch.
Ost-Berlin, am 1. August. Einrichtung der „Industrie- und Handelskammer der DDR“ in Ost-Berlin.
Bonn, am 4. August. Der 17. Juni wird durch Bundesgesetz zum „Tag der deutschen Einheit“ bestimmt.
BRD, im Sommer. Die neue Handwerksordnung ist verabschiedet (beschlossen am 26.3.53), aber noch nicht in Kraft. Noch gilt das Recht, ohne Meisterbrief in der amerikanischen Zone einen Handwerksbetrieb zu eröffnen, wozu in der britischen und französischen Zone der Große Befähigungsnachweis erforderlich ist.
DDR, am 30. September. Die Landeshandwerkskammern, ihre Organe und ihre Kreisgeschäftsstellen haben ihre Tätigkeit einzustellen. In den Bezirken und Kreisen werden neue Kammern und Organe gebildet.
DDR. 1953 hatten die Preise noch den zulässigen Preisen von 1944 zu entsprechen.
DDR, am 21. November. Laut Anordnung kommen Interzonenpässe nicht mehr zur Ausgabe. Damit ist der Personalausweis ausreichend für Reisen zwischen der Bundesrepublik und der DDR.
1954
DDR, am 7. Januar. Der Ministerrat der DDR bildet den „Ausschuss für deutsche Einheit“ und das Ministerium für Kultur in der DDR. Erster Kulturminister wird der Schriftsteller Johannes R. Becher.
Arnstadt / DDR. In Arnstadt/Thür. wird eine zentrale Berufsschule für Goldschmiede eingerichtet. Angemietet wird die Jugendherberge „Werner Gottfeld“, als Wohn- und Unterrichtsstätte. Teilweise wird auch Unterricht in den Schulungsräumen der Arnstädter Eisenwerke und des RFT gehalten. Allgemeinbildender Unterricht wird durch Berufsschullehrer, der Fachunterricht durch Goldschmiedemeister, u.a. Herrn Ernst Brepohl, Herrn Kister und später Herrn Erhard Brepohl gegeben. Es werden Goldschmiedelehrlinge der Bezirke Erfurt, Gera und Suhl zentral ausgebildet.
Berlin, im März. Der Fachhandel Hagenmeyer & Kirchner empfiehlt sich der Kundschaft mit einem großartigen Angebot in der Fachpresse.
Berlin, am 21. Mai. Obermeister Drechsel eröffnet die Wahlversammlung der Gold- und Silberschmiedeinnung und begrüßt seine Mitglieder und auch Gäste aus Ostberlin. Drechsels Wiederwahl wird mit Beifall quittiert. Kollege Schuhmann legt sein Amt als Bezirksmeister des Britischen Sektors nieder. Weiteres Thema: Die 400-Jahrfeier der Berliner Gold- und Silberschmiede-Innung im nächsten Jahr. Der Obermeister wird beauftragt, anlässlich dieses Jubiläums, den Goldschmiedetag des ZV nach Berlin zu holen.
Braunschweig, im Juni. ZV-Goldschmiedetage in Braunschweig. Ein Höhepunkt ist die Ausstellung „Edler Schmuck, edles Gerät, edle Steine“. Besonderer Dank gilt dem Direktor der Hanauer Zeichenakademie Direktor Oehmichen, der es verstand die Arbeiten „alter und neuer Meister“ ins rechte Licht zu rücken.
Hannover, am 29. Juni. Nach schwerem Leiden entschlief der Landesinnungsmeister, Bernhard Seitz, im Alter von 47 Jahren. Seit 20 Jahren im Verbandsleben von Innung, Landesverband, Zentralverband und Einzelhandelsverband.
Frankfurt/M., vom 5. bis 9. September. Internationale Frankfurter Messe.
Leipzig, vom 5 bis 19. September. Leipziger Messe (mit technischer Messe).
UdSSR, im Oktober. Zwischen 1953 und 1954 hat der Kreml Goldbarren im Gegenwert von 50 bis 60 Millionen Pfund Sterling am Londoner Markt verkauft.
Landshut, am 24. Oktober. Außerordentliche Vollversammlung der Innung Niederbayern. Gäste: LIM Schmedding, Augsburg, sein Stellvertreter Raig, München; Dr. Zimmermann, Rechtsberater des LIV und Herr Trebes, HWK Passau. Mit einer Ehrenurkunde der Handwerkskammer werden Kollege Karl Herzer, Landshut, und Heinrich Hechenberger, Passau, ausgezeichnet.
Berlin, am 25. Oktober. Obermeister J.B. Drechsel eröffnet die Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung, an der auch Gäste aus Ostberlin teilnehmen. Hauptthema: Obermeisterkette! Es liegen 13 Entwürfe vor, nach der 2. Abstimmung wird der Entwurf von Ludwig Riffelmacher angenommen.
Mitteilung: Am 30. Oktober findet im Meistersaal der HWK eine Freisprechungsfeier statt. Der Fachlehrgang für arbeitslose Gold- und Silberschmiede hat begonnen und wird von 11 Teilnehmern besucht.
Ausschuss „400-Jahrfeier“: da der ZV im Jahre 1955 lediglich eine Arbeitstagung veranstalten wird – die Innung Berlin hatte an einen Goldschmiedetag und damit verbundener Bundesfachschau gedacht – wird die 400-Jahrfeier nicht im Mai, sondern am Gründungstag im Oktober ausgerichtet.
Arnstadt, im Herbst. Die Goldschmiede-Schule zieht in den Hopfengrund. Andere Bezirke der DDR schicken nach und nach ihre Lehrlinge nach Arnstadt, so dass die Lehrlinge letztendlich aus allen 15 Bezirken der DDR zentral in Arnstadt unterrichtet werden.
Stuttgart, Ende Oktober. Der OM der Innung, Werner Faas (seit 1947 im Amt), legt sein Amt nieder. Neuer OM wird der Stellvertreter Hans Mährlein.
Mainz, am 28. Oktober. Versammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung Rheinhessen. Obermeister V. Madler gibt die neuen Trauring- und Fassongoldpreise bekannt. OM der Trierer Innung, Paul Mergen, regt die Gründung eines LIV für Rheinland-Pfalz an. Die Versammlung lehnt Zwischenorganisationen ab und ist der Meinung, dass der ZIV sie wirksam vertreten könne.
Hamburg, am 28. Oktober. Innungsversammlung der Gold- und Silberschmiede. Vortrag über „Emailkunst“; weiter sind Abendkurse in Schmuckentwurf, Zeichnen und Modellieren geplant. Zum neuen Innungsobermeister wird Jean Koch gewählt. Am 30. Oktober ist die Freisprechungsfeier, die Obermeister J. Koch selbst musikalisch umrahmt.
Hannover, am 6. November. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Richard Uhlemeyer, ist im Alter von 55 Jahren verstorben.
Essen, am 4. Dezember. Wiedereröffnung des Essener Ruhrlandmuseums.
1955
Stuttgart, am 3. Januar. Heute ist der Abgabetermin für den Friedrich-Wilhelm-Müller-Wettbewerb (Entwürfe für Goldbroschen).
Hanau, im Januar. Bernd Oehmichen, Fachlehrer an der Zeichenakademie und Mitglied des Kulturausschusses im Zentralverband für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk, veröffentlicht in der „Deutschen Goldschmiede Zeitung“ einen über zweiseitigen Artikel mit dem Titel: „Lasst dem Handwerk seine Art“.
Hanau, im Februar. Richtfest am Deutschen Goldschmiedehaus. Die Mittel für den Wiederaufbau stellte die Stadt Hanau, der hessische Staat und durch Vermittlung des Zentralverbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede, der Bund zu Verfügung.
Stuttgart, am 6. März. Im Gasthof „Königstor“ tagt der Landesinnungsverband von Baden-Württemberg. Alle Obermeister des Landes sind anwesend. LIM Prof. Fritz Möhler kann zum ersten Mal auch den OM aus Freiburg, Nittel, und den OM aus Karlsruhe, Carl Hofmann, begrüßen. Die neuen Satzungen werden einstimmig angenommen. Die Landesausstellung Baden-Württemberg, auf dem Stuttgarter Killesberg, im Juli, wird mit schöpferischen Goldschmiedearbeiten ausgestattet.
Pforzheim, vom 8. bis 10. Mai. Der Internationale Kongress für Goldschmiedekunst wird in der Goldstadt abgehalten.
Karlsruhe, am 11. Mai. Der ehemalige Direktor der Goldschmiedeschule Pforzheim, Reinhold Herrmann, ist verstorben.
BRD, im Mai. Bundessieger im Leistungswettbewerb: im Goldschmieden, Richard Weiland, Baden-Württemberg; im Silberschmieden, Horst Pieper aus Hamburg.
Arnstadt. Die „Goldschmiede-Schule“ wird in Splitterberufsschule „Tilmann Riemenschneider“, später in „Zentralberufsschule Tilmann Riemenschneider”, umbenannt. Es werden unterrichtet: Goldschmiede, Silberschmiede, Schmuckgürtler, Graveure, Korpusgürtler, Lüstergürtler und Fasser.
DDR. Für Werktätige, die mit Giften arbeiten, wird eine Zuteilung Milch verabreicht. Das betrifft neben den Galvanikbetrieben auch die Goldschmiedewerkstätten.
Fredeburg, vom 19. bis 22. Mai. Arbeitstagung des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk. Jetziger Vorstand: 1. Vorsitzender: Arnold Wächter, Braunschweig / 2. Vorsitzender: OM Friedrich Raig, München / Beisitzer: LIM Albert Litzinger, Dortmund; LIM Karl H. Bräutigam, Frankfurt; LIM Fritz Schneider, Hannover; Gustav Schleede, Hamburg. LIV: Anstelle des verstorbenen LIM Seitz wird LIM Schneider, Hannover, in den Vorstand gewählt. Neu in die Satzung aufgenommen: „Einzelne Innungen können unmittelbar Mitglied des ZV werden, sofern in ihren Bezirken kein Landesinnungsverband besteht“… Es wird mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungsmäßigkeit des Befähigungsnachweises gerechnet. Weitere Themen: Meisterprüfungswesen, Gutachtertätigkeit, Werbung und Export, Kultur. Der Ausschuss gibt ein „Kunstblatt“ heraus, in dem in Abständen Dr. Oehmichen berichten wird. Im Auftrag des Hanauer Bürgermeisters Rehbein berichtet Oehmichen über den Stand der Wiedererrichtung des Deutschen Goldschmiedehauses in Hanau. Es soll wahrscheinlich im Frühjahr nächsten Jahres eröffnet werden. Direktor Steinmetz von der Mannheimer Versicherungsgesellschaft hält einen Vortrag über den Einsatz von Verbundsicherheitsglas in Verbindung mit besseren Konditionen bei den Versicherungskosten.
Pforzheim, am 22. Mai. Prof. Egon Gutmann, Kunstpädagoge und Direktor der Vereinigten Goldschmiede-, Kunst- und Werkschule Pforzheim, verstarb im Alter von 61 Jahren.
DDR, am 1. und 2. Juni. Das Zentralkomitee der SED verabschiedet ein „Zehn-Punkte-Programm“ zur Wiedervereinigung Deutschlands.
Kassel, am 16. Juli. Im Fridericianum wird die erste „documenta“, eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, eröffnet. Der große Erfolg der Veranstaltung führt dazu, dass die „documenta“ zur festen Institution innerhalb der Kunstwelt wird und alle vier bis fünf Jahre in Kassel stattfindet.
West-Berlin, am 25. Juli. Errichtung der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin.
DDR, am 18. August. Der Ministerrat der DDR ordnet die Bildung von „Produktionsgenossenschaften des Handwerks“ (PGH) an.
Essen. Heinz Ulrich Bullermann (geb. 1928 in Stade) gründet seine Goldschmiede.
Schwäb. Gmünd. Nach der Flucht in den Westen hat die Fa. August Wellner & Söhne GmbH erstmals wieder auf der Industrie-Messe Hannover ihre Produkte ausgestellt.
Schwäb. Gmünd, im Herbst. Der Landesinnungsmeister von Baden-Württemberg Prof. Fritz Möhler, Träger des „Goldenen Ehrenrings“ der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, wird beauftragt, die Württembergischen Kronjuwelen instandzusetzen.
Reutlingen, am 2. Oktober. Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung Reutlingen, in Hechingen, mit LIM Prof. Möhler. Die Gold- und Silberschmiede der Innung Reutlingen schufen eine Obermeisterkette. Entwurf: Otto Haas, Balingen und Helmut Lachenmann, Reutlingen. Ausgeführt in den Werkstätten von B. Bindlingmaier, H. Lachenmann und H. Lehmann. OM Lehmann: „Nach einjähriger, mühsamer, aber mit viel Idealismus und Liebe getragener Arbeit, wurde die Kette vollendet.“
Pforzheim. Gustav Braendle übernimmt den bekannten Schmuckbetrieb Theodor Farner, der in der Stadt seit 1853 ansässig ist.
Berlin, am 14. Oktober. Im Grünen Saal des Schöneberger Rathauses beginnt der Festakt zur Feier der 400. Wiederkehr der Gründung der Berliner Goldschmiede-Innung. Neben den hochrangigen Gästen aus Politik und Wirtschaft kann OM Drechsel vom ZV den Präsidenten Arnold Wächter, LIM Fritz Schneider, LIM Albert Litzinger, OM Zängel, Gustav Schmidt und den Präsidenten der Gesellschaft für Goldschmiedekunst F.R. Wilm begrüßen. Ein Höhepunkt ist die fertiggestellte neue Obermeisterkette. Im Ostteil der Stadt wird ebenfalls das Jubiläum gefeiert. Im Märkischen Museum werden vom 1. bis 30. Oktober wertvolle Arbeiten Berliner Goldschmiede aus vergangener und heutiger Zeit zur Schau gebracht. In Ostberlin sind in der sogenannten Berufsgruppe noch ca. 70 Betriebe organisiert.
BRD. Aus den Schächten in Rammelsburg (Harz/BRD) wurde aus dem gewonnenen Blei-Zink-Erz noch für 2.376.000,- DM Gold und für 8.761.500,- DM an Silber ausgebeutet.
Dresden, im Oktober. Die Fachzeitschrift „Feinmechanik + Optik“ veröffentlicht einen Beitrag des neuen Dresdner OM Willy Richter, in dem er für eine Goldschmiedeschule mit praktischer Ausbildung wirbt.
Zentralverband, im Oktober. Der ZV möchte ein Verzeichnis anlegen, in dem die Amts- und Obermeisterketten erfasst werden sollen. Angestrebt wird eine Fotodokumentation mit Farb-Dia-Serie, die auch den Innungen zur Verfügung stehen soll.
Münster, am 8. November. Die Innungsversammlung der Gold- und Silberschmiede eröffnet Obermeister Drabe. Bericht über die ZV-Tagungen in Fredeburg und Solingen.
1956
Baden-Württemberg. Der Kohlhammer-Verlag teilt dem ZV mit, dass die „Neue Goldschmiedekunst“ erschienen ist. Darin sind 230 Gold- und Silberschmiedearbeiten veröffentlicht. Der Verlag regt an, dass alle LIV des ZV ein solches Buchwerk herausgeben sollten.
Lindenfels. Die Delegierten des Zentralverbandes treffen sich zur Tagung im Odenwald.
DDR, vom 24. bis 30. März. Auf der Parteikonferenz der SED wird die Direktive für den nächsten Fünfjahresplan festgelegt. Die Zielsetzung lautet „Modernisierung, Mechanisierung und Automatisierung“ und sieht eine Arbeitssteigerung von 50% bis 1960 vor.
Voorschoten / Holland. Im Alter von 73 Jahren ist das Ehrenmitglied des ZV und der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Gründer der BIBAO Carel I.A. Begeer verstorben.
Dresden (DDR), am 3. Juni. Die Gemäldegalerie im Zwinger und das Staatstheater werden wiedereröffnet.
Dortmund, am 17. Juni. Im Lande Nordrhein-Westfalen schließen sich, erstmalig in der Geschichte der Region, nichtselbstständige Gold- und Silberschmiede zu einem Bund zusammen. 1. Vorsitzender J. Fritze, Dortmund.
Idar-Oberstein, am 23. Juni. Innungsversammlung der Goldschmiede für den Bezirk Koblenz. OM Albert Juchem hält einen Dia-Vortrag über Goldschmiedetechniken. Seine Ausführungen über die Arbeitstagung des ZV zeigen aufschlussreiche Details aus den Sorgen und Nöten der Handwerker in Bezug auf die Gesetzgebung. An zehn junge Meister werden die Meisterbriefe überreicht.
Berlin, am 13. Juli. Der stellvertretende ZV-Präsident H.-J. Reimann wird 70 Jahre alt. Hans-Jaro Reimann hatte ein Geschäft in der Friedrichstraße, das 1943 durch Kriegseinwirkung restlos ausbrannte.
Leipzig, am 24. Juli. Der Gründer des Fachhandelsgeschäfts für Goldschmiede Woeckel, Leipzig, Herr Wilhelm Woeckel wird 75 Jahre alt.
Augsburg, vom 27. Juli bis 16. September. Internationale Ausstellung „Schmuck. Gerät und Edelsteine“. Neben Arbeiten aus 14 europäischen Staaten, auch Exponate aus der Ostzone.
Berlin-West, am 10. August. Ludwig Riffelmacher wird 60 Jahre alt. Riffelmacher ist Sohn einer alten Goldschmiedefamilie und konnte 1937 als Reichssieger im Meisterwettkampf hervorgehen. Er entwarf auch die Berliner Obermeisterkette.
Dortmund, am 16. September. Albert Litzinger legt den Vorsitz im LIV nieder. Zum neuen Landesinnungsmeister für Nordrhein-Westfalen wird Heinz Mohr aus Köln gewählt.
Pforzheim, am 1. Oktober. An die Goldschmiedeschule wird OStR Karl Schollmayer aus Düsseldorf berufen. Er tritt an die Stelle von Prof. Gutmann.
Hannover, im Herbst. Goldschmiedemeister Herbert Bitter eröffnet in der Aegi-Passage eine Werkstatt mit Laden.
Hanau, am 29. Oktober. Der ehemalige Oberstudiendirektor Prof. Hugo Leven stirbt in Bad Soden im Alter von 82 Jahren. Leven war 1907 bis 1933 und von 1948 bis 1950 Leiter der Staatlichen Zeichenakademie. Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Prof. H. Leven setzte sich auch für die Förderung von Siegfried Männle aus Schwarzenberg ein, der später als OstR an der Akademie fungierte.
Gera, am 18. Dezember. Zur Erinnerung an seinen Urgroßvater Johann Gottfried Jahr stiftete aus Anlass der 150. Wiederkehr der Firmengründung Goldschmiedemeister Fritz Jahr für das Goldschmiedehandwerk einen „Obermeisterhammer“. Der Hammer trägt den Namen „Johann-Gottfried-Jahr-Obermeister-Hammer“ und wird der Gold- und Silberschmiede-Berufsgruppe der Stadt übereignet.
1957
Saarland, am 1. Januar. Das Saarland wird das zehnte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Erster Ministerpräsident wird Hubert Ney.
BRD. Das Handwerkszeichen der Goldschmiede in der Bundesrepublik wird eingeführt. Köln. Neuer Präsident des ZV wird Heinz Mohr aus Köln. Heinz Mohr nimmt sich besonders den Angelegenheiten über das Vermögen des ehemaligen Reichsinnungsverbandes in Berlin an. Er führt aus: „Es bestehe Hoffnung für die Rückerstattung des Vermögens, da der Zentralverband als der alleinige Nachfolger des RIV anerkannt werde…..“
Leipzig. Zur Leipziger Frühjahrsmesse werden im Grassi-Museum hervorragende Arbeiten der Familie Felber, Leipzig, von Willi Stoll, Leipzig, und von Elfriede Greif aus Lommatzsch ausgestellt. Erwähnenswerte Arbeiten in Silber von Jutta Reiche aus Leipzig, von Viola Weidermann aus Schwarzenberg und Emailarbeiten von Curt Hasenohr aus Markkleeberg.
BRD. Es wird jedem BRD-Bürger gestattet Goldbarren zum Börsenkurs zu kaufen. Der 100 Gramm Barren Feingold kostet etwa 500,- DM, der 1000 Gramm Barren Feingold kostet etwa 4900,- DM.
Trier, am 16. März. Auf der Jahreshauptversammlung der Innung wird berichtet, dass sich der ZV erst kürzlich wieder von der Leistung der Innung beeindruckt gezeigt hat.
Braunschweig, am 18. März. Jahreshauptversammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung. Neuwahlen des gesamten Vorstandes. OM Zängel hat sein Amt niedergelegt. Neuer Vorstand: OM Arnold Wächter / stellv. OM: Zängel / Schriftführer: Otto Schwacke / Kassierer: Otto Lechler.
Osnabrück, am 19. März. Die Hauptversammlung eröffnet Obermeister Franke. Innungswahl: Neuer Obermeister der 14 Mitglieder starken Innung wird Wilhelm Abeler.
Altenstein (DDR), im Frühjahr. Tagung der Thüringer Goldschmiede und Leistungsschau von etwa 350 Goldschmiedearbeiten. Beschlossen wird, im September den 1. Goldschmiede-Tag der DDR (und einzigen!), verbunden mit einer Leistungsschau, in Erfurt auszurichten.
Göttingen, am 23. März. Die Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung für den Kammerbezirk Hildesheim hält Hauptversammlung in Göttingen ab. OM Rogge begrüßt 22 Teilnehmer, darunter Goldschmiedemeister Loos aus Chemnitz (Limbach-O.). Zum OM wird einstimmig Kollege Rogge wiedergewählt. Stellvertretender OM wird Kollege Loos, gleichzeitig Obmann für Göttingen.
Berlin. Goldschmiedeobermeister J. B. Drechsel wird Vorstandsmitglied im ZV, das Amt hat er 2 Jahre inne. Am 5. Juli 1960 verstirbt der Meister.
Dortmund, am 1. April. Der ehemalige OM, jetzt Ehrenobermeister Franz Drapal stirbt kurz vor Vollendung seines 60. Lebensjahres.
Schwäb. Gmünd, im April. Ehrenmitglied des ZV und Direktor der Fachschule Prof. Walter Klein stirbt (geb. am 29. Juni 1877).
Sachsen, im April. In Zwickau, Karl-Marx-Stadt und Freiberg werden einige Goldschmiede verhaftet, denen man vorwirft gegen das Edelmetallgesetz verstoßen zu haben. Der stark belastete Curt Mißbach aus Zwickau wird später zu 7 Jahren Gefängnis verurteilt, enteignet, und sein Betrieb dem „VEB Edelschmiede“ zugeschlagen.
Braunschweig, am 28. April. Vorbereitung zur Feierlichkeit des 725. Innungsjubiläums (seit 1231). LIM Schneider regt an, die Feier noch nachträglich mit der Jahreshauptversammlung des LIV in Braunschweig auszurichten.
Schwäb. Gmünd, am 3. Mai. Die Mitglieder der Innung und Gäste aus Fulda treffen sich zur Vollversammlung. Prof. Walter Klein, der 80-jährig verstarb, wird gedacht. Klein war Direktor der Fachschule und Ehrenmitglied des Zentralverbandes. Vorträge: Kunstmaler Paul Mehringer und Dr. Werner Plate.
Stuttgart, am 5. Mai. Vorstandsitzung des LIV Baden-Württemberg. OM Mährlen empfiehlt seinen Mitgliedern den Besuch der Arbeitstagung des ZV in Würzburg und die XII. Fachtagung in Schwäb. Gmünd zu besuchen.
Würzburg, am 10. und 11. Mai. Arbeitstagung des Zentralverbandes im „Ring-Hotel“. Mitgliederzahl: 1.430. Veränderung im Vorstand: Zum ZV-Präsidenten wird LIM Heinz Mohr gewählt. Stellvertreter Prof. Fritz Möhler, Schwäb. Gmünd. Beisitzer: OM Drechsel, Berlin / OM Mährlen, Stuttgart / OM Schmedding, Augsburg. Vorträge: Direktor Oehmichen, Hanau; Dr. W. Hegemann, Frankfurt. Weitere Themen: Lehrfilm über das Goldschmiedehandwerk; Versuch die 45-Stunden-Woche einzuführen; Liberalisierung des Handels mit Barrengold; Bericht über die Wiederaufbauarbeiten des Goldschmiedehauses in Hanau. Rahmenprogramm: Vortrag von Dr. Bernd Oehmichen: „Der Goldschmied unserer Zeit“. Beiträge zum ZV: 200,- DM pauschal für 149 Mitglieder (Berlin); 3,80 DM (Innung Pforzheim) bis 13,80 DM (Innungen in Hessen) pro Jahr.
München, vom 15. bis 26. Mai. 9. Deutsche Handwerksmesse mit internationaler Beteiligung. Ausstellung in 18 Messehallen.
Braunschweig, vom 26. bis 28. Mai. Im Gildehaus versammelt sich die Braunschweiger Innung, um das seltene Jubiläum ihres 725-jährigen Bestehens zu feiern. Es ist somit die älteste bekannte Goldschmiedeordnung Deutschlands. Im Auftrage des ZV übergibt Fritz Schneider der Braunschweiger Innung einen silbernen Becher, gearbeitet vom Goldschmied van Dornick. Mit besonderer Freude wird ein Telegramm der „mitteldeutschen Kollegen“ aus Erfurt, Gera und Suhl in Empfang genommen.
Nordrhein-Westfalen. Der Jahresbeitrag zur Innungskasse kann von 24,- DM auf 18,- DM gesenkt werden. Davon werden 50% der Beiträge an den ZV weitergeleitet.
Dortmund, am 16. Juni. 1. Delegiertentagung des BNGS-NWR (Bund nichtselbständiger Gold- und Silberschmiede Nordrhein-Westfalen). Der Vorsitzende Jos. Fritze kann 15 Delegierte begrüßen. Hauptthema: Mantel- und Lohntarif.
Münster i.W., vom 16. Juni bis 7. Juli. Ausstellung von Goldschmiede- und Emailarbeiten von Frau Prof. Lili Schultz, Halle, Burg Giebichenstein (DDR).
Schwäb. Gmünd, vom 17. bis 19. Juni. Nach einer vierjährigen Pause findet wieder eine Fachtagung für Juweliere, Gold- und Silberschmiede statt. Beteiligt an der XII. Fachtagung sind die Fachschule und der Verband der Württembergischen Edelmetallindustrie.
Köln. Der ZV-Präsident Heinz Mohr bittet alle OM und Goldschmiede und die Meisterprüfungskommissionen, hervorragende Arbeiten in Form von Abbildungen an den ZV zu senden, um eine Art „Schmuckarchiv“ aufzubauen.
BRD, im Sommer.
Edelmetallpreise per Gramm:
Gold: 4,92 DM, Silber: 0,14 DM, Platin: 12,75 DM.
BRD, im Sommer. Leistungswettbewerb der Handwerksjugend.
Preisträger:
1. Peter Schelling aus Stade, * 19.12.36, ausgebildet bei Karl Dunkelstein, Hamburg.
2. Herbert Schmitz aus Köln/Deutz, * 23.4.36, ausgebildet bei Heinz Mohr, Köln.
3. Sönke Paulsen aus Heide, * 17.9.38, ausgebildet bei Otto Spliedt, Itzehoe/ Holstein.
Köln, am 9. Juli. Wahl- und Innungsversammlung. Wiedergewählt werden: OM Heinz Wehren, Köln; stellv. OM Heinz Mohr, Köln.
Idar-Oberstein, am 10. Juli. Prof. Dr. Karl Schlossmacher, bekannter Mineraloge und Gemmologe, wird 70 Jahre alt (geb. 1887 in Offenbach).
Essen, im Juli. Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahl der Gold- und Silberschmiede-Innung. Bernhard Dangelmaier wird einstimmig wiedergewählt, stellv. OM Kurt Richter, Duisburg / Lehrlingswart: Albert Classen. Als Ehrenmitglied der Innung wird William F. Kraemer, Sohn des Essener Goldschmiedes, der vor 35 Jahren in die USA auswanderte, eingeschrieben. Kraemer spendete der Innung eine ansehnliche Summe für die Anschaffung einer Obermeisterkette.
Berlin, 15. Juli. Der Obermeister und LIM von Berlin, J. B. Drechsel, wird 65 Jahre. Obermeister seit März 1952; Beisitzer im ZV-Vorstand seit Mai 1957.
Berlin, am 18. Juli. Goldschmiedehaus. Die Löschung einer Hypothek von 12.000,- RM, umgestellt auf 1.200,- DM, auf das ZV-Grundstück, Blücherstraße 19, wird vollzogen. Der Betrag wird auf das Sperrkonto der Erbin Helene Briest, Niederschönhausen/Ostberlin, eingezahlt. Gläubigerin war Frau Hedwig Kollert.
Erfurt (DDR) vom 19. bis 21. September. Im “Erfurter Hof” der Stadt wird der erste Goldschmiedetag abgehalten. Unter den 250 Gästen kann Obermeister Glaser auch etliche Kollegen aus der BRD begrüßen: ZV-Präsident Heinz Mohr, LIM Fritz Schneider, Hannover; Gesellschaft für Goldschmiedekunst Frau Dr. Stoever, Hamburg; Frau Jo Stotz, Heilbronn und der Vertreter der DGZ. Eine Ausstellung die von Erhard Brepohl organisiert wurde findet reges Interesse. Unter den Ausstellern sind Willi Hertrich und Theodor Münzner aus Annaberg; Johannes Heck aus Plauen, der mit Zuckerschale und Löffel vertreten war; Kurt Schmidt aus Steineidel mit „kühn und elegant“ gestaltetem Ring und Karl Beschor aus Karl-Marx-Stadt mit einem Armband mit Granulation.
Wiesbaden, am 22. September. Im Landesmuseum trifft sich die Deutsche Gesellschaft für Edelsteinkunde zu ihrer Jahrestagung. Vorträge von Prof. Dr. Schlossmacher, Idar-Oberstein; Dr. Eppler, Freyburg; Dr. H. Bank, Mainz. Düsseldorf, am 30. September. Herbsttagung des Landesinnungsverbandes Nordrhein-Westfalen. Alle OM und weitere 11 Vorstandsmitglieder des LIV sind erschienen. LIM Heinz Mohr referiert insbesondere über die „große Goldschmiedetagung in Erfurt“.
Hannover, im Herbst. Will Odening fertigt für die Stadt Hessisch Oldendorf eine Bürgermeisterkette in 925 Silber. Will Odening ist Fachlehrer der Gold- und Silberschmiedeklasse an der Berufsschule Hannover. Seine Atelierwerkstatt befindet sich in der Lavesstraße.
Hamburg, im Herbst. Innungswahl: Obermeister Jean Koch / Stellv. OM Paul Schmitt / Schriftführer Hans Abel / Lehrlingswart Hugo Scheele.
Münster, am 8. Oktober. Aufnahme- und Lossprechungsfeier der jungen Meister und Gesellen. Obermeister Fischer begrüßt besonders den Präsidenten des ZV Heinz Mohr, Köln. Die Aufnahme in die „Goldschmiedefamilie“ erfolgt unter dem Goldschmiedewappen, mit einem Trunk aus dem Innungspokal. Der ZV-Präsident berichtet über die Tagung in der DDR und wünscht eine weitere Pflege der Kontakte.
Essen, im Oktober. ZV-Präsident und LIM von NRW, Heiz Mohr, besucht die Freisprechungsfeier in Essen. 13 junge Handwerker werden von OM Bernhard Dangelmaier als Gesellen in die Zunft aufgenommen.
Stuttgart, am 24. November. Vorstandsitzung des LIV Baden-Württemberg. Thema: Betreuung des Berufsnachwuchses. Dem ZV wird eine Resolution zugeleitet.
Pforzheim, am 7. Dezember. Jahreshauptversammlung bei Kollmar & Jourdan. Der Umsatz konnte, im Vergleich zum Vorjahr, um 19% gesteigert werden.
1958
Berlin, am 7. Januar. Senatsbeschluss Nr. 4019/58, das Vermögen des RV wird auf den ZV übertragen. Noch am gleichen Tag legt der Berliner Juwelierverband gegen diesen Beschluss der Vermögensübertragung Einspruch ein. Der Einspruch wird später fristgerecht vom Juwelierverband zurückgenommen!
Hanau, am 19. März. Das Deutsche Goldschmiedehaus kann genau 13 Jahre nach seiner vollständigen Zerstörung, wieder aufgebaut, eingeweiht werden.
Hanau, am 29. April. Bundespräsident Prof. Theodor Heuss besucht das Deutsche Goldschmiedehaus.
Berlin, am 6. Mai. Goldschmiedehaus. Das Finanzamt Tiergarten erlässt dem ZV die Grundsteuer für 1957 auf das Grundstück, Berlin, Kluckstraße 21, „da es ohne Ertrag gewesen“ (Ruine, sonst 912,- DM Grundsteuer).
DDR, am 28. Mai. Die Volkskammer hat die Abschaffung der Lebensmittelkarten zum 1. Juni beschlossen.
Trier, am 29. Mai bis 3. Juni. Auf dem Goldschmiede-Tag wird erstmalig die auf Anregung des Vorstandes geschaffene „Goldene Ehrennadel“ vorgestellt. Die Nadel ist in 750/- Gold gefertigt und mit dem Verbandsemblem, in Karneol geschnitten, versehen. Die Nadel wird in Verbindung mit einer Urkunde an Günter Winkler, Arnold Wächter, Albert Litzinger, Fritz Raig, K.H. Bräutigam und Fritz Schneider verliehen. Bis 1972 erhielten insgesamt 11 verdiente Goldschmiedemeister diese hohe Auszeichnung. Präsident Mohr begrüßt die Delegationen aus Luxemburg, dem Saarland und die LIM aus Österreich und Norwegen und bedauerte das Fehlen der Delegation aus der Sowjetzone, da die Ausreise untersagt wurde. Themen: Einführung einer „Positivliste“ des Handwerks, der Begriff „Juwelier“; Lastenausgleichsangelegenheiten; einheitliche Gesellen- und Meisterbriefe; die Verlustrechnung der Industrie; Mitgliederwerbung; Einführung eines Schmuckwettbewerbes und die Beteiligung an der Handwerksmesse München. Einführung eines „Kavalierdienstes“ für ein Damenprogramm auf den nächsten Tagungen.
Dresden / Sowjetunion. Die Schätze des Grünen Gewölbes und einiger anderer Museen werden auf Beschluss der Sowjet-Regierung wieder an die DDR übergeben. Bereits 1959 werden sie der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.
Köln, am 12. Juni. Eintragung des ZV in das Vereinsregister. „Zentralverband für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk“, Sitz Köln, Bergisch-Gladbacher Str. 119.
Berlin, am 11. Juli. ZV-Vermögen. Zum „Goldschmiedehaus-Grenztermin“ wird J. B. Drechsel in die Kluckstraße geladen. Informiert wird darüber auch der Präsident Mohr.
Berlin, am 17. September. Das ZV-Objekt Blücherstraße hat einen EHW von 115.400,- DM. Im Februar des gleichen Jahres betrug der EHW noch 97.600,- DM. Grundbuch: Blücherstraße 19, Tempelhofer Vorstadt Band 35/ Blatt 2988/51.
Berlin, am 14. Oktober. Im Goldschmiedehaus des ZV – jetzt restlos vermietet – werden monatlich insgesamt 2.481,68 DM an Miete eingenommen. Die Geschäftsführerin für das Berlinvermögen ist Hildegard Gabriel-Radünz, Fasanenstraße 71. (Mit Wirkung vom 1. August 1958 ist Frau Hildegard Gabriel-Radünz als Geschäftsführerin für das Berlinvermögen eingesetzt.)
Köln-Tielenbruch, am 16. Oktober. Der ZV-Präsident Mohr informiert den ZV-Vorstand, die LIM und die Obermeister in einem Brief über den Sachstand des Berlinvermögens, das dem ZV am 7. Oktober übertragen wurde.
Ost-Berlin, am 2. November. Eröffnung einer Ausstellung auf der Museumsinsel mit Kunstschätzen, die 1945 in die Sowjetunion verschleppt und nun zurückgegeben wurden (darunter auch der Pergamonaltar).
DDR, am 8. Dezember. Die Volkskammer beschließt die Auflösung der Länderkammern in der DDR.
1959
Pforzheim, am 15. Januar. Tagung der Vereinigung der Bundesverbände des deutschen Schmuck- und Silberwarengewerbes im Industriehaus. Der ZV ist auf dieser Tagung durch den ZV-Präsidenten Herrn Mohr aus Köln vertreten.
Berlin, am 19. und 20. Februar. Der Vorstand des Zentralverbandes hält Sitzung. Beschäftigt wird sich mit der Vorbereitungsarbeit für die Zentralverbandstagung und dem „Berlinvermögen“. Besichtigt wird das neuerworbene Haus des ZV in der Blücherstraße.
Augsburg, am 14. April. Die Goldschmiede Schmedding in Augsburg feiert 125-jähriges Bestehen. 1834 erhielt Carl Franz Schmedding von der Augsburger Goldschmiedzunft die Konzession. Seit der Zeit ist die Firma ununterbrochen in Familienbesitz. Jetziger Inhaber Carl August Schmedding.
Idar-Oberstein, am 18. April. Auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung im Hotel Schützenhof beschließt die Versammlung in gemeinsamer, freiwilliger Arbeit eine Obermeisterkette anzufertigen. Zur Erlangung von Entwürfen hierzu wird ein Wettbewerb ausgeschrieben.
Wolfenbüttel, am 18. April. In der Lange Herzogstraße 42 eröffnet Eberhard Rullkötter ein neues Geschäft mit Werkstatt.
Düsseldorf / DGZ Nr. 4. Der ZV hat das Vorhaben, ein Schmuckarchiv mit sämtlichen dazugehörigen Unterlagen zu schaffen realisiert. Es wird berichtet, dass gute Voraussetzungen dafür geschaffen seien und dass Bildmaterial bereits in das Schmuckarchiv eingeordnet sei. Allein die Tatsache, dass der ZV alljährlich einen Schmuckwettbewerb veranstalten will, bedinge schon die Anlegung einer solchen Datei.
Stuttgart, am 26. April. Vorstandsitzung des Landesverbandes. Landesinnungsmeister Prof. Möhler begrüßt eine erfreuliche Anzahl von Obermeistern und hebt die Stellung zum ZV eingehend hervor. Der Verkauf von Schmuckwaren im Warenhaus und beim Juwelier und der auftauchende billige italienische Schmuck erfahren eine tiefgründige Beleuchtung im freien Wettbewerb.
Soltau, vom 6. bis 10. Mai. Im Haus Heidland wird die Zentralverbandstagung für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk ausgerichtet.
Der Präsident Heinz Mohr fasst die Hauptziele in 4 Punkten zusammen:
1. Die Geschlossenheit des Berufes herzustellen, ist das große Aufgabengebiet.
2. Die Leistungsfähigkeit des Berufes sicherzustellen, ist das zweite Arbeitsgebiet.
3. Das Ansehen des gesamten Berufsstandes in der Öffentlichkeit zu wahren, zu mehren und zu stärken, umfasst ein weiteres Gebiet unserer Arbeit.
4. Die Berufsorganisation hat schließlich die Aufgabe, die berechtigten Interessen des gesamten Berufsstandes gegen jedermann nach außenhin zu vertreten und wenn notwendig, mit dem Einsatz aller verfügbaren Mittel zu verteidigen.
Die Mitgliederversammlung beschließt eine Satzungsänderung. 1. Vorsitzender Heinz Mohr, 2. Vorsitzender Carl A. Schmedding, Geschäftsführer Dr. Hermann Müller, Köln, Hohenzollernring 74.
München, am 11. Mai. Obermeister Friedrich Raig wird 60 Jahre alt. Aus diesem Anlass finden sich der Innungsausschuss und namhafte Vertreter vom Fach, den Schulen und aus dem öffentlichen Leben ein.
DDR. Von insgesamt 7.919.727 Beschäftigten waren 434.749 im Handwerk tätig. Von den 359.132 Lehrlingen sind 47.026 im Handwerk beschäftigt. Goldschmiedelehrlinge insgesamt in der DDR: 138. Recklinghausen. Der Obermeister der Innung Gelsenkirchen, Herr Stein, verstirbt. Zum neuen Obermeister wird Goldschmiedemeister Kapteina, aus Gelsenkirchen gewählt.
Frankfurt/M., am 13. Mai. Zwecks Löschung der Hypothek von insgesamt 7.396,81 DM wird ein Gemeinschaftskonto von der „Berliner Handelsgesellschaft“ unter der Bezeichnung „Dr. Ing.h.c. Julius Springer und Zentralverband für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk“ unter der Nr. 8818 eröffnet. (Hypothek von Frau Marie von Waldheim, Grundstück Kluckstraße 21, Berlin. Verlagsbuchhändler Dr. Ing.h.c. J. Springer, Berlin-Zehlendorf.)
Stuttgart, am 28. Juni. Vorstandssitzung des ZV! Es wird beschlossen, in absehbarer Zeit, die Vermögen in Berlin zu besichtigen.
Berlin, am 20. Dezember. Die HYPO-Bank erklärt den Wert des Goldschmiede-Hauses, Blücherstraße 19.
1960
München, am 1. April. Goldschmiedemeister Friedrich Raig ist gestorben. Friedrich Raig ist am 11. Mai 1899 in München geboren, war von 1949 bis zu seinem Tode Obermeister der Innung München und LIM. Träger der Goldenen Ehrennadel des ZV. Zum neuen Obermeister der Innung München-Oberbayern wird Friedrich Paul (geb. 10.6.1904 in München) gewählt. Er übernimmt auch im gleichen Jahr die Aufgabe des stellvertretenden LIM Bayerns.
Dortmund, im April. Auf der Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung werden alle Ehrenamtsträger für die neue Wahlperiode bestätigt. Starke Kritik wird an den Direktverkäufen geübt, die Großhandlungen bzw. Hersteller an Privatpersonen vornehmen. Karl-Marx-Stadt (DDR). Im „Fall“ Beschor, Tröber, Graichen und einem Preisprüfer des Rates berichtet die Presse reißerisch und heizt die Gemüter der Leute auf. So hätte der Finanzbeamte Geschenke angenommen. Berichtet wird von einem Brillantring im Wert von 2.500 Mark, von einem Ring im Wert von 1.000 Mark und von einem Türkisring für 270 Mark.
Köln, im Mai. Neuer Obermeister der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung wird A. Wortmann. Geboren 1904, 1923 Gesellenprüfung mit Auszeichnung. Studium an den Kölner Werkschulen.
Berlin, am 10. Mai. Auf der Jahresversammlung der Berliner Gold- und Silberschmiedeinnung wird Goldschmiedemeister Erich Schultz, Berlin-Wilmersdorf, zum neuen Obermeister gewählt.
Freiberg / Halsbrücke (DDR) am 10. Mai. Eine sozialistische Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Dipl.-Ingenieur Richter, Dr. Ing. Schlegel, Ing. Leuchte und weiteren Mitarbeitern führte gemeinsam mit dem LEW Hennigsdorf eine Schutzgasglühanlage für Edelmetallhalbzeuge in die Produktion ein. Die Einführung bedeutet eine Steigerung der Arbeitsproduktivität und eine Einsparung von 104.420,- Mark.
Nürnberg. Obermeister Adolf Erdl (geb. 3.4.1933) wird Werkstattleiter in einem führenden Nürnberger Juweliergeschäft.
Hamburg, am 8. Juni. Kabinettmeister Heiner Koch stirbt in Hamburg im Alter von fast 89 Jahren. Er ist Vater des Landesinnungsmeisters Jean Koch und konnte noch erleben, dass sein Enkel Jean Koch jun. kürzlich Landessieger bei der Gesellenprüfung wurde.
BRD, „G+S / U/S“, im Juni. Der Münsteraner Obermeister Werner Fischer schreibt in die Zeitung ein Geleitwort für den Goldschmiedetag 1960 in Münster.
Münster, vom 7. bis 11. Juni. Tagung des Zentralverbandes der Juweliere, Gold- und Silberschmiede im Bahnhofshotel. Empfang beim Oberbürgermeister Dr. Busso Peus mit der Überreichung des silbernen Tellers durch den Obermeister Werner Fischer. Zum Festakt im Rathaus sind 300 Gäste anwesend. Begrüßung neuer Obermeister: Erich Schultz, Berlin; Alois Wortmann, Köln; P. G. Hartkopf, Düsseldorf; Paul Kapteina; Hans Ziegler, Nürnberg. Themen: Schaffung von Arbeitskreisen, Errichtung von Betriebsberatungsstellen, Fragen zur Punzierungspflicht.
Schmuckwettbewerb im Landesmuseum: Halsschmuck: 1. Preis: Hildegard Buchmann, Schwäb. Gmünd; 2. Preis: Helga Zhoms, Bad Hersfeld; 3. Preis: Reinhard Rischke, Düsseldorf. Taufschale: 1. Preis: Wolfgang Schwarzer, Pforzheim; 2. Preis: Dörte Bierkämpfer, Berlin; 3. Preis: Hedwig von Eickstedt, Pforzheim.
Köln. Goldschmiedemeister Fritz Ziehgruber restauriert in 4-jähriger Arbeit den berühmten Dreikönigsschrein.
Braunschweig / Hamburg im Juni. Die Lehrlinge und Ausbilder unternehmen eine Studienfahrt zur Degussa nach Hamburg.
Heiligendamm (DDR). Anlässlich der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm findet erstmalig eine Zusammenkunft der Absolventen der Abteilung Schmuckgestaltung statt.
Berlin am 20. Juni. Fritz Hagenmeyer, Teilhaber des Handelshauses Hagenmeyer & Kirchner, kann seinen 70. Geburtstag feiern. Heiligendamm. An der „Fachschule für angewandte Kunst“ lehrt Erhard Brepohl bis 1991. (Seit 1985 „doktor philosophiae“.)
Berlin-West, am 5. Juli. In Berlin stirbt J. B. Drechsel. Drechsel war von 1952 bis 1960 Obermeister von West-Berlin.
West-Berlin, am 13. Juli. Das „ZV-Gelände“ Kluckstraße 21 ist beräumt und neu vermessen. Eintragung im Grundbuch: Bauplatz, 499 qm, Flurgrundstück Nr. 3973.
Bundesrepublik Deutschland, am 9. August. Das Jugendarbeitsschutzgesetz tritt in Kraft. Das Mindestalter für eine Beschäftigung wird auf 14 Jahre festgelegt und die Akkord- und Fließbandarbeit für Jugendliche verboten.
Münster, am 17. September. Für das Ratssilber der Stadt stiftet anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens die Schmuck- und Uhrengroßhandlung Carl Engelkemper, im Zwei-Löwen-Club, einen silbernen Teller.
Düsseldorf, vom 22. bis 24. September. Internationaler Kongress für Goldschmiedekunst der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., Hamburg, wird ausgerichtet (siehe Programm).
Karl-Marx-Stadt (DDR), am 1. Oktober. In der „Freien Presse“ werden die Urteile gegen die Juweliere Tröber, Graichen und Beschor verkündet.
Tröber: 2,5 Jahre Gefängnis + 15.000 Mark Geldstrafe + Einzug einer Münzsammlung und Schmuck + 3 Jahre Gewerbeentzug.
Beschor: 8 Monate Gefängnis + 1000 Mark Geldstrafe.
Graichen: 5 Monate Gefängnis + 500 Mark Geldstrafe.
Bremen. Hans Bergner wird Mitglied der AKO (Arbeitsgruppe Kunsthandwerk Oldenburg).
Düsseldorf. Paul G. Hartkopf (geb. 21.5.1925 in Naumburg/Saale) wird Obermeister der Innung Düsseldorf.