Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V. header image 5

1981 – 1990

1981

München, im Januar. Gold- und Silberschmiedemeister Friedrich W. Weiss erhält das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD.

Regensburg, am 11. März. Die Innung der Goldschmiede und Silberschmiede Oberpfalz und Kreis Kelheim wählt zum neuen Obermeister Kurt Riebel jun. aus Regensburg. Er übernimmt das Amt von seinem Vater Franz Riebel.

Kiel, am 15. März. Gerhard Lehmann, Vizepräsident des ZV, wird 60 Jahre alt.

BRD, im April.

Edelmetallpreise per Gramm: Gold: ca. 35,00 DM / Silber: ca. 0,82 DM / Platin: ca. 35,00 DM.

Braunschweig, vom 7. bis 10. Mai. 750-Jahrfeier der Gold- und Silberschmiede-Innung Braunschweig. Anlass eine „neue“ Obermeisterkette zu fertigen. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit der Kollegen Herbert Mrochen und Karl-Heinz Peters. Weiter mittätig: E. Rullkötter, Franz Mölders, Hans-Heinrich Koch, Hubert Schröder, Wolfgang Herbig, Gerhard Wundenberg, E. August Grimm, Uwe Schnackenbeck, Erhard Leuner, Jost Nöschel, Hans-Joachim Graßhoff.
Der Mittelpunkt das Innungssiegel von 1675, darüber das Stadtwappen, anschließend die Wappen Wolfenbüttel, Helmstedt, Wolfsburg, Goslar, Salzgitter, Schöningen, Bad Ganderheim, Braunlage und das Handwerkerzeichen.
Der alte LIV wird aufgelöst und ein neuer Landesinnungsverband gebildet. Neuer LIM Eberhard Rullkötter. Anwesend der ZV-Präsident Bergner.

GZ, im Mai. In der Goldschmiede Zeitung werden hervorragende Emailarbeiten von Lilli Schultz, Burg Giebichenstein / Halle, vorgestellt.

Nürnberg, vom 17. bis 19. Juni. Goldschmiedetage im Nürnberger Carlton-Hotel. Begrüßung durch den Präsidenten Bergner. Gäste: Kommerzialrat Schiller, Bundesinnungsmeister aus Österreich, und Otto Assam, LIM Bayern der Uhrmacher. Gewählt wird der neue Vizepräsident des ZV Hermann Jaufmann. Ausstellung: „Verschluss – Schmuck im Wandel der Zeit“. Werner Fischer wird zum Ehrenpräsidenten ernannt. Festlegung des Beitrags für 1982 auf 72,- DM und 1983 auf 82,- DM. Bildung eines Arbeitskreises „Werbung“. Mitglieder sind die Damen Frau Braun, Frau Schönke und die Herren Jaufmann als Sprecher, Engert, Klein und Kühn jun. Neue Obermeister: LIM Peter Strunck, Hamburg; LIM Wolff, Bremen; OM Klinkhammer, Münster; OM Klaus Labisch, Essen; OM Kurt Riebel, Regensburg.

BRD, GZ/8, im August. Das neue Fachzeichen des ZV wird vorgestellt. Für Gold: Sonne; für Silber: Mond; für Edelstein: Facetten.

Hanau, im August. Wegen Renovierungs- und Umbauarbeiten bleibt das Deutsche Goldschmiedehaus bis voraussichtlich Mai 1982 geschlossen. Die Gesamtkosten des Umbaus werden mit 1,3 Millionen Mark beziffert.

Wuppertal. Im Alter von 74 Jahren stirbt der Wuppertaler Goldschmiedemeister Georg Abeler.

Karl-Marx-Stadt (DDR), vom 1. bis 10. September. Im Schaufenster der PGH Brillant, Karl-Marx-Allee 2, werden die Ergebnisse des DDR-Schmuckwettbewerbes 1981 – Gestaltung feingliedriger kleiner Damenringe – ausgestellt.

Halle (DDR), im September. Auf der Burg Giebichenstein werden Goldschmiede-Arbeiten von Burg-Schülern gezeigt, die alle nach dem Krieg entstanden sind.

Pforzheim, am 19. September. Im ehemaligen Fabrikationsgebäude der Fa. Kollmar & Jourdan wird das neu errichtete Museum eingeweiht.

Koblenz, am 26. September. 1. Obermeistertagung im Hotel Rheingold. Referat Werner Becker, Präsident der Handwerkskammer. Thema: „Aufgaben der Ehrenamtsträger des Handwerks“. Hauptthema ist der gravierende Eingriff der Uhrmacher in das Berufsbild der Goldschmiede. (Der Entwurf des neuen Berufsbildes der Uhrmacher wurde dem ZV zugesandt.) Diskussionspunkte sind: Aufgaben der Innung, Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten; Berufsbilder und Werbung. Rahmenprogramm: Eröffnung der Schlängelwoche, Schiffsfahrt nach Braubach und Ausflug nach Maria Laach.

Schwäbisch Gmünd, am 14. Oktober. Der Edelmetallindustrieverband feiert sein 75-jähriges Bestehen.

Frankfurt/M., im Oktober. Der Präsident des ZV Hans Bergner besucht in der Frankfurter Sparkasse die Ausstellung „Goldschmiedekunst 1981“.

Stuttgart, am 16. Oktober. Die „GZ“ hat ein neues „Gesicht“. Der ZV gratuliert in einem offiziellen Schreiben der „GZ“ zu ihrer neuen „Aufmachung“.

BRD, im Herbst. Die Gold- und Silberschmiede beschließen eine gemeinsame Werbeaktion. In Zusammenarbeit mit der IGC München wird die erste Werbebroschüre „Was ist Gold“ herausgegeben. Darüber hinaus wird der ZV weitere werbliche Maßnahmen zur Förderung seiner Mitglieder entwickeln.

Ahlen. Im Fortbildungszentrum wird es möglich, durch die Absolvierung von 7 Seminaren innerhalb von 12 Monaten, sich zum Edelmetalltechniker ausbilden zu lassen.

Köln, im Herbst. Anlässlich der Amtseinführung von OM Franz-Heinrich Hartmann ­lässt die Innung die alte Tradition des „Ochsenessens“ wieder aufleben. Dieser Brauch geht auf das Jahr 1496 zurück, als die Goldschmiede bei den „Schießspielen“ der Kölner Zünfte gewannen. Über den errungenen Sieg wurde ein Zunftessen veranstaltet, zu dem ein kapitaler Ochse gebraten wurde.

Ahlen, am 10. November. Zweite Gesellschaftsversammlung des Fortbildungszentrums des ZV, im Ahlener Rathaus. Der Aufsichtratsvorsitzende Werner Fischer begrüßt besonders den neuen Präsidenten des ZV Hans Bergner, Bremen. Geschäftsführerin M. Knickenberg gibt den Finanzbericht. Neuer Name: „Fortbildungszentrum Ahlen für die deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede“.

Berlin, vom 20. bis 22. November. Die größte Schmuckschau der letzten Jahre wird auf 2000 qm Ausstellungsfläche in den Hallen des Messegeländes am Funkturm gezeigt.

Mannheim, am 1. Dezember. Die ansässige Goldschmiede-Innung begeht feierlich ihr 250-jähriges Stiftungsfest im Hotel Wartburg. OM Heinz Jarosch, seit 15 Jahren der Vorsitzende, erinnert in seiner Rede an die Gründungszeit von 1731.

DDR, am 16. Dezember. Laut Mitteilung der ÖVW (Örtliche Versorgungswirtschaft) und der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik sind ab sofort alle Goldschmiedeleis­tungen (P1, P2 und Reparaturen) im Formblatt 320 unter Dienstleistungen und Reparaturen auszuweisen.

1982

Kassel, im Januar. Der OM der Innung Kassel, Eberhard Kumpe, stirbt. BRD, im Januar. ZV-Mitteilungen: „Ein Handwerk geht in ein anderes?“ Ist ein Uhrmacher + ein Goldschmied = ein Uhrschmied? Die Diskussion wird entfacht, da die Uhrmacher ihr Berufsbild ändern wollen.

DDR. Es erscheint eine Tabelle, auf der man Werte von Brillanten ermitteln kann. Die Herkunft der hektographierten Liste bleibt unbekannt. Preise für Brillanten und viele andere Edelsteine hatten bis dahin keinen offiziellen Charakter.

München, im Februar. Auf der Inhorgenta stellen 13 Goldschmiede-Innungen ihre Amtsketten aus.

GZ, im März. Hans-Jürgen Wiegleb, Wolfsburg, wird mit vier seiner Arbeiten vorgestellt. Geboren am 19. 11. 1948 in Ehrenfriedersdorf/Erzg.; 1964 Goldschmiedelehre in Braunschweig, 1971 Meisterprüfung, seit 1981 selbstständig in Wolfsburg. Auszeichnungen – Mitgliedschaften – Ehrenämter.

München, am 25. März. Freisprechungsfeier der Gold- und Silberschmiede-Innung München und Oberbayern in der kleinen Festhalle des Nobelhotels Bayrischer Hof. Die Arbeiten der 50 Absolventen sind in mehreren Vitrinen zu bewundern.

Bonn, am 25. und 26. März. Im Bonner Haus des ZV tagt die Jury, um die Preise des alle drei Jahre stattfindenden „Degussa-Wettschmieden“ zu vergeben (616 Arbeiten!).

Aschenhütte / Südharz, am 3. und 4. April. Landesinnungsverbandstagung Niedersachsen. LIM Eberhard Rullkötter kann alle OM und den ZV-Präsidenten Hans Bergner begrüßen. Die Idee von W. Grändorf, silberne Becher zu stiften, wurde realisiert und den 1. Becher erhält ZV-Präsident Hans Bergner vom LIM überreicht. Den ersten Becher hat Silberschmiedemeister Wolfgang Grändorf selbst gearbeitet.

Düsseldorf, vom 19. bis 23. Mai. Im Hotel Hilton wird die Jahrestagung des ZV abgehalten. OM Paul Hartkopf, Düsseldorf, ist Gastgeber. LIM Max Heydemann, Berlin, berichtet über den Zustand des Berlin-Objektes. Auf Vorschlag der Vollversammlung wird beschlossen, das Berlin-Vermögen in einem geeigneteren Objekt anzulegen. Einstimmig wird beschlossen, die Dienststelle des ZV von Ahlen nach Bremen zu verlegen. Lebhaft debattiert wird das neue Berufsbild der Uhrmacher. Hans Kühn überreicht den von ihm gefertigten silbernen Ehrenbecher seinem Kollegen Atemar Frère mit den Worten: „Ich habe einen Becher selbst gearbeitet für einen Kollegen, den wir alle kennen und über den ich nichts weiter sagen brauche.“

Bremen, im Mai. 2. Auflage des „Golden Buch“. Die Berufsausbildung zum Goldschmied und zum Silberschmied mit Mustern der betrieblichen Ausbildungspläne werden auf dem neusten Stand dargestellt.

Wißgoldingen, vom 2. bis 6. Juni. 15. Begegnung Schmuckschaffender im Haldenhof. Danach (10. bis 13. Juni) Treffen der Fachjugend am selben Ort.

Osnabrück-Emsland. Goldschmiedeobermeister Wolfgang Grändorf ist wiedergewählt worden.

BRD. In den rund 3000 Gold- und Silberschmieden des Landes werden zur Zeit 1693 Lehrlinge ausgebildet.

Heidelberg / Mannheim. OM Heinz Jarosch übernimmt die Regie zur Fertigung einer Obermeister-Kette. Die Lehrlinge werden in die Pflicht genommen, zur Gesellenprüfung je ein Teil der Kette zu arbeiten. So sind von 30 Lehrlingen die Glieder gefertigt worden. Die Glieder in Silber mit je einem Edelstein besetzt, der symbolisch für die Eigenschaften, die ein Meister haben sollte, steht. Die vergoldeten Zwischenteile sind von OM H. Jarosch modelliert und ausgeführt worden.

DDR, am 29. Juni. Über den Rat des Bezirkes ÖVW (Örtliche Versorgungswirtschaft) ergeht eine Anweisung, die den Transport und die Lagerung von Edelmetallen und Edelsteinen regeln soll. Gbl. Teil 1 Nr. 29 S. 541.

Dresden / Bautzen / Görlitz (DDR), vom 18. August bis 15. September. Die Exponate des DDR-offenen Schmuckwettbewerbes werden in den vorgenannten Städten bei Ulrich Kretzschmar, Dresden, Schandauer Str. 94; Eckhardt Freund, Bautzen, K.-Pachalek-Str. 5 und bei Horst Finster, Görlitz, Steinstraße 12, in den Schaufenstern ausgestellt.

Bundesrepublik Deutschland. Zählung der in die Handwerksrolle eingetragenen edelmetallverarbeitenden Betriebe: Gold- und Silberschmiede: 2.880, davon Silberschmiede: 73. Zum Vergleich Uhrmacher: 6.614. Frankfurt , am 18. September. 2. Obermeistertagung im Air Kongress Hotel in Dreieich. Bereits am Vortag fand ein Festakt in der Volksbank in Frankfurt statt mit der Preisverleihung des Wettbewerbs „Rund um die Chinaperle“. Auf Antrag von Paul Hartkopf, Düsseldorf wird über die Beschlussfähigkeit abgestimmt. Das Forum der Obermeistertagung ist nicht beschlussfähig. Abstimmungen sind nur Absichterklärungen und müssten auf der Delegiertentagung beschlossen werden. OM Hartkopf stellt einen Werbeprospekt für Goldschmiede vor. Gesellenstücke sollen nicht unter 40 und nicht über 60 Stunden in Anspruch nehmen. Arbeitsprobe 8 Stunden. Wertung 50 zu 50. Informationen über Normenkontrollklage. Kritik an die Schule Würzburg, da hier unter Vorwand des Berufsbildes der Uhrmacher eine Goldschmiedewerkstatt für die Uhrmacher eingerichtet wurde. Gespräche über Einrichtung eines Rechtskostenfonds. Frau Bergmaier bietet die Integrierung des „Tiegel“ in die „Goldschmiede Zeitung“ an. OM Gerhard Lehmann aus Kiel gibt seine Erfahrungen über Renditeberechnung mit einem Kleincomputer bekannt. Präsident Hans Bergner regt einen gemeinsamen Dachverband für die Branche an, unter Einbeziehung der Uhrmacher, Juweliere, Schmuck- und Edelsteinindustrie, des Großhandels und der Im- und Exporteure.

Dresden (DDR) / Oberfranken, vom 2. bis 3. Oktober. Etwa 30 Goldschmiede aus Nürnberg, Würzburg und Umgebung begeben sich auf eine Studienreise nach Dresden, Freiberg und Pillnitz. Krönung ist der Besuch des Grünen Gewölbes.

Schwäbisch Gmünd, am 22. Oktober. Der seit 1982 im Präsidium des ZV mitwirkende OM Peter Ferner wird für seine Leistungen um den Berufsstand mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Hanau, am 23. Oktober. Festakt zur Wiedereröffnung des Deutschen Goldschmiedehauses. Paul Hartkopf hält die Festrede. Glückwunschadressen überbringen der ZV-Präsident Hans Bergner, der Direktor des Pforzheimer Schmuckmuseums Dr. Fritz Falk. Ausgestellt werden die Arbeiten aus dem Wettbewerb „Die Kette“, insgesamt 438 Stücke.

Köln, im Herbst. OM Hartmann empfängt zum alljährlichen, traditionellen Ochsenessen, ein Brauch seit 1496, wieder die Prominenz aus Wirtschaft und Politik.

Berlin, am 18. bis 21. November. Auf dem Messegelände unter dem Funkturm werden die „Goldenen Tage“ abgehalten. OM Max Heydemann kann neben der Gattin des regierenden Bürgermeisters Marianne von Weizäcker, auch den ZV-Präsidenten Hans Bergner begrüßen. Zu sehen ist Schmuck vom 55-Karäter bis zum Silberanhänger.

Ludwigsburg, am 19. November. OM Hermann Leppert wird das Bundesverdienstkreuz verliehen. Mannheim, am 1. Dezember. Die Gold- und Silberschmiede-Innung feiert ihr 250-jähriges Bestehen.

Düsseldorf, am 1. Dezember. Zum Eligiustag gedenkt die Düsseldorfer Innung im Hilton-Hotel mit einer festlichen Versammlung der 275. Wiederkehr der Gründung der Gold- und Silberschmiedezunft. Paul G. Hartkopf übergibt Amt und Kette an den neuen OM Karl-Heinz Bründt.

1983

BRD, GZ Nr. 1. Artikel im Fachblatt: „1983 ein Jahr der ,realen Stagnation‘, oder des ,realen Nullwachstums‘.“ Bundesrepublik Deutschland. Das Jahr wird als Jahr des Handwerks ausgerufen.

Brüssel, am 20. und 21. Januar. Großveranstaltung zum Auftakt „1983 Jahr des Handwerks“. Gründer und Vorsitzender des Komitees: Paul Schnitker. Der ZDH arbeitet mit folgenden Verbänden zusammen: BGA / DIHT/ BDI / BDA / CDH / HDE / DEHOGA.

Bremen, am 28. Januar. Am Ende der Ausstellung „Rund um die Chinaperle“ des Zentralverbandes wird die Freisprechungsfeier von 11 Goldschmieden und einem Graveur durchgeführt. Zu dieser Veranstaltung kann der LIM Wolfgang Wolff den Präses der HWK Bremen und den ZV-Präsidenten begrüßen.

Frankfurt/M., am 16. Februar. Delegationen der Verbände von Goldschmieden und Uhrmachern einigen sich über das Berufsbild der Uhrmacher, die den Uhrmachern im Fertigungs- und Kenntnisbereich aus dem Berufsbild Goldschmied Zugeständnisse machen.

Essen, am 20. März. Im Flume-Haus, Hachestraße 66, wird die 56. Erfa-Veranstaltung (Erfahrungsaustausch) der Firma Flume durchgeführt.

Bielefeld, am 6. April. Auf der Innungsversammlung wird Hans-Dietrich Schlüter (geb. 28.4.1937) zum neuen Obermeister gewählt.

Cuxhaven, im April. Landesinnungsverbandstagung Niedersachsen. Ausrichter OM Lüder Wöbber. LIM Eberhard Rullkötter kann den Vizepräsidenten des ZV Gerhard Lehmann, die Obermeister der norddeutschen Goldschmiedeinnungen und Senta Bergmaier von der GZ begrüßen. Unter anderem werden folgende Lohnempfehlungen ausgesprochen: 1. Gesellenjahr: 8,80 DM, 2. Gesellenjahr: 9,60 DM, 3. Gesellenjahr: 10,40 DM, 4. Gesellenjahr: 11,40 DM, 5. Gesellenjahr 12,40 DM, Meistergeselle 2.740,- DM monatlich.

Dresden / Bärenfels (DDR), vom 2. bis 5. Mai. Im Handwerkererholungsheim „Spitzbergbaude“ in Bärenfels findet eine Informations- und Schulungstagung der Dresdner Goldschmiede-Berufsgruppe statt. U. a. berichten Kollege Greif und Kollegin Rathai über die Nachbildung des Lutherbechers. Als praktische Vorführung werden Schleifarbeiten an Schmucksteinen ausgeführt, die jeder Kollege sich in seiner Werkstatt selbst ausführen kann. (OM M. Winefeld, Innung Zwickau)

GTS Finnjet, Travemünde, vom 12. bis 15. Mai. Zentralverbandstagung an Bord der GTS Finnjet, Ziel Helsinki. Schon die Vorbereitung ergab große Schwierigkeiten, da nicht alle die Reise mitmachen wollten oder konnten, musste ein Teil der Tagung vorab in Travemünde stattfinden, was wiederum auf Ablehnung vor allem aus Bayern führte.
Wichtigster Tagesordnungspunkt ist das Abgrenzungsgespräch über den Entwurf des neuen Berufsbildes des Uhrmacherhandwerks. Im Falle der Annahme des Entwurfes durch den ZV, kündigt LIM Kühn den Austritt des Landesverbandes Bayern an.
Für 1984 wird als Beitragserhöhung die Angleichung an den Lebenshaltungskostenindex beschlossen. Als Nachfolger für den nicht mehr zur Verfügung stehenden Vizepräs. Jaufmann wird OM Joachim Flach aus Koblenz gewählt. Der Sitz des Verbandes wird nach Bremen verlegt. Der Delegierte Schuldt aus Hannover regt an, Beziehungen zu den Kollegen in der DDR aufzunehmen. OM Kirsch berichtet von seinen Kontakten zu Dresdner Kollegen. Die Tagung ist geprägt durch kontroverse Diskussionen.

Frankfurt/M., im Mai. Karl Bräutigam ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

DDR. Ein neuer Stundenverrechnungssatz ist seit November in Anwendung. Für den selbstständigen Handwerksmeister:     

Akkordrichtsatz:                               1,77 Mark
110% Mehrlohnprämie:                 1,95 Mark
                                                                3,72 Mark
112% Gemeinkostenzuschlag:     4,17 Mark
Stundenverrechnungssatz:          7,89 Mark

1983

Bremen, am 11. Juni. Der Obermeister der Innung des Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerks Aurich, Bremen, Oldenburg, Herr Wolfgang Wolff, ist 60 Jahre alt geworden.

Karl-Marx-Stadt (DDR), am 15. Juni. Zu einer festlichen Berufsgruppenversammlung laden die Karl-Marx-Städter Goldschmiede in ihr neurenoviertes „Kabinett“ ein. Ein weiterer Anlass ist die 15-jährige Amtszeit des Obermeisters Heinz Schneider, dem für seine langjährige Arbeit als OM herzlich gedankt wird.

Dresden (DDR), am 22. Juni. Leitungssitzung der Goldschmiede-Berufsgruppe in der Werkstatt des OM Dieter Forberger. Als Gast erscheint Herr Nöthzig, Direktor des Betriebsteiles der Zwickauer Edelschmiede in Dresden. Herr Nöthzig informiert, dass die Zwickauer Edelschmiede insgesamt 1150 Mitarbeiter beschäftigt, im Betriebsteil Dresden 220 Mitarbeiter sind. Weiter ging es um die Probleme des staatlichen Edelmetallankaufs.

Fulda, am 8. Oktober. Außerordentliche Mitgliederversammlung des ZV im Hotel Bachmühle.
Die Versammlung beschließt, das Berufsbild der Uhrmacher nun doch vorerst nicht zu unterschreiben und zu versuchen eine Besserung zu erreichen. Sollte der LIV Bayern im ZV bleiben, wofür LIM Heinz Kühn sich einsetzen will, wird ein Rechtskostenfond von 20,- DM erhoben.

Dresden (DDR), am 31. Oktober. Berufsgruppenversammlung der Goldschmiede im Hotel „Astoria“, Thälmannplatz. Goldschmiedemeisterin Ursel Lindner wird in die Berufsgruppe aufgenommen. Hartmut Schöne wird zur bestandenen Meisterprüfung beglückwünscht. Der Vorsitzende der Kreisgeschäftsstelle der HdB, Kollege Appelt, macht auf die äußerst kritische weltpolitische Situation aufmerksam. Er führt aus, dass der Beitrag des Handwerks zur Sicherung des Friedens in der Steigerung der Leistung und damit in der ökonomischen Stärkung der DDR liegt.

BRD. Betriebszahlen im Edelmetallgewerbe: 2.740 / Beschäftigte: 9.620 / Organisationsgrad im ZV: 55%

Pforzheim, am 6. Dezember. Das Technische Museum der Schmuck- und Uhrenindustrie Pforzheim wird offiziell eröffnet (Ehemals Kollmar & Jourdan).

1984

Dresden (DDR), am Montag, dem 12. März. Berufsgruppenversammlung im Hotel „Astoria“. Kollege Schulz von der HdB gibt einen Überblick über die wirtschaftliche und politische Situation und stellt fest, dass die Handwerkerleistungen im Bezirk auf 571 Millionen Mark angewachsen seien. Kritisiert wird die Arbeitsmoral in einigen Zweigen der Volkswirtschaft, er appelliert an das Handwerk, alle Reserven zu erschließen.

Kiel, am 12. März. Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. OM Gerhard Lehmann, seit 20 Jahren im Amt, tritt zurück. Neuer OM wird Jürgen Schütt und sein Stellv. OM Laslo Janusko, beide aus Neumünster. Verlagerung des Innungssitzes nach Neumünster.

Bremen, am 23. März. In der Dienststelle des ZV in Bremen findet eine Präsidiumssitzung statt. Neben dem vollständigen Präsidium sind die Herren Both, Gruber, Kirsch und Wolff anwesend. Themen: Vorbereitung der Goldschmiedetage Berlin und des Benvenuto-Cellini-Wettbewerbs.

Arnstadt (DDR). Auf dem Gelände der Berufsschule „Karl Liebknecht“ wird ein Lehrlingswohnheim – bestimmt auch für Goldschmiedelehrlinge – mit 180 Plätzen errichtet.

Wißgoldingen, nach Himmelfahrt. „Schmucktreffen“ – für Goldschmiede und Silberschmiede im Haldenhof, gelegen an der Hauptstraße von Schwäb. Gmünd nach Donzdorf.

Berlin, am 30. Mai. Im Vorfeld der ZV-Tagung findet im Hotel Berlin ein Sachverständigen-Seminar statt.

Berlin, vom 31. Mai bis 2. Juni. ZV-Tagung in West-Berlin im Hotel Berlin. Die Teilnehmer können auf einer Stadtrundfahrt auch Ostberlin kennen lernen. Der LIV Bayern ist inzwischen ebenso ausgetreten wie die Innung Hamburg. Die Innung Düsseldorf kündigt mit der Begründung, dass ein Antrag nicht bearbeitet wurde und das Präsidium ein Schreiben nicht beantwortete, die Mitgliedschaft auf. ZV-Präsident Bergner in seiner Festrede: „Berlin ist eine ganz besondere Stadt, mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Bonn liegt zwischen Koblenz und Köln, Berlin liegt zwischen Washington und Moskau.“ Das Präsidium erhält das Votum, das Haus Berlin zu sanieren. Kosten 600.000,- DM. Zuschüsse vom Senat der Stadt werden erwartet. Paul van Ooyen tritt aus dem Präsidium zurück, er begründet seinen Schritt mit mangelndem Vertrauen und einer Missachtung durch den Präsidenten, der einer Einladung zur LIV-Tagung NRW in Münster nicht gefolgt sei.
Nach einer hitzigen Diskussion mit wenig Verständnis füreinander verlassen der Präsident H. Bergner und die Präsidiumsmitglieder Köthe, Heydemann und Kemter den Saal. Der Rest des Präsidiums verlässt den Vorstandstisch mit der Aufforderung, dass, wenn sich 1⁄2 der Mehrheit gegen das Präsidium aussprechen, sie eine neue Sitzung einberufen sollten. OM Frère erhält die Zustimmung zur weiteren Leitung der Sitzung. Herr van Ooyen betont, dass er nun aus dem Präsidium austreten wolle, muss sich jedoch aus der Versammlung vorwerfen lassen, dass er ein Telefonat mit dem Präsidenten aufgezeichnet hat. Auf Antrag von Herrn Drabe-Soer wird dem Präsidium bei 5 Enthaltungen ohne Gegenstimme das Vertrauen ausgesprochen.
Den Silbernen Ehrenbecher erhält, aus den Händen von Atemar Frère, der OM von Ha­nau Gerd Hagemann. Hans Bergner gratuliert OM Köthe und OM Leppert zum Bundesverdienstkreuz. Mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes werden ausgezeichnet: Eberhard Rullkötter, Hermann Leppert, Gerd Hagemann.
Neue Obermeister: Konrad Karbe, Garbsen, Innung Hannover; Hans Baldur Klein, Darmstadt, Innung Frankfurt; Jürgen Schütt, Kiel; Heinrich Thon, Lüneburg.

Dresden (DDR), am 28. Mai. Treffen der Dresdner Goldschmiede mit den Obermeistern der Bezirke Erfurt, Gera, Suhl und Karl-Marx-Stadt in der Gaststätte „Elbtal“ in Laubegast.

Arnstadt (DDR). Die Lehrzeit der Goldschmiede beträgt 2 1/2 Jahre. Pro Lehrjahr bestehen 3 Klassen mit insgesamt 100 bis 110 Lehrlingen. Davon kommen ca. 25% aus dem Handwerk, die anderen aus der Industrie.

Hamburg, am 23. August. Zum ersten Mal treffen sich die Hamburger Goldschmiede und Uhrmacher zu einer gemeinsamen Diskussion am „Runden Tisch“.

DDR. Von den staatlichen Stellen wird die mangelhafte Bereitschaft zur Lehrlingsausbildung beklagt. Von den Handwerkern die völlig unzureichende Versorgung mit Werkzeugen, Hilfsmitteln und Materialien.

Cloppenburg, am 13. September. Die Gold- und Silberschmiede-Innung Osnabrück veranstaltet ihre Sitzung in dem Museumsdorf. Der Einladung von OM W. Grändorf sind bis auf 3 Kollegen alle gefolgt. Wichtigster Punkt: Der Austritt der Innung aus dem Landesinnungsverband Niedersachsen. Die Innung Osnabrück muss diesen Schritt zwangsläufig tun, da sie es ablehnte weiterhin im ZV zu sein. LIM Rullkötter versucht die Versammlung umzustimmen, „da man ohne die Mitgliedschaft auch nichts bewegen kann“.

Worpswede, am 21. September. Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Es wird beschlossen, die Geschäftsstelle in das Deutsche Goldschmiedehaus nach Hanau zu verlegen. Der Umzug soll bis zum 1. April 1985 erfolgen. Zweigstellen sollen in Schwäb. Gmünd und Pforzheim eingerichtet werden.

Hanau, im Herbst. Der ZV unterstützt die Initiative von Studiendirektor H.-U. Bullermann, Meister- und Punzierungszeichen zu sammeln. Bullermann schreibt: „Ist es nicht ein Unsinn, dass Dinge 50 oder gar 100 Jahre hinausgeschoben werden, wenn man hinterher einsieht, dass es besser gewesen wäre, sie vorher rechtzeitig zu tun ?“

DDR. Die Wünsche der Bürger werden zunehmend größer. Die Annoncen in den Presseorganen werden mit allerlei Verordnungen im Griff gehalten. Dennoch erscheinen Anzeigen, die die Zustände im Lande widerspiegeln. Einige Originalbeispiele: „Suche 2 Trauringe, einen schönen Damen- und Herrenring sowie eine Damenhalskette oder Armreif. Jede Zuschrift wird diskret behandelt.“ „Student mit handwerklichen Fähigkeiten sucht ab September Zimmer in Karl-Marx-Stadt.“ „Verk. ,Winnetou‘ von Karl May, Band I, II, und III, je 19,50 M. Suche Einbaubadewanne, 1,60 m zu kaufen.“

Schwäbisch Gmünd. Eine Bürgerinitiative erklärt die Ott-Pausersche Silberwarenfabrik zum Kulturdenkmal und beginnt damit das Objekt für die Stadt als Museum zu gewinnen.

Ahlen. Im Goldschmiedehaus Ahlen eröffnet Werner Fischer, unter der aktiven Mithilfe seiner Gattin Anni und seiner beiden Söhnen Maurus und Raphael, ein Museum, das seine Sammlungen beherbergt. Seine privaten Sammlungen „Sakrale Kunst“ und seine Sammlung seltener Uhren (summa summarum ca. 300 Stück!) macht der ehemalige ZV-Präsident damit der Öffentlichkeit zugänglich.

Trier, im Herbst. Nahe der „Porta Nigra“ hat die Trierer Handwerkskammer einen Kunsthandwerkerhof geschaffen, in dem auch eine Goldschmiede betrieben wird. Die jungen Goldschmiedemeisterinnen Margret und Monika Grewenig arbeiten und reparieren Schmuck unter den Augen der Interessierten.

Hanau, am 23. Oktober. Studiendirektor Heinz-Ulrich Bullermann ist verstorben.

Osnabrück, am 24. Oktober. Wolfgang Grändorf feiert seinen 50. Geburtstag. Lehre bei Gentsch in Göttingen, 1954 Gesellenprüfung, Meisterprüfung 1960 in Hildesheim, seit 1962 selbstständig mit Ehefrau, zum Obermeister von Osnabrück 1977 gewählt.

BRD. Betriebe im Edelmetallgewerbe: 2.665 / Beschäftigte: 9.355 / Organisationsgrad im ZV: 55%.

Mannheim, vom 3. bis 25. November. Die Gold- und Silberschmiede-Innung für den Kammerbezirk Mannheim stellt in der Stadtsparkasse Mannheim „Gestaltetes Gold“ aus. Organisator: OM Heinz Jarosch.

Karlsruhe, vom 9. bis 30. November. Die Innung der Goldschmiede Mittlerer Oberrhein zeigt eine Ausstellung unter dem Motto „Goldschmiede zeigen Edelsteine und Schmuck“ in der Sparkasse am Europaplatz. OM Johann Kölmel.

Münster, am 1. Adventssonntag. Fast 100 Goldschmiede feiern in der Clemenskirche in einer gemeinsamen Messe das Fest des Heiligen Eligius. Der Obermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung, Hans Klinkhammer, hat eingeladen, um die alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Das nächste Eligius-Treffen ist für den 1. Dezember 1985 geplant.

Berlin, am 3. Dezember. Der Ehrenobermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung Berlin, Erich Schöneberg, wird 85 Jahre alt.

Hagen, am 14. Dezember. Der OM der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung für den Kammerbezirk Dortmund, Klaus Winckel, wird 50 Jahre alt.

1985

BRD, am 1. Januar. Es treten Änderungen im Gewerbegesetz in Kraft. Besonders betroffen das Reisegewerberecht.

Dresden (DDR), am 31. Januar. Leitungssitzung der Goldschmiede-Berufsgruppe in der Werkstatt des Obermeisters Forberger. Ein Ratsbeschluss vom 25. 10. 84 legt fest, dass einheitliche Öffnungszeiten durchgesetzt werden sollen. Für die Berufe Uhrmacher, Goldschmiede und Rundfunk- und Fernseh-Mechaniker wird die Öffnungszeit auf Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr festgelegt. Diese Verordnung tritt per 1. 4. 85 in Kraft. Der OM informiert über die OM-Anleitung: „Das besondere Augenmerk ist auf die Verpflichtungsbewegung zu Ehren des 40. Jahrestages der Befreiung und die Vorbereitung des XI. Parteitages der SED zu lenken.“

Würzburg, am 23. Februar. Freisprechung für 20 junge Gold- und Silberschmiede in der Franz-Oberthür-Schule in Würzburg. Kammersieger Sascha Leder, Ausbildungsbetrieb OM Rudolf Engert.

Freiburg, am 28. Februar. OM Joh. Kemter lädt zur Jahreshauptversammlung ein. Im vollbesetzten Haus hält er Rückschau. Ausstellung: „Perlen und Korallen – Früchte des Meeres“, dazu Vorträge von Dir. Merkle und Atemar Frère. Vorschau: Die Bundesversammlung der Juweliere, Gold- und Silberschmiede im Mai 1986. Zum Ehrenobermeister werden Wilhelm Nittel und Franz Spintzik ernannt.

Kiel, am 11. März. Im kleinen Saal des Wirtschaftsministeriums überreicht Staatssekretär Dr. Kreussen Goldschmiedemeister Gerhard Lehmann, Vizepräsident des ZV, das Bundesverdienstkreuz am Bande. G. Lehmann, geboren am 15. März 1921 in Kiel, 1947 Goldschmiedemeister, 1964 Obermeister der Innung Kiel.

Saarbrücken, am 13. März. 220 Arbeiten, die zu dem vom ZV ausgeschriebenen Benvenuto-Cellini-Wettbewerb eingereicht wurden, bewertet die Jury in der Saarbank.

Zwickau (DDR). Im Jahre 1985 leben auf dem Territorium der Goldschmiede-Berufsgruppe Zwickau 851.395 Einwohner. 26 Goldschmiede-Familienbetriebe sind eingetragen. So kommt auf 31.533 Einwohner 1 Goldschmied.

Bundesrepublik Deutschland. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist gegenüber des Vorjahres um 20.000 auf 2,8 Millionen gewachsen.

Saarbrücken, vom 16. bis 19. Mai. ZV-Tagung. „Goldene Tage ’85 Saarbrücken“.Festabend auf dem Schloss Halberg. Besuch der einzigen St. Eligius-Kirche Deutschlands, etwa 20 km vom Tagungsort entfernt, in der Kleinstadt Völklingen. Die Innung Hamburg wird wieder Mitglied im ZV. Als Gast nimmt auch LIM Bayern Hans Kühn an der Tagung teil. Das Für und Wider einer 31⁄2-jährigen Ausbildung an der Schule in Schwäbisch Gmünd wird äußerst lebhaft diskutiert, dass die Entscheidung von der Zustimmung des ZV abhängig gemacht werden soll. Die unterschiedlichen Ansichten werden vor allem von OM Stumpe, Schwäb. Gmünd, und OM Kölmel, Karlsruhe, sowie entsprechenden Handwerksvertretern ausgetauscht. Der Antrag der Innung Schw. Gmünd wird in geheimer Wahl abgelehnt. Trotz fehlender Mitgliedschaft kann LIM Kühn seine Meinung zum Streit des LIV Bayern mit dem ZV darlegen. Zur Deckung der Kosten spenden verschiedene Innungen Beträge um 500,- DM. Im Vorfeld der Tagung war in der GZ eine Großanzeige erschienen, die sich äußerst kritisch mit dem Präsidium auseinandersetzte. Diese fand nicht allgemein die Zustimmung der Versammlung. Neuwahlen: Präsident erneut Hans Bergner mit 38 Stimmen vor OM Jürgen Both mit 25 Stimmen. Vizepräsident wird E. Rullkötter. Mitglieder des Präsidiums: M. Heydemann, Berlin; H. Klinkhammer, Münster; J. Kemter, Freiburg; J. Flach, Koblenz; R. Köthe, Hannover. Mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes werden folgende Kollegen geehrt: Eva Harsewinkel, Münster / Albert Welker, Neu-Isenburg / Herbert Bitter, Hannover / Hans Günther Stumpe, Schwäb. Gmünd / Hans Klinkhammer, Münster. Neuer Ober­meister für Hildesheim ist Ernst August Reinhold.

DDR. Im Lande existieren ca. 82.000 private Handwerksbetriebe und ca. 2.700 PGHs.

BRD. Der LIV-Niedersachsen empfiehlt dem ZV folgende Monatslöhne durchzusetzen:

Für Gesellen im    

1. Jahr                      1.690,- DM brutto
2. Jahr                      1.830,- DM brutto
3. Jahr                      1.990,- DM brutto
4. Jahr                      2.175,- DM brutto
für Meister ca.        2.930,- DM brutto

Köln, am 2. Juni. Der Ehrenpräsident des Zentralverbandes, Goldschmiedemeister Heinz Mohr, ist verstorben (geb. am 4. 11. 1905 in Köln).

Ahlen, am 17. Juni. Gründung des St. Eligius-Komitees im Fortbildungszentrum. Gründungsmitglieder: Ehrenpräsident des ZV Werner Fischer, LIM-NRW Paul van ­Ooyen und die Obermeister Gerhard Thewis, Aachen; Hans-Dieter Schlüter, Bielefeld; Hans Klinkhammer, Münster; Hermann Leppert, Stuttgart; Atemar Frère, Trier.

Nürnberg, vom 28. Juni bis 15. September. Anlässlich des 400. Todestages von Wenzel Jamnitzer (1508 bis 1585) veranstaltet das Germanische Nationalmuseum Nürnberg eine Ausstellung über das Werk des Goldschmiedes.

Ahlen, im Sommer. Fortbildungszentrum der Deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede. Seit Bestehen der Einrichtung haben rund 2.000 Teilnehmer die angebotenen Seminare besucht.

Dresden (DDR), am 12. Juli. Walter Stückert wird 75 Jahre alt. Gleichzeitig feiert er sein 40-jähriges Geschäftsjubiläum. W. Stückert geboren und ausgebildet in Hanau, besuchte die dortige Zeichenakademie, arbeitete bei Weißkopf in Hanau, später bei Mau in Dresden, wo er die Meisterprüfung ablegte. Ab 1. 8. 1945 selbstständig in Dresden; von 1946 bis 1953 Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für Sachsen.

Augsburg, am 1. August. Anlässlich des 2000-jährigen Jubiläums der Stadt Augsburg wurde von der Gold- und Silberschmiede-Innung eine Amtskette für den Obermeister geschaffen. In einer Feierstunde im Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses wird sie dem OM Hans Kühn übergeben. Entwurf und Ausführung: Hermann Jaufmann. Verarbeitet wurden 260 Gramm Feingold, 1000 Gramm Sterlingsilber und 32 Almandine. Auf 32 Schildplatten sind die Wappen der Stadt und des Regierungsbezirkes Schwaben eingraviert. Günter Winkler, nach dem Krieg erster Vorsitzender des ZIV, wird für seine Verdienste um das Handwerk von der HWK zum Ehrenobermeister des Schwäbischen Handwerks ernannt.

Darmstadt, vom 29. August bis 22. September. Die Innungen der Gold- und Silberschmiede Frankfurt, Neu-Isenburg, Bad Nauheim, Michelstadt und Umgebung veranstalten eine Sonderausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Obermeister Klein kann neben Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft auch den ZV-Präsidenten Hans Bergner begrüßen.

Arnstadt (DDR), am 1. September. An der neu errichteten Kommunalen Berufsschule „Karl Liebknecht“ erhalten 890 Lehrlinge in 15 Berufen ihre fachtheoretische Ausbildung. Darunter auch die Edelmetallfacharbeiter und die Schmuckgürtler. Es ist die Zentralberufsschule für das Edelmetallhandwerk in der DDR.

Leer / Ostfriesland, am 21. und 22. September. Die norddeutschen Gold- und Silberschmiede-Innungen veranstalten das 5. Norddeutsche Goldschmiedetreffen. Schirmherr: Ministerpräsident Ernst Albrecht.

DDR. Das genossenschaftliche und private Handwerk erwirtschaftet 1984 das größte Jahresresultat seit Bestehen der DDR, mit 18 Milliarden Mark. In diesem Bereich sind etwa 417.000 Menschen beschäftigt.

Koblenz, am 12. Oktober. Obermeistertagung im Ausbildungszentrum der Handwerkskammer. Eingeladen sind alle Obermeister. Der Obermeister der Innung Mittelrhein und Vizepräsident des ZV Joachim Flach begrüßt, bevor der Präsident Hans Bergner die Tagung eröffnet, auch die anwesenden Leiter der Schulen Pforzheim und Hanau, die Herren Studiendirektoren Jochem Wolters und Walter Dennert.
Konrad Karbe, Garbsen, stellt, als Darstellungsmöglichkeit für Kollegen und Innungen, seine Multimedia-Schau vor.
Im Mittelpunkt der Tagung: Fragen der Aus- und Weiterbildung. Es wird darüber abgestimmt der nächsten Delegiertenversammlung zur Abstimmung vorzuschlagen, zum einen die Errichtung von Berufsfachschulen in die Entscheidung der Innungen Baden-Württembergs zu geben und nur an den 3 traditionellen Orten der Bundesrepublik Ha­nau, Pforzheim und Schwäbisch Gmünd bei begrenzter Schülerzahl eine 31⁄2-jähr. Berufsfachschule mit Abschluss zuzulassen. Weitere Themen: Bildung eines Arbeitskreises Werbung, Vorstellung einer „Obermeistermappe“ und Satzungsfragen.

Berlin, am 23. Oktober. Jahreshauptversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung. M. Heydemann gibt als noch amtierender OM einen Bericht seiner sechsjährigen Amtszeit und gratuliert danach Burghard Grammersdorf zu seinem neuen Amt als OM. Weitere Mitglieder des Vorstandes: stellv. OM Wilfried Schlüter; Schatzmeister Gerhard Bandelow; Schriftführer Uwe Grebe. Themen: Werbung, Zeichenkurse, Edelsteinkurse und Auszeichnungen von verdienten Kollegen.

Mannheim. Heinz Jarosch, OM der Innung Heidelberg-Mannheim, wird für seine außergewöhnlichen Verdienste bei der Integration von ausländischen Studenten sowie für seine wertvolle Mitarbeit in der Innung durch den Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande der BRD geehrt.

Bremen, im Herbst. In der Güldenkammer des Rathauses wird dem Präsidenten des ZV Hans Bergner für seine Leistungen um den Berufsstand das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Münster, im Herbst. Goldschmiedemeister Salzmann und seine Museums-Werkstatt wirken bei der Filmproduktion „Stadt im Wandel“ mit.

Dresden (DDR), am 18. November. Im Beutlerpark fand ein Erfahrungsaustausch mit der „Münze“ statt. Kritisiert werden die viel zu langen Liefertermine. Bekannt gegeben wird, dass auch Altedelmetall aus der Herkunft des Intershops, das bei der Strichprobe nicht besteht, entgegengenommen wird, sofern es gestempelt ist.

Saarbrücken, am 19. Dezember. Im ARD-Wunschkonzert, mit Dagmar Berghoff und Max Schauzer, zeigen 5 Goldschmiede der Innung des Saarlandes verschiedene handwerkliche Tätigkeiten. Dabei findet die Amtskette des OM besonderes Interesse.

Deutschland.

Bekannte Preisschlüssel!    1 2 3 4 5 6 7 8 9 0
Lachmann um 1920    O R D E N T L I C H
Schmuck, Pforzheim    B A L D U R I N O S
Steine, Ruppenthal    F A L K E N H O R G
Steine, Giede    P R O F I T A B L E

1986

Bielefeld, am 5. Januar. Nachdem sich im westfälischen Ahlen das „Eligius-Komitee“ konstituiert hat, treffen sich die Mitglieder erstmals am 5. Januar in Bielefeld. Eingeladen hatte das Mitglied Hans-Dietrich Schlüter, gleichzeitig Goldschmiedeobermeister der Innung Bielefeld. Das Komitee sucht Informationen, Bildnisse, Skulpturen, Siegel und anderes für eine Dokumentation über den Schutzpatron der Gold- und Silberschmiede. Informationen an den Ehrenpräsidenten des ZV Werner Fischer.

Dresden (DDR), am 8. Januar. Leitungssitzung der Goldschmiede-Berufsgruppe. Es wird angestrebt, als Beitrag der Berufsgruppe der Goldschmiede zum XI. Parteitag der SED eine Schnellreparatur für Ketten einzuführen (Preisaufschlag von ca. 1,50 Mark.). Wer Schnellreparaturen übernimmt, muss auch die Möglichkeit zur Normalreparatur schaffen. Schnellreparaturen müssen innerhalb von 48 Stunden und Normalreparaturen innerhalb von 14 Tagen ausgeführt werden. Das Preisaktiv stellt über die Rechtsabteilung der HWK einen Antrag.

DDR. Einer Statistik zufolge wird die handwerkliche „Pro-Kopf-Leistung“ eines Goldschmiedes im Handwerk im Jahre 1986 mit 36.300,- Mark festgestellt.

Frankfurt/M., am 12. Februar. An seinem Geburtstag verstirbt Goldschmiedemeister Albert Welker. Bis 1985 Landesinnungsmeister, darauf vom ZV mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Zwickau (DDR), im Februar. „Freie Presse“ meldet: „Wussten Sie eigentlich, dass alle goldenen Trauringe aus Zwickau stammen? Jährlich werden im VEB Zwickauer Edelschmiede 150.000 Trauringe – Jahrhunderte altes Symbol gemeinsamen Glücks – hergestellt –“ (Kein Wort vom Handwerk!)

Hanau, am 2. März. Die 8. Europäische Silbertriennale wird im Deutschen Goldschmiedehaus eröffnet. Den Festvortrag hält Prof. Friedrich Becker, Düsseldorf, Träger des Goldenen Ehrenrings.

Hannover, vom 26. April bis 31. Mai. 17 Goldschmiede zeigen auf der 10. Leistungsschau ihre Arbeiten. Attraktion ist die Multi-Media-Show der Morgana Lights Art aus Bonn.

Dresden (DDR), am 28. April. Berufsgruppenversammlung im Café Hausberg. Herr Schulz von der HWK spricht im Rahmen des Handwerkerlehrjahres über den XI. Parteitag der SED. Der Referent führt aus, dass eine umfassende Analyse nach der kurzen Zeit noch nicht möglich ist. Vorrangiges Thema des Parteitages war die Erhaltung des Friedens und der damit verbundene Kampf um die Verhinderung der weiteren Anheizung der Rüstungsspirale.

Freiburg, vom 8. bis 10. Mai. Goldschmiedetage des Zentralverbandes. Motto: „Die Profilierung des Goldschmieds“ (54 stimmberechtigte Mitglieder). Die Abstimmung über die Empfehlung der Obermeistertagung in Koblenz, nur an den traditionellen 3 Standorten eine 31⁄2-jährige Ausbildung zuzulassen, nun auch in Schwäbisch Gmünd, geht positiv aus. Günter Winkler, Augsburg, wird Ehrenpräsident. Vizepräsident Rullkötter referiert zu der Arbeit des ZV im Kulturausschuss des ZDH in Bonn. Herbert Bitter wird als Vertreter des ZV in den Kulturausschuss nominiert. Preisverleihung des Wettbewerbs „Degussa Wettschmieden 1986“. Preisträger: Johannes Kemter, Freiburg / Peter Strunk, Hamburg / Bruno Schiller, Wien / Hans Bergner, Bremen / Eberhard Rullkötter, Braunschweig / Jürgen Both, Saarbrücken / Hans Klinkhammer, Münster / Burkhard Grammerstorf, Berlin, und Jürgen Schütt, Neumünster. Neuer Obermeister für Berlin: Burkhard Grammerstorf.

Gelsenkirchen, im Mai. Tagung des Landesverbandes der Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere Nordrhein-Westfalen. OM Kranefoed kann etwa 50 Delegierte aus 13 Innungen begrüßen. Diskutiert wird: Konjunkturumfrage (OM Winckel); Schutzmaßnahmen bei Raub- und Trickdiebstählen (LKA Dortmund); Begriff Juwelier (OM Pohlmann); Erfolgreiche Werbung (OM Winckel).

Wißgoldingen, vom 29. Mai bis 1. Juni. Treffen der Schmuckschaffenden auf dem Haldenhof.

Noyon / Frankreich, am 21. Juni und 22. Juni. Internationales Treffen der Freunde des Heiligen Eligius. Aus Deutschland angereist: die Mitglieder der Goldschmiedegilde St. Eligius, Sitz Paderborn, Grube 7. Vorsitzender des Komitees: Kurator Bernd Cassau.

DDR, am 1. Juli. Durch Beschluss des Ministerrates der DDR tritt im Lande ein neues Musterstatut für ELGs des Handwerks in Kraft. (Gbl. Sonderdruck Nr. 1265, vom 17. März 1986)

München, im Juli. Im Alter von 82 Jahren verstirbt der ehemalige LIM von Bayern, Fried­rich Paul. LIM seit 1966, 1979 Bundesverdienstkreuz.

Braunschweig, am 17. Juli. Goldschmiedemeister Rullkötter aus Wolfenbüttel feiert seinen 60. Geburtstag. Dazu gratuliert der OM der Innung Braunschweig.

Arnstadt (DDR). „Einladung zu den Lehrgängen für die theoretische Berufsausbildung“. Vom Lehrling sind mitzubringen: „FDJ-Bluse, Hausschuhe, Geschirrtuch und Wecker.“

Dresden (DDR), am 8. September. Leitungssitzung der Goldschmiede-Berufsgruppe in der Werkstatt des OM Forberger. TOP: Allgemeine Informationen, Meisterprüfung, Gewerbeanträge, Kasse. Erfahrungsaustausch mit der Schweriner Berufsgruppe. Weiterbildungslehrgang vom 2. bis 4. Oktober in Bärenfels.

Hanau, am 10. und 11. Oktober. Sachverständigenseminar und Obermeistertagung im Brüder Grimm Hotel. Herr Dr. Sperner von der Fa. Heraeus: Edelmetallbestimmungen.Weiter Themen waren Haftungsfragen, Entschädigungssätze, sowie Imitate und Synthesen von Edelsteinen. Obermeistertagung: Für den erkrankten Präsidenten Hans Bergner leitet der Vizepräsident Eberhard Rullkötter die Tagung. Referat von Rechtsanwalt Aberle vom ZDH zu allgemeinen Handwerksthemen wie Stellung und Wirken in der Öffentlichkeit, Strukturen der Verbände und die Verhinderung von Schwarzarbeit. Die Teilnehmer fordern eine Änderung der Gewerbesteuer und betrachten die staatlichen Ausbildungsprogramme der Länder Niedersachsen und Hessen sehr kritisch.
Als Gast erläutert der Obermeister Allekotte aus Idar-Oberstein die neue Fachhochschule, die jetzt eröffnet wird. In der Diskussion begrüßen die Obermeister zwar die Fachschule, haben jedoch Bedenken bei einer Fachhochschule. Herr Rullkötter berichtet über ein in Niedersachsen durchgeführtes Pilotprojekt der überbetrieblichen Unterweisung zwischen Auszubildenden im Einzelhandel und Handwerk.
Bei einem Besuch im Goldschmiedehaus, auf Einladung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst durch Frau Dr. A. B. Chadour zu der Ausstellung von Klaus Bohnenberger, werden die Obermeister vom Oberbürgermeister Martin der Stadt Hanau begrüßt. Der Vizepräsident E. Rullkötter bekräftigt die Verbundenheit des Zentralverbandes mit der Stadt Hanau und seinem Goldschmiedehaus, der Gesellschaft und der Zeichenakademie und überreicht ein Buch über das Handwerk, „dem Fundament allen Könnens“.

Karl-Marx-Stadt (DDR). Die Goldschmiede-Berufsgruppe hält mit den Partnerberufsgruppen von Dresden und Cottbus ein Treffen in Hetzdorf ab.

Leipzig (DDR), am 19. Oktober. Goldschmiedemeister Uwe Matthiessen wird Obermeis­ter der Leipziger Berufsgruppe.

BRD. Der Zentralverband hat 700 zahlende und stimmberechtigte Mitglieder.1987

Bremen, am 1. Januar. Das Verbandsblatt des ZV erscheint erstmals unter dem Titel „Der Ring“ (viermal jährlich!).

München, am 14. Februar. Die Vereinigung zur Förderung des Farbedelsteins „VFF“ wird gegründet und ein Vorstand von 15 Personen gewählt. 1. Vorsitzender: Helmut Leyser, Idar-Oberstein, Mainzer Str. 50-52.

DDR. Im Lande erlernen jährlich 7.800 Bürger einen Handwerksberuf. Ausgebildet wird in 105 Facharbeiterberufen.

München, im Februar. Auf der Inhorgenta wird eine „Straße der Goldschmiede“ errichtet, die interessierten Kollegen offen steht. Am Stand des Zentralverbandes stellen die Goldschmiede von Niedersachsen aus. Die Universität Braunschweig führt das erste Laserschweißgerät vor.

Berlin (DDR). Der Oberbürgermeister der Stadt Berlin Erhard Krack bekommt eine Oberbürgermeisterkette gewidmet. Das Stück wurde im VEB Prägewerk Markneukirchen/Vogtl. angefertigt. Erstmals trugen der Berliner Oberbürgermeister und der Stadtverordnetenvorsteher 1843 Ketten. Die damaligen waren aus massivem Gold und mit den verschiedenen Wappen der Stadtteile verziert.

Den Haag/Niederlande. Präsident der CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joallerie, Orfèvrerie, des Diamants, Perles et Pierres) ist Dr. Bernhard W. Buenk, Den Haag. Vorsitzender Sektor III: Rudi Biehler, München. Diese Organisation hieß früher BIBOAH.

Essen, Mitte April. Mitgliederversammlung des LIV Nordrhein-Westfalen. LIM Paul van Ooyen kann fast alle Mitglieder begrüßen. Gäste: LIM Hans Kühn, Bayern, und OM Kirsch aus Kassel. Imagewerbung: OM Winckel und Goldschmiedemeister Tiemann haben eine Broschüre entwickelt, die großen Anklang findet.

Bielefeld, am 20. April. Goldschmiedemeister Hans-Dietrich Schlüter wird 50 Jahre alt. Lehrbeginn 1954 , im Anschluss Fachschule Schwäb. Gmünd; seit 1971 alleiniger Inhaber der Fa. Juwelier Schlüter; seit dem 6. April 1983 Obermeister der Innung Ostwest­falen-Lippe.

Memmingen, am 30. April. Der OM der schwäbischen Innung und LIM des Landes Bayern Hans Kühn empfängt in seinem Haus die Geburtstagsglückwünsche zum 65.

Dresden (DDR) / Münster, vom 1. bis 4. Mai. Mitglieder der Münsteraner Innung mit deren Ehepartnern (30 Personen) wandelten auf den Spuren Dinglingers in Dresden. OM Klinkhammer überreicht Prof. Menzhausen vom Grünen Gewölbe eine Münzplastik, gestaltet von Gert Salzmann, mit dem heiligen Eligius. Weiter kommt es zu einem (unerlaubten) Kontakt mit Dresdner Goldschmieden. Abschluss der Ostreise ist Erfurt; Besuche von Dom und der Goldschmiede J. Kaiser.

DDR. „Zentral“, über das Ministerium Berlin wird für Ausbildungsbetriebe im Goldschmiedehandwerk – für Goldschmiedelehrlinge auf genehmigten Antrag – eine Sonderbestellung an Werkzeugen bereitgestellt, die über den „VEB Maschinenbauhandel Leipzig“ zu bestellen sind.

Wien, vom 27. bis 31. Mai. ZV-Tagung in der österreichischen Hauptstadt. Johannes Kemper tritt aus dem Präsidium aus. Das Mitteilungsblatt „Der Ring“ ersetzt den „Tiegel“. Gerd Hagemann gibt den Ehrenbecher an Hans Bergner weiter. Kommerzialrat Bruno Schiller wird Ehrenmitglied im ZV. Zu einer hl. Messe treffen sich die Obermeister und die österreichischen Kollegen eindrucksvoll mit ihren Amtsketten im Ste­phansdom. Neue Obermeister: Klaus Näther, Koblenz; Dieter Becker, Kaiserslautern; Konrad Bergmann, Hamburg.

Magdeburg (DDR). In Magdeburg findet eine Obermeistertagung statt, bei der eine einheitliche Meisterprüfungsordnung für die DDR gefordert wird.

Augsburg, am 13. Juni. Jahrestagung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst. Die Goldene Medaille für Goldschmiedekunst erhalten die langjährige Geschäftsführerin Dr. Ulla Stöver, Hamburg, und der scheidende Präsident Klaus Osthues, Münster.

Hamburg, im Juni. Hans K. Bergmann wird Obermeister der Hamburger Innung. Sein Großvater war „Goldarbeiter“ in Hanau, der Vater gründete das jetzige Unternehmen in Hamburg.

DDR, am 26. Juni. Erneut wird eine Umbewertung der Edelmetalle in der DDR unter dem Decknamen „Karin“ durchgeführt. Diesmal wird das Metall abgewertet. Die PAO (Preisanordnung) Nr. 560 tritt am 29. Juni in Kraft und gilt nicht für Bestände an Handelsware. „Bestände fremder Eigentümer sind zu erfassen, aber nicht umzubewerten.“
Umbewertung: 

Gold     von    250,00 Mark     auf 210,00 Mark pro Gramm
Silber    von      6,50 Mark    auf   3,45 Mark pro Gramm

Coburg, am 27. Juni. Eröffnung der Ausstellung „Email“, an der 248 Künstler aus 29 Ländern teilnehmen. Gezeigt werden rund 500 Arbeiten, davon auch Arbeiten von Beate Selig aus Rüdersdorf (DDR).

DDR. Die „Uhren und Schmuck“, September/Oktober, berichtet über einen Erfahrungsaustausch der Berufsgruppenleitungen der Bezirke Dresden, Karl-Marx-Stadt und Cottbus. Man schreibt von „kritischen Diskussionen“. Angeregt wird ferner ein „gemeinsames Sinnbild“, sprich Zunftzeichen, für die Berufsgruppen zu entwerfen.

Osnabrück, am 15. September. Die Goldschmiede von Irmgard und Wolfgang Grändorf kann auf 25-jähriges Bestehen zurückblicken. W. Grändorf ist nicht nur erfolgreich in seinem Schaffen, er ist auch Obermeister der Innung Osnabrück-Emsland.

Stuttgart, im September. Obermeister Hermann Leppert verstirbt. Ist seit 1953 öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, 1969 zum Obermeister gewählt und hat diese Funktion bis zu seinem Tode ausgeführt. Ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel des ZV 1984.

Berlin, am 19. September. Ehrenobermeister Erich Schöneberg ist im Alter von 88 Jahren verstorben. (Mitschöpfer der Berliner Obermeisterkette.)

Hamburg. Peter Strunk legt sein OM-Amt nieder; zum neuen Obermeister wird Konrad Bergmann gewählt.

Mainz, am 8. Oktober. Obermeistertagung in der Stadt.

Künzelsau, im Oktober. ZV-Präsident Hans Bergner besucht die angeblich älteste Goldschmiedefamilie der Welt und zeichnet sie mit dem Titel „familia auri faber honoris causa“ aus. Die Goldschmiedefamilie Breuninger ist in ununterbrochener Folge seit 1600 Goldschmied in der Stadt Künzelsau.

Bonn, am 17. Oktober. Obermeistertagung des ZV. Themen: Ablauf der ZV-Tagung 1988 in Pforzheim; Arbeitskreise; Herstellung und Marketing von Schmuck- und Silberwaren. In der Ländervertretung der Freien Hansestadt Bremen, in Bonn, wird unter Obermeister Grammersdorf ein Arbeitskreis „Öffentlichkeit“ gegründet.

Braunschweig, am 17. und 18. Oktober. Im Technologiepark hält Focus Control ein Seminar zum Laserschweißen ab. Gebühr pro Teilnehmer 198,- DM.

Schwäbisch Gmünd. Die Ott-Pausersche Silberwarenfabrik hat die Stadt von den Erben erworben und ein Verein bemüht sich um die Sanierung und Einrichtung eines Museums. Nach 4-jähriger Arbeit wird 1991 die Einrichtung eröffnet.

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR), im November. Das Handwerker-Lehrjahr. Thema: „Überleben der Menschheit – Schlüsselfrage der Gegenwart.“ „Die entscheidende Rolle von Wissenschaft und Technik, besonders der Schlüsseltechnologien für ein dauerhaftes, dynamisches und hohes Wirtschaftswachstum.“ Weiter heißt es: „Jenen Kräften in der BRD – vor allem vom rechten Flügel der CDU/CSU – wurde eine Abfuhr erteilt, die nach wie vor die Souveränität und Gleichberechtigung der DDR nicht anerkennen wollen und Hirngespinste über eine mögliche Wiedervereinigung kultivieren.“

Stuttgart, am 17. November. Goldschmiedemeister Leppert ist gestorben. Seit 1947 selbstständig, OM von Stuttgart.

DDR. Ein Witz kursiert: „Was ist Glück? Dass wir in Erich Honeckers DDR leben dürfen! Was ist Pech? Dass wir gerade das Glück haben!“

1988

DDR. Die Berufsnummer der Goldschmiede laut Ausbildungssystematik ist „66 255“. Ahlen. Der Profil-Verlag Kurt Vössing, Gütersloh, druckt das von Werner Fischer ver­fass­te Buch „Sakrale Kunst“ (ISBN 3-927182-00-1).

München, am 1. Januar. Neuer ZDH-Präsident ist Heribert Späth.

Frankfurt/M., am 24. Januar. Namhafte Fachleute aus dem Schmuckbereich gründen bei einem Treffen in Frankfurt eine Initiativgruppe, die sich gezielt für zeitgenössische Gestaltung im Schmuck einsetzt. Vorstand: J. Exner, Gebr. Niessing / A. Freisfeld, Münster / Anette Kopp, München / H. H. Lingenbrink, PUR-Schmuckatelier / D. von Loe, Königstein / Prof. R. Müller, Idar-Oberstein / W. P. Schwarz, Köln / A. Zickendraht, Hanau.

Hamburg, vom 30. Januar bis 1. Februar. 9. USSIFA-Messe im Modezentrum. Auf 4.500 qm Ausstellungsfläche sind 119 Aussteller vertreten.

Berlin, im Frühjahr. Die Berliner Goldschmiede-Innung, unter Obermeister Grebe, macht im „Ring“ auf sich aufmerksam. Titel: ..“Wir schmieden für Sie kostbare Pläne.“

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR), am 26. Februar. Der Rat des Bezirkes informiert seine Abgeordneten über die Eingaben und stellt u. a. fest: „Bei der Bearbeitung der Eingaben gelingt es immer besser, die Vorschläge, Hinweise und Kritiken im persönlichen Gespräch mit dem betreffenden Bürger im Wohngebiet oder den Werktätigen im Betrieb auszuwerten und an Ort und Stelle zu klären. Mit der Verwirklichung dieses Arbeitsstiles wächst zugleich bei den Werktätigen die Bereitschaft, bei der Lösung ihrer Eingaben selbst aktiv mitzuhelfen. Das trifft besonders bei den Eingaben über die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zu.“ (Eingaben im 2. Halbjahr 1988 im Bezirk K.-M.-Stadt: 11.180 insgesamt.)

Schwäbisch Gmünd, am 9. März. Der bekannte Silberschmiedemeister Peter Ferner verstirbt. (Obermeister von 1966 bis 1977. Fertigte 1980 den Eligius-Becher.)

Zwickau (DDR), am 21. April. Die Berufsgruppe der Goldschmiede versammelt sich im Zwickauer „Thüringer Hof“. Der langjährig verdiente Obermeister Mannfred Winefeld bittet aus gesundheitlichen Gründen um Entlastung. Zum neuen Obermeister wird Hans-Heinrich Träger aus Mülsen St. Jacob einstimmig gewählt. Ebenfalls einstimmig gewählt, für das Amt des Stellvertreters, Thomas Günther aus Zwickau.

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR). Für den gesamten Bezirk Karl-Marx-Stadt kommen im Jahr 1987 sowie im Jahr 1988 genau 5.700 Gramm Feingold und 123.000 Gramm Feinsilber an die Betriebe zur Verteilung.

DDR / Berlin. In der „Uhren und Schmuck“, März/April, wird der Berliner Obermeister Peter Lemcke vorgestellt. Geboren 1938; Lehre von 1954 bis 1957 in Berlin; Meisterprüfung 1966; Übernahme des väterlichen Betriebes 1973.

Pforzheim, vom 11. bis 13. Mai. ZV-Tagung im Hotel „Goldene Pforte“. Goldschmiedemeister Grebe, Berlin, stellt ein Werbekonzept der Innung vor und Herr v. Brockdorf das Werbekonzept der WGC. Hierzu wird angeregt eine Gemeinschaftswerbung mit anderen Verbänden, die „Goldene Kette“, zu bewerben. Die Innung Flensburg wird Mitglied im ZV. Neuer Obermeister: Jörg Hirner, Schwäbisch Gmünd.

Berlin (DDR). In Ost-Berlin wird ein Handwerkermuseum errichtet, in dem sich auch eine historische Goldschmiedeabteilung befindet (Nicolai-Viertel).

Neumarkt / Polen, im Mai. In dem Städtchen Sroda Slaska, in der Nähe von Breslau, wird ein mittelalterlicher Goldhort von internationaler Bedeutung gefunden.

Düsseldorf, vom 19. bis 21. August. Auf dem Messegelände NOWEA werden die Fachtage für Silber, Schmuck und Uhren abgehalten.

Dresden (DDR), am 24. August. Das Ministerium für Bezirksgeleitete Industrie und ­Lebensmittelindustrie, 1086 Berlin, Leipziger Str. 5–7, teilt wegen der Klagen mit der Versorgung von Etuis folgendes mit: „Leider jedoch ist es so, dass die ,Versorgung‘ dieses wichtigen Artikels fast vollkommen zum Erliegen gekommen ist … von bestellten 130.000 Stück Halb- und Plast-Etuis für Ringe und Trauringe ganze 1.100 Stück geliefert … die den totalen Zusammenbruch der Versorgung mit Etuis für das Handwerk verursacht haben.“

DDR / BRD. Zum Tode von Franz Josef Strauß sandte der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, an den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Richard von Weizsäcker, folgendes Beileidstelegramm: „Mit Betroffenheit habe ich die Nachricht vom Ableben des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern, Herrn Franz Josef Strauß, erhalten. Erlauben Sie mir, Ihnen mein aufrichtiges Beileid zu übermitteln. Durch sein engagiertes Wirken hat Ministerpräsident Strauß einen bleibenden Beitrag zur Entwicklung der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD geleistet.“ An die Tochter von Franz Josef Strauß, Frau Monika Hohlmeier, richtete Erich Honecker folgendes Telegramm: „Tief betroffen über das plötzliche Ableben Ihres Vaters, des Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern Franz Josef Strauß, übermittle ich Ihnen und der Familie mein tiefempfundenes Beileid. Wir werden nie vergessen, dass Ihr Vater durch sein Engagement viel für die Beziehungen zwischen der DDR und der BRD getan hat.“

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR), am 5. September. Lehrprogramm der Handwerkskammer. „Im 40. Jahr des Bestehens unserer Deutschen Demokratischen Republik wollen wir als Handwerker und Gewerbetreibende unseren bündnispolitischen Beitrag leisten.“ Orientiert an den staatlichen Planaufgaben und am wachsenden Bedarf der Bevölkerung heißt das für uns „Immer zu Diensten“. Vors. Gundermann.

München, vom 24. bis 26. September. Erstmals finden die „Münchner Uhren- und Juwelentage – Exklusiv“ statt. Ca. 150 Firmen präsentieren ihre Waren auf 600 qm, in Halle 20 des Messegeländes.

Mainz, am 8. Oktober. Obermeistertagung des Zentralverbandes und Festlegung der Goldschmiedetage 1989 in Bremerhaven. Ausschreibung eines Wettbewerbes für die Auszubildenden der Bundesrepublik Deutschland und Westberlin. Verwendung der finanziellen Zuwendung für die Ausbildung vom Bundesfinanzministerium. Die Werbeaktion von Silber- und Besteckarbeiten auf dem Inhorganta-Stand in München.

Berlin, im Oktober. Freisprechungsfeier durch den Goldschmiedemeister Kurt Weinland (Rede im „Ring“ Nr .4/1988).

Dresden (DDR), am 16. Oktober. Leitungssitzung der Goldschmiede in der Werkstatt des OM. Hauptthema: Vorbereitung der „Dinglinger-Ehrung“ zum 325. Geburtstag. Die Praktikanten Kipper, Simmchen und Linder haben das Meisterstudium erfolgreich abgeschlossen.

Dresden (DDR), am 7. November. Auf der Leitungssitzung der Goldschmiede wird festgestellt, dass erstmals der Facharbeiterprüfungsausschuss von Karl-Marx-Stadt, Leipzig, Cottbus und Dresden gemeinsam tagte. Wegen der katastrophalen Versorgung mit Federringen schreibt der OM Forberger einen Brief an die Edelschmiede Zwickau.

Schmiedefeld (DDR), vom 25. bis 27. November. Der Bezirk Erfurt lädt zur Fachtagung nach Schmiedefeld/Thür. ein. Gäste sind alle DDR-Obermeister. Dr. Erhard Brepohl hält einen sehr interessanten und mit Pointen gewürzten Vortrag über seine Reise nach Pforzheim. Außerdem kamen auch Meisterstücke zur Ausstellung; u. a. das Stück von Bertram Wurlitzer aus Erla. Die ELG Zwickau, die seit etwa 2 Jahren auch die thüringischen Bezirke mit versorgt, hat einen Materialverkaufsstand eingerichtet.

Münster, im Herbst. Zu einem Meinungsaustausch reisen Goldschmiede aus dem Müns­terland nach Krakau in Polen. Ein Lehrlingsaustausch und Gegenbesuch wird vereinbart. Teilnehmer: Gerd Salzmann, Alf Teufel, Werner Fischer, Hans Klinkhammer.

Bundesrepublik Deutschland, am 30. November. Im Bundesanzeiger Nr. 223 b ist das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe als Beilage erschienen.

1989

Wolfenbüttel, am 1. Januar. Die Länder Niedersachsen und Bremen haben sich zu einem Landesinnungsverband zusammengeschlossen. Landesinnungsmeister ist Eberhard Rullkötter, Wolfenbüttel.

Oberbayern, im Januar. Der Obermeister der Uhrmacher-Innung München und Oberbayern Rudolf Frieß schreibt dem ZV-Präsidenten Bergner einen Brief, in dem er kritisch die geschäftliche Entwicklung im Schmuck- und Edelmetallhandwerk darlegt.

Wien, am 16. Januar. Präsident Bergner folgt einer Einladung des österreichischen Bundesinnungsmeisters, Kommerzienrat Bruno Schiller. Besprochen wird die Durchführung der internationalen Fachtagung im Herbst. (Dreiländertreffen: Österreich, Bundesrepublik Deutschland, Schweiz, vom 16. bis 18. Oktober, im Palais Auersperg, Wien.)

Bundesrepublik Deutschland, am 13. März, von 21.40 Uhr bis 22.30 Uhr. ARD-Sendung über das deutsche Handwerk: „Das Handwerk und der goldene Boden“.

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR). Das Quantum der Edelmetallzuteilung für den Bezirk Karl-Marx-Stadt ist das Gleiche wie im Vorjahr. 62 Betriebe und eine PGH teilen sich in 5.700 Gramm Feingold und 123.000 Gramm Feinsilber. Das würde – statistisch betrachtet – für jeden Bürger eine jährliche Zuteilung von 0,003 Gramm Feingold ergeben. (Zuteilung für Hans-Heinrich Träger: 140 Gramm Feingold und 125 Gramm Feinsilber.)

Berlin-Ost, vom 20. bis 23. März. Die 1. (Ost)Berliner Fachtagung der Goldschmiede findet in Berlin-Hessenwinkel statt. Geladen sind u. a. alle Obermeister der DDR. Genosse Fiedler von der „Münze der DDR“ verweist darauf, „dass zur Aushändigung von Be- und Verarbeitungsgenehmigungen der Meisterabschluss und eine Gewerbegenehmigung vor­liegen muss.“ Berliner Obermeister: Peter Lemcke.

DDR / Ungarn / Österreich, am 2. Mai. Ungarn beginnt Teile des Grenzzaunes nach Österreich abzubauen. Bis 10. August verlassen etwa 1.600 DDR-Bürger das Land über diese Grenze.

Bremerhaven, vom 4. bis 6. Mai. ZV-Tagung im Weser Forum. Durchführung des Wettbewerbs „Maritime Objekte“ für Auszubildende. Der Zentralverband lädt die Sprecher der Berufsschulklassen zu einem Lehrlingsforum ein. Leiter des Forums vom ZV-Referat, Robert Köthe. Das Haus Berlin ist inzwischen renoviert. Herrn Dr. Brepohl aus der DDR wurde die Einreise verweigert. (Der ZV hätte die Tagung als internationale Veranstaltung durchführen müssen.) Herbert Bitter berichtet über die Künstlersozialversicherung und die Probleme mit dem Handwerk.
Neue OM: Manfred Kühner, Stuttgart; Karlheinz Kremp, Freiburg.

DDR. Bürgerinitiativen in den Gemeinden: „Ordentlich und schön vor der Haustür!“

DDR, am 7. Mai. Kommunalwahlen in der DDR (die Letzten!) 98,85% für die Kandidaten der NF.

DDR, am 8. Mai. Über die ELG wird auf eine „Gemeinsame Verfügung“ aufmerksam gemacht, dass gebrauchte Konsumgüter ausländischer Produktion durch gesellschaftliche Bedarfsträger nicht mehr angekauft werden dürfen. „Dabei ist es unwichtig, ob diese Güter aus Privathand oder aus den An- und Verkaufsläden bezogen werden.“ (Gemeint waren im besonderen Computer, Disketten, Videogeräte und andere Elektronik, die im Intershop gekauft und zum Teil mit 10-fachem Gewinn wieder weiter veräußert wurden.)

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR). Im Bezirk Karl-Marx-Stadt gibt es 1989 insgesamt 357 PGHs und 13.500 private Handwerksbetriebe, die insgesamt 3.800 Lehrlinge ausbilden.

DDR. Im Gesetz über den Volkswirtschaftsplan 1989 heißt es: „Die Dienstleistungen und Reparaturen sind weiter zu erhöhen und gegenüber 1988 auf 104,3% zu steigern …“ Die 1.380 PGHs der Republik beschäftigen gegenwärtig 290.000 Personen. In der DDR gibt es 60.700 Handwerksbetriebe.

Sopron (Ungarn), am 19. August. Bei einer Veranstaltung in der Stadt haben Ungarn und Österreicher gemeinsam den Grenzzaun niedergelegt. Im Anschluss daran kommt es zur Flucht von einigen Bürgern aus der DDR. Dieser Tag kann als Anfang der friedlichen Revolution betrachtet werden!

Hamburg. Anlässlich der 800-Jahrfeier des Hamburger Hafens wird ein Wettbewerb für den gesamten norddeutschen Raum ausgeschrieben. Das Motto. „Hamburg lässt sich schmücken – Schmuck am maritimen Objekt.“

Bezirk Karl-Marx-Stadt (DDR), am 5. September. Die Handwerkskammer des Bezirkes Karl-Marx-Stadt gibt eine Broschüre für die Handwerker als Lehrprogramm heraus. Titel: „Immer zu Diensten, im 40. Jahr des Bestehens unserer Republik.“

Wuppertal, am 23. September. Obermeistertagung im Waldhotel Eskeshof.Begrüßung durch den Obermeister Günter Arhelger aus Wuppertal. Themen dieser Tagung: Zulassungsvoraussetzungen zur Meisterprüfung. Die Gestaltung als Aufgabe der 90iger Jahre: Präsident Hans Bergner. Die Gestaltung wird wie Herr Köthe, Hannover, berichtet, auch erstmals im Handwerk Eingang in das neue Berufsbild finden. Herr Rullkötter stellt das Programm von der nächsten ZV-Tagung in Bad Harzburg vor.
Die Geschäftsführerin Frau Gisela Kettler referiert, anhand von Schaubildern, über die inneren Strukturen des Verbandes und seine Einbindung in die Branche und in die Handwerksorganisationen. Das Uhrenmuseum der Familie Abeler steht natürlich auch auf dem Programm „Hier dokumentiert die Familie Abeler die private Initiative. Seit 1958 wird hier, 500 Jahre Zeitmesstechnik‘ dargestellt.“

Karl-Marx-Stadt (DDR), am 7. Oktober. Bei den Feierlichkeiten anlässlich des 40. Jahrestages der DDR kommt es zu massiven Demonstrationen, die sich gegen das DDR-Regime richten.

Zwickau (DDR), am Dienstag, den 17. Oktober. Im „Haus der DSF“, Max-Pechstein-Str. 31, werden verdienstvolle Handwerker anlässlich des 40. Jahrestages der DDR ausgezeichnet.

Halle (DDR), im Oktober. Die Kunstschule Burg Giebichenstein feiert ihr 75-jähriges Bestehen.

DDR, am 23. Oktober. Demonstrationen in allen Landesteilen. Die „Montagsdemos“ kommen in Leipzig in Bewegung und breiteten sich auf das ganze Land aus (Plauen, Zwickau, Dresden, Karl-Marx-Stadt usw.). Zur Montagsdemo in Zwickau kommen ca. 15.000 Bürger in der Stadt zusammen. Den bereitstehenden Polizisten rufen die Demonstranten zu: „Grüner Mann – schließ Dich
an!!“

BRD / DDR. Goldschmiedemeisterprüfungen in Deutschland. In Westdeutschland legten 264 und in der DDR 47 Goldschmiede die Meisterprüfung ab.

Karl-Marx-Stadt (DDR), am 5. November. In der Stadt diskutieren im Verlauf des Tages Bürger an drei Orten mit Funktionären der Stadt, des Bezirks und der FDJ. 200 Teilnehmer zählt die Diskussionsrunde im Jugendklubhaus „Fritz Heckert“. Völlig überfüllt ist ein Forum zu Fragen der Bildungspolitik im kleinen Saal der Stadthalle. In der Technischen Universität debattieren 1000 Menschen unter anderem über ein neues Wahlrecht. Kritik hagelt es an die Adresse des SED-Bezirkschef Siegfried Lorenz, da er sich nicht selbst den Fragen der Bürger stellt.

DDR / BRD am 9. November. Günter Schabowski gibt bei einer Kundgebung in Berlin bekannt, dass die Grenzen zur BRD soeben geöffnet wurden (ca. 21.00 Uhr). In Berlin setzt eine wahre Völkerwanderung zu den Grenzübergangsstellen ein.

Bremen, am 14. November. Der zukünftige Generalsekretär des ZDH, Eberhard Schleyer, stattet in der ZV-Dienststelle seinen Antrittsbesuch ab und diskutiert mit dem ZV-Präsidenten Hans Bergner über die derzeitige Lage im Handwerk.

Dresden (DDR), vom 24. bis 26. November. In Dresden wird, anlässlich des 325. Geburtstages von J. M. Dinglinger, eine Fachtagung mit Beratung und kulturellem Programm der Bezirksobermeister in der Kreisgeschäftsstelle der Handwerkskammer des Bezirkes abgehalten. Einladung von Obermeister Dieter Forberger!

DDR / BRD, Anfang Dezember. Der Wechselkurs Ostmark zu Westmark klettert auf ca. 20 : 1 (vor der Grenzöffnung rund 5 : 1).

Dresden (DDR), am 2. Dezember. Obermeister Dieter Forberger stellt sich einem ADN-Interview anlässlich des Obermeistertreffens und der Geburtstagsfeierlichkeiten zum 325. Jahrestag von J.M. Dinglinger. Zitat von D. Forberger in der Presse: „Die derzeitlichen materiell-technischen Voraussetzungen seien jedoch kein ,goldener Boden‘ für die Gold- und Silberschmiedekunst im Lande. Vielmehr sei diese zu einem Reparaturhandwerk herabqualifiziert worden, bedingt vor allem durch einen erheblichen Mangel an Schmuck-Ersatzteilen und Halbfabrikaten. Nicht im Fachhandel, wo sie dringend benötigt werden, sondern im Sortiment der Intershops seien diese ,Raritäten‘ zu finden.“

Halle (DDR), am 4. Dezember. Arthur Rieck, Halle, verbreitet ein Papier an die Kollegen Obermeister, dass von ihm, Obermeister Galke, Magdeburg, und Obermeister Matthiessen, Leipzig, erarbeitet wurde und an die Handwerkskammern der Bezirke weitergeleitet werden soll. Das Schreiben beinhaltet folgende Forderungen:
- Offenlegung der Edelmetallverteilung
- unbegrenzter Edelmetallankauf der Handwerker
- einheitliche Stundenverrechnungssätze Devisen für Werkzeuge, Literatur u. a.
- Ausgliederung aus der jetzigen Abhängigkeit von VEB Maschinenbauhandel
- sofortige Verteilung von den VE-Ressourcen an die Privaten.
- und die unter LVO laufenden Werkzeuge und Maschinen.
Der letzte Punkt wörtlich: „- absolute Gleichstellung der privaten Handwerker und der VEB, DLK und PGH beim Ankauf von Werkzeugen, Maschinen, Ersatzteilen und Besatzmaterialien.”

Schwerin (DDR), am 18. Dezember. Obermeister des Bezirkes Schwerin, Wilfried Nothdurft, sendet ein Schreiben an die Bezirks-Obermeister und regt zur Innungsgründung an. Im Schreiben bereits beiliegend – ein „Musterstatut“.

Karl-Marx-Stadt (DDR), am 29. Dezember. Im „Karl-Marx-Städter Handwerk“ wird der „Reformkatalog zur Erhaltung des Handwerks in der DDR“ von den Autoren Pfeil und Hartwig veröffentlicht. ( Konditormeister Hartwig wird später Präsident der Handwerkskammer im Regierungsbezirk Chemnitz.)

Arnstadt (DDR) / Kassel. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Kassel – Arnstadt nimmt der Goldschmiede-Obermeister Kirsch (Hessen) Kontakt zur Berufsschule in Arnstadt auf. Durch die kooperative Zusammenarbeit zwischen der Handwerkskammer Kassel, der Handwerkskammer Erfurt und der Berufsschule Arnstadt wurde es möglich, unter dem Begriff „Aufbauhilfe Ost“ im darauffolgenden Jahr eine neue Werkstatt mit 25 Arbeitsplätzen einzurichten.

1990

Ahlen, am 13. Januar. Werner Fischer, Gründer des Fortbildungszentrums in Ahlen und ehemaliger ZV-Präsident bis 1980, wird 60 Jahre alt. Werner Fischer lernte bei Abeler in Münster; wird 1957 OM in Münster und 1968 Präsidiumsmitglied des ZV. 1971 wird Werner Fischer in Saarbrücken zum ZV-Präsidenten gewählt.

Berlin-Ost, Anfang Januar. Die Berliner Goldschmiede, unter Obermeister Peter Lemcke, halten in Berlin eine „Krisensitzung“ ab.

Dresden (DDR), am 15. Januar. Leitungssitzung der Goldschmiede-Berufsgruppe in der Werkstatt von U. Kretzschmar. TOP 1: Gegenwärtige Situation des Handwerks. TOP 2: Gründung einer Dresdner Gold- und Silberschmiedeinnung.

Magdeburg (DDR), am 16. Januar. Neugründung der Innung der Gold- und Silberschmiede und Graveure. Wenig später treten die Graveure aus der Innung aus und gründen einen eigenen Verband. Zum OM wird erneut Hermann Galke gewählt. Hermann Galke, geb. 1945, Meisterprüfung 1971, seit 1983 Obermeister der Berufsgruppe des Bezirkes Magdeburg.

Hannover. „Der Ring“ Nr. 1/90. Herbert Bitter berichtet in einem Artikel über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in der „noch-DDR“.

DDR, am 1. März. Ein Musterprotestschreiben wird von den Berufsgruppen verfasst und über die Obermeister an das Ministerium geleitet. Inhalt: Der Differenzausgleich bei der Edelmetallumbewertung.

Deutschland, am 1. März. Der Verlag „gold+silber / uhren+schmuck“ aus Leinfelden-Echterdingen nimmt Kontakt mit seiner Zielgruppe im Osten auf und verschickt ab 1. März die Zeitschrift für ein Jahr kostenlos.

Würzburg, am 3. und 4. März. Treffen der Mitglieder der Gilde des Heiligen Eligius im Mainfränkischen Museum. Themen: Aufnahmeritus und Wettbewerb. Die nächsten Eligiustage finden am 28. und 29. April in Paderborn statt. Kurator: Werner Fischer.

Solingen, am 8. März. Obermeister Siegfried Pohlmann verstirbt.

Frankfurt/M., am 12. März. Goldschmiedemeister Fritz Braun verstirbt (geb. 1927 in Alfeld/Leine). Schüler der Zeichenakademie Hanau, 1952 selbstständig. Geschäft in Frankfurt, Mainzer Landstraße, seit 1955.

Görlitz /Jonsdorf (DDR), am 12. März. In der Gaststätte „Gondelfahrt“ wird die „Goldschmiede-Innung Oberlausitz”, Sitz Görlitz, Hospitalstraße 1, gegründet. Zum Ober­meis­ter wird der langjährige Obermeister Lothar Voigt – seit dem 13. Mai 1964 im Amt – wiedergewählt. Stellvertreter Horst Navratiel, beide aus Görlitz. Der Innungsbezirk um-fasst die Kreise Görlitz, Bautzen, Löbau, Zittau, Kamenz, Hoyerswerda, Niesky und Bischofswerda.

Stuttgart, im März. Der Rühle-Diebener-Verlag bittet seine Leser der Goldschmiede Zeitung „Geschenk-Abos“ für DDR-Goldschmiede zu zeichnen.

Ost-Berlin, im März. Die Gold- und Silberschmiedeinnung in Ost-Berlin hält eine Veranstaltung zur Neugründung ab. Die 46 Mitglieder sprechen erneut Peter Lemcke ihr Vertrauen aus.

Bremen, am 12. März. Das „alte“ Präsidium des ZV tagt zum letzten Mal. Themen: Die Entwicklung in der DDR; Neuordung der Ausbildung; Vorbereitung der Tagung und Durchführung der Wahl. Bergner, Rullkötter, Flach, Heydemann, Köthe, Klinkhammer.

Hagen, im März. Auf dem Landesinnungsverbandstag Nordrhein-Westfalen wird der Vorstand neu gewählt: Landesinnungsmeister Klaus Winckel, Stellvertreter Klaus Labisch, Vorstandsmitglieder: Bründt, Krefeld; Schlüter, Bielefeld; Arhelger, Wuppertal.

Ahlen, im März. Das Fortbildungszentrum Ahlen der deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede beginnt mit einer sogenannten „DDR-Aktion” für ihre Bildungsstätte zu werben.

Halle (DDR), im März. Neugründung der Gold- und Silberschmiede-Innung im Bezirk Halle. Bei der Innungsgründung mit Neuwahl sind etwa 75 Kollegen erschienen. Zum Obermeister wird Bernd Swiekatowski gewählt. Sein Stellvertreter wird Kollege Kapp.

Bad Iburg, im März. Jahreshauptversammlung der Goldschmiedeinnung Osnabrück-Emsland. Der OM Grändorf informiert über die Absicht zum Beitritt in den niedersächsischen LIV. Darüber hinaus ist er für Kontakte mit den Gold- und Silberschmiedeinnungen Greifswald und Neustrelitz (beide DDR). Auch sollen Spenden zur Verfügung gestellt werden.

Dresden (DDR), im März. Verkaufsausstellung von BRD-Firmen für „Edelsteine, Schmuck und Juwelierbedarf“ in den Fucik-Hallen, zu DDR-Mark. (Über 150.000 Besucher).

Braunschweig, am 19. März. Versammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung. OM Rullkötter kann ca. 40 Gäste aus der DDR begrüßen. OM Galke aus Magdeburg nimmt einen Schluck aus dem Meisterbecher und wird weiterhin mit einem Innungsbrief der Goldschmiede zu Braunschweig von 1231 bedacht, die anlässlich der 750-Jahr-Feier herausgegeben wurden.

Bremen, am 30. März. Das Präsidium des ZV hat den Dresdner OM Dieter Forberger als Ratgeber in Berufsangelegenheiten in der DDR ins Präsidium gerufen, da er bereits ein gewählter Sprecher der DDR-Kollegen ist. (Empfang von Hans Bergner in der ZV-Dienststelle.)

BRD / DDR, Ende März. Der DDR-Handel kann ab sofort unbegrenzt Waren und Dienstleistungen aus der BRD beziehen und gegen einheimische Währung oder DM anbieten. BDI-Präsident Dr. Tyll Necker schreibt: „Die Pläne für die künftigen DDR-Aktivitäten sind auch eine Stilfrage. Die großen Betriebsformen hierzulande halten sich damit nicht lange auf. Fast täglich berichtet die Presse von Kooperationen bzw. Kooperationsabsichten dieser Firmen. Ganz so als gelte es, im Stil des Kolonialismus noch unbesetztes Terrain in Beschlag zu nehmen ….“

Schweinfurt, am 31. März. Jahreshauptversammlung der Juwelier-, Gold- und Silberschmiede-Innung Unterfranken. Bei den anstehenden Neuwahlen wird der bisherige OM Rudolf Leder, Schweinfurt, sein Stellvertreter Günter Engelhard, Würzburg, und der bisherige Innungsvorstand wiedergewählt. Als Gäste sind 9 Kollegen aus Thüringen unter Führung von OM Helfricht aus Zella-Mehlis anwesend.

DDR, am 10. April. Eine Mitteilung des Ministerrats des DDR-Ministeriums der Finanzen und Preise : “…, dass die Edelmetallbestände bis auf weiteres zu den bisher geltenden Aufkaufpreisen aufgekauft werden.“ (à Gramm Feingold ca. 200,- DDR-Mark)

 BRD, „Uhren + Schmuck”, im April. „Uhrenindustrie sieht Chancen in der DDR“.(DDR: rund 12.000 Mitarbeiter und rund 12 Millionen Uhren und Uhrwerke jährlich. (Ruhla, Glashütte, Weimar) Der Sachverständigenrat macht darauf aufmerksam, „dass die Uhren- wie die Schmuckindustrie eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit auf Grund struktureller Beschaffenheit schwerlich verkraften könne. Niemand dürfe übersehen, dass im vergangenen Jahr allein 42,3 Mio. Kleinuhren in die BRD (hauptsächlich aus Fernost) eingeführt worden seien.”

BRD, „Uhren + Schmuck”, im April. Der IHK-Präsident Nordschwarzwald, Werner Weber, fordert in der Vollversammlung sich als sogenannte „Patenfirmen“ für DDR-Betriebe zur Verfügung zu stellen.

Karl-Marx-Stadt (DDR), am 24. und 25. April. Im Schulungsobjekt der Handwerkskammer (Esche-Villa) veranstalten einige Firmen aus der BRD eine Ausstellung mit Verkauf von Schmuckwaren, Uhren, Steinen und Furnituren. Die Bezahlung kann in Ostmark, oder – auch wahlweise nach der Währungsunion – in DM erfolgen.
Beteiligt sind die Firmen Siebler & Rothfuß aus Pforzheim, vertreten durch Herrn Schiefer aus Flöha, sowie die Zuchtperlhandlung Roth aus Pforzheim und andere.

Dresden (DDR), am 27. April. Im Hotel „Astoria“ wird die Dresdner Gold- und Silberschmiedeinnung neu gegründet. Prominentester Gast ist der Präsident des Zentralverbandes Hans Bergner aus Bremen. (Bremen ist derzeitiger Sitz des Zentralverbandes.) Die Firmen Schmalz und Hans Staib aus Pforzheim bringen heiß begehrte Werkzeuge mit, die zur Verlosung kommen. Der Erlös daraus fließt in die noch junge und leere Innungskasse. (Beachtliche 2.100 Ostmark!) Der Innungsvorstand: Obermeister Dieter Forberger, Stellvertreter Ulrich Kretzschmar, Gerhard Kurzawski, Monika Salomon und Herbert Fuchs aus Meißen.

München, am 7. Mai. Chef des Goldschmiede-Handelshauses Horst Berger wird 85 Jahre alt. Horst Berger hat einen Sohn und drei Töchter. Sein Sohn Hannes (geb. 1957) leitet das Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitern.

“Goldschmiede Zeitung“ Nr. 5, im Mai. Hochschullehrer Prof. Dr. Erhard Brepohl veröffentlicht in der Fachzeitschrift einen Situationsbericht des Goldschmiedehandwerks in der DDR.

BRD / DDR, am 8. Mai. Die EG-Kommission hat einer Erhöhung der Mittel aus dem „Marshall-Plan“ um das Fünffache zugestimmt. Der „Marshall-Plan“ ist im Zuge des Einigungsprozesses beider deutscher Staaten auf die DDR ausgedehnt worden. Die Gesamtsumme wird auf sechs Milliarden DM erhöht.

Berlin, am 8. und 9. Mai. Im Bundesinstitut für Berufsbildung tagen die Sachverständigen des Handwerks. Von Seiten der Goldschmiede sind delegiert: Hans Bergner, Hans Klinkhammer und R. Köthe.

Bayern / Sachsen, am 10. Mai. Das Handelshaus für Werkzeuge, Schmuck und Uhren Horst Berger, München und Bamberg, lädt die Goldschmiede des Bezirkes Karl-Marx-Stadt zu einem Besuch in ihre Geschäftsräume nach München ein. Die Fahrt wird mit einem von der Firma gemieteten Bus durchgeführt und beginnt ab Hof. Treffpunkt ist die Freiheitshalle der Stadt.

Dresden (DDR), am 10. Mai. Goldschmiedemeister Stückert schreibt im Namen der Berufsgruppe einen Brief an das Ministerium für Finanzen, in dem er seinen Unmut über die Verfahrensweise des Edelmetallrückkaufes durch den VEB Münze, Berlin, zum Ausdruck bringt.

Wolfenbüttel, im Mai. Eine Ehrenamtskette für den Landesinnungsmeister der Länder Niedersachsen und Bremen stellt Eberhard Rullkötter fertig.

Pforzheim, am 17. Mai. Die Lehrer der Pforzheimer Fachschule, Ulrich Haaß und Ulrich Haager, fahren gemeinsam mit 5 Schülern verschiedener Klassen zu einem Gegenbesuch nach Heiligendamm. Eingeladen hat Dr. Erhard Brepohl, der die Goldschmiedeschule von Heiligendamm mit den Gästen besichtigt.

Dresden (DDR), am 21. Mai. Innungsversammlung des Gold- und Silberschmiedehandwerkes in der Handwerkskammer, Wiener-Str. 43. TOP 1: Aktuelle Informationen zu Problemen unseres Handwerks. TOP 2: Herr OM Brüderlin aus Aachen und ein weiterer Gast aus der BRD kommen als Berater und beantworten Fragen.
Herr Pfeil von der Degussa erklärt, dass Handelsware für den Goldschmied unerlässlich ist. Der Vertreter der Fa. Niessing gibt eine Verkaufsanalyse von Trauringen der letzten Jahre bekannt, die wichtige Aufschlüsse über den Geschäftsablauf mit Trauringen gibt.

Bad Harzburg, vom 24. bis 26. Mai. Goldschmiedetage mit Neuorientierung im ZV.
Zum ersten Mal nehmen die Goldschmiede aus der ehemaligen DDR an einer Delegierten-Vollversammlung teil.
Die Neuwahlen zum Präsidium des ZV, die Entwicklung innerhalb der EG und vor allem die Ereignisse in der DDR bestimmen die Goldschmiedetage in Bad Harzburg. Insbesondere die Neuwahlen setzen Akzente für die künftige Arbeit des ZV in der BRD und darüber hinaus im gesamten Deutschland. Zum neuen Präsidenten wird Eberhard Rullkötter gewählt. Sein Präsidium: Vizepräs. Hans Klinkhammer, Münster und Joachim Flach, Koblenz. Mitglieder: Uwe Grebe, Berlin; Robert Köthe, Hannover. Zwei Plätze im Präsidium werden bewusst nicht besetzt, um neuen Mitgliedern vor allem aus den neuen Ländern, die Möglichkeit zur Mitarbeit im Präsidium zu geben.
Neue Mitglieder im ZV werden die Innungen Essen mit OM Ursula Fischer und Solingen mit OM Pohlmann. Neue OM: Doris Raymann, Schwäbisch Gmünd; Peter Gall, Frankfurt/M.

DDR. Der „DDR-offene Schmuckwettbewerb“ läuft letztmalig! Thema: Herrenring.

Zwickau (DDR), im Juni. Der letzte „HQ-Bogen“ (Handwerkliche Berichterstattung in Quartalen.) wird an die ELG gesandt.

BRD, im Juni. Die „GZ“ veröffentlicht im Juni eine „Tausch- und Kooperationsbörse der DDR-Kollegen“. Bremen, im Juni. Der 20-jährigen Tradition folgend wird Herbert Bitter neues Mitglied der „Ehrenbecherriege“ und nimmt die Ehrung entgegen.

Berlin/West, am 16. Juni. In der Urania wird eine Erfa-Tagung durchgeführt. Thema: „Gemeinsam in die Zukunft, Marktwirtschaft für alle“. Erwartet werden zu dieser, von der Firma Flume organisierten Tagung, rund 1000 Fachteilnehmer aus der DDR.

Königstein, am 16. Juni. Im Alter von 51 Jahren verstirbt Erhard Wanhoff, Chefredakteur der Fachzeitschrift „Uhren Juwelen Schmuck“.

Ost-Berlin, am 16. Juni. Die Gold- und Silberschmiede-, Fasser- und Graveurhandwerks-Innung wird gegründet. Bis auf drei Mitglieder sind alle anwesend und es wird einstimmig Peter Lemcke zum Obermeister gewählt. Als Gäste erscheinen die Kollegen Grammerstorf, Heydemann und Grebe mit ihren Gattinnen sowie Frau Senta Bergmaier von der GZ.

Mülsen St. Jacob (DDR), am 17. Juni. Obermeister Dieter Forberger, Obermeister Horst Gerlach, Siegfried Meyer und Gerhard Unger mit Ehepartnern besuchen Hans-Heinrich Träger in seinem Goldschmiedemuseum. (Diskutiert wird die neue politische Lage im Handwerk.)

Leipzig (DDR), am 22. Juni. Im Hotel „Astoria“ wird die Gold- und Silberschmiede­innung Leipzig wiedergegründet. Der Vorstand: Obermeister: Uwe Matthiessen; Stellv. OM: Frank Belger. Vorstandsmitglieder: Monika Heyn, Monika Urbanski, Herbert Thoß, Matthias Wendel, Jürgen Werner. An der Gründungsfeier nehmen Berufskollegen der Hannoveraner Innung teil.

DDR, am 10. Juli. In der „Noch-DDR“ wird die Gewerbefreiheit verkündet.

DDR, am 12. Juli. Unter der letzten DDR-Regierung von de Maiziere tritt das „Gesetz über die Inkraftsetzung des Gesetzes zur Ordnung des Handwerks der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik“ in Kraft.

DDR / Halsbrücke. Die „Saxonia-AG“ unterbreitet den Goldschmieden ein Vertragsangebot für den Ankauf von Edelmetallen. „Der Ankäufer ist verpflichtet alle gemäß §01 aufgeführten edelmetallhaltigen Materialien an den Verarbeiter abzuliefern.”

Zwickau, am 21. Juli. Beide Teile Deutschlands vollziehen in der Muldenstadt die Vereinigung des Deutschen Handwerks (GZ 9/90).

Pforzheim. Die größte Pforzheimer Schmuck- und Juwelenfabrik Hammer & Söhne (gegr. in Geringswalde/Sachsen), denkt an eine weitere Expansion. Belegschaft Ende 1988 450 Mitarbeiter;  Anf. 1990 550 Mitarbeiter. 1988 rund 120 Mio. DM Umsatz. Seit 1989 zählt die Juwelenfabrik Georg Lauer GmbH & Co. mehrheitlich zur Hammer-Gruppe.

Dresden (DDR). Ergebnisse des letzten DDR-Schmuckwettbewerbes werden in der „gold + silber – uhren + schmuck“ gezeigt. Unter den Preisträgern ist Cornelia Rütz aus Dresden mit ihren Reversnadeln.

DDR, „Uhren und Schmuck”, im August. Vom letzten Schmuckwettbewerb in der DDR wird berichtet. „Uhren und Schmuck“, im August. Der Vorstand des Pforzheimer Industrieverbandes Schmuck & Silberwaren bereist die DDR berichtet wird: „Ostdeutschland im Sog der Schmuckwelle …. Vier VEBs bringen knapp fünftausend Mitarbeiter ins Rennen.“ (Dr. Alfred Schneider). VEB-Generaldirektor Siegfried Wolfrun erklärt, dass für die ganze DDR 46 Kilogramm Gold jährlich verteilt wurde.

Idar-Oberstein, „Nahe-Zeitung“, vom 17. August. „Gesprächsforum Mittelstand“. Werner Preißler, Direktor der Zwickauer Edelschmiede: „Das Angebot von Trauringen beschränkte sich auf zwei bis drei Muster. Ab und zu mal ein einfacher Quarz oder eine Perle, die aber der Kunde gegen Valuta im Intershop erstehen musste – mehr war als schmückendes Beiwerk zum edlen Metall nicht zu haben“.

Deutschland, am 31. August. Der Einigungsvertrag wird zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR unterzeichnet. Wolfgang Schäuble (BRD) und Günter Krauße (DDR) unterzeichnen das Werk, das die Bildung der Deutschen Einheit für den 3. Oktober möglich macht.

Hanau, vom 14. bis 16. September. Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst tagt in der Stadt. Im Deutschen Goldschmiedehaus wird neben der Ehrenringverleihung an Anton Cepka, Bratislava, das kinetische Objekt von Prof. Friedrich Becker im Treppenhaus des Goldschmiedehauses eingeweiht.

“Uhren + Schmuck“ Nr. 5, September / Oktober. Die Zusammenführung der Zeitschrift „Uhren und Schmuck“ und der Zeitschrift „gold + silber – uhren + schmuck“ wird bekannt gegeben und vollzogen.

BRD / DDR im September. Das Bundeswirtschaftsministerium, Referat Öffentlichkeitsarbeit, gibt eine Schrift „Wirtschaftliche Hilfen für die DDR“ heraus.

Erfurt (DDR), im September. Seminar über Betriebswirtschaft für Thüringer Goldschmiede. Am dreitägigen Seminar nehmen über 100 Kollegen teil.

Südwestsachsen / Bermsgrün (DDR), am 21. September. Die Gründung der Gold- und Silberschmiedeinnung „Südwestsachsen“ findet im „Arbeiterheim“ Bermsgrün bei Schwarzenberg statt. Gründungsmitglieder sind laut Aufnahmeantrag: Günter Wurlitzer, Gerhard Unger, Rolf Hertel, Hans-Jochen Schleizer, Heinz Kreißel, Marianne Wehle, Christoph Schreiber, Brunhilde Kuka, Gabriele Garcia-Greno, Peter Heck, Christine Molzahn, Adelheit Halbauer, Hans-Heinrich Träger, Peter Scherfke, Rudolf Hahn, Henry Hartmann, Mannfred Winefeld, Alfred Acker, Johannes Seidel, Wolfgang Meyer, Walter Metzner, Gerhard Scherfke. Anlässlich der Innungsgründung fertigten Bertram Wurlitzer und Hans-Heinrich Träger eine Medaille an, von der 50 Stück gegossen wurden und an die Mitglieder und Gäste zur Verteilung kommen. Gäste: Horst Berger, Fachhandel Berger, München (bis 1945 in Dresden); Hans Neuner Obermeister, Bamberg; Goldschmied Heyder, Bayreuth; Dietmar Geppart, Bamberg; Dieter Forberger Obermeister, Dresden; Reiner Georgi stellv. Obermeister, Chemnitz.
Obermeister der Innung Südwestsachsen Günter Wurlitzer, Stellv. Hans-Heinrich Träger. Die Innung hat ihren Sitz in Schwarzenberg mit der Registriernummer 105. (Wird später durch Kreisreform nach Aue verlegt!)

Augsburg, am 23. September. Der erste Vorsitzende des ZV, nach dem Kriege, Günter Winkler, kann seinen 75. Geburtstag feiern.

Hanau, am 24. und 25. September. Fachlehrertagung an der Staatlichen Zeichenakademie. Robert Köthe vom ZV gibt einen Überblick zur Neuordnung der edelmetallgestaltenden Berufe.

Deutschland am 3. Oktober. Tag der Deutschen Einheit, mit Feierlichkeiten im ganzen Lande.

Neue Bundesländer, am 4. Oktober. Zu einer Studienfahrt nach Pforzheim und Baden-Baden starten die Obermeister der neuen Länder. Eingeladen haben einige Firmen aus Baden-Württemberg.

Deutschland. Mit Inkrafttreten des Einigungsvertrages und des Berufsschulgesetzes gelten die Vorschriften über die Berufsausbildung der „alten“ BRD auch in den neuen Bundesländern.

Mülsen St. Jacob, am 4. Oktober. In den Räumen der historischen Goldschmiede von H.-H. Träger wird einen Tag nach der Deutschen Einheit das „Südwestsächsische Industriemuseum Zwickau“ gegründet.

Friedrichsbrunn/Harz, vom 10. bis 12. Oktober. Mitgliederversammlung der Gold- und Silberschmiede-Innung des Landes Sachsen-Anhalt, Kammerbezirk Halle und Gästen aus dem Bezirk Magdeburg. LIM NRW Klaus Winckel hält Vorträge über Betriebswirtschaft und Marktwirtschaft. Frau Kirsch aus Kassel gibt Tipps für die Schaufensterdekoration.

Potsdam, 13. Oktober. Gründung der Landesinnung Brandenburg aus den ehemaligen Bezirken Cottbus, Frankfurt und Potsdam. LIM Werner Elling, Eberswalde, Obleute Hans-Joachim Förster für Potsdam und Diether Sack für den Bezirk Cottbus.

Erfurt, am 13. Oktober. Im Gildehaus konstituiert sich die Landesinnung des Gold- und Silberschmiedehandwerks Thüringen. Die Landesinnung geht aus den drei Thüringer Berufsgruppen Erfurt, Gera, Suhl hervor. Es werden 69 Betriebe aufgenommen. Landesinnungsmeister wird Karl-Heinz Glaser.

Arnstadt / Idar-Oberstein. Eine Gruppe von Fachlehrern und Schülern der Kommunalen Berufsschule „Karl Liebknecht“ in Arnstadt besuchen die Edelsteinstadt Idar-Oberstein. Eingeladen hat der Vorsitzende des Bundesverbandes Jochen Müller und einige Mitgliedsfirmen.

Berlin, am 20. und 21. Oktober. Die Ausstellung „Geformtes Gold“ im Haus der Kaufleute zeigt 1001 Schmuckstücke von 34 Gold- und Silberschmiedemeistern.

Stuttgart / GZ, im Oktober. GZ-Interview über die Schmuckindustrie und den Handel in der DDR. Gesprächspartner: Dr. Alfred Schneider, Geschäftsführer des Industrieverbandes Schmuck und Silberwaren, Pforzheim.

Geislingen, im Oktober. Die WMF berichtet über ihre Betriebsergebnisse und stellt fest, dass sich im ersten Halbjahr der Umsatz um 15,7% steigerte. Seit dem 2. Juli 1990 ist die Württembergische Metallwarenfabrik in über 200 Orten der früheren DDR präsent.

Idar-Oberstein, im Herbst. Die Edelstein-Firma Ruppenthal wird 100 Jahre alt.

Frankfurt/M., im Herbst. Sonderschau Schmuck-Symposium. „Schmuck und Mensch – eine Bestandsaufnahme“.

Sachsen, am 14. Oktober. Die Wahl zum sächsischen Landtag. MP wird Kurt Biedenkopf.

Magdeburg, am 27. Oktober. Goldschmiedemeister Galke organisiert das erste Obermeis­tertreffen für Vertreter aus ganz Deutschland. Er bezeichnet die Tagung „Deutsche treffen Deutsche“. Präsident des Zentralverbandes Rullkötter betont in seiner Ansprache: „Wir stehen am Anfang des Weges.“ Die Kollegen Galke aus Magdeburg und Matthiessen aus Leipzig werden künftig dem Präsidium des Zentralverbandes als Berater zur Seite stehen.
„Eine Werbeveranstaltung war das gewiss nicht.“ Überschrift der Fachzeitschrift „gold + silber“ im November. Die Zeitschrift kritisiert damit die Zerstrittenheit innerhalb des Zentralverbandes, die hier voll zum Ausdruck kam. „Anstatt nach vorn zu schauen, in eine gemeinsame Zukunft, wurden alte Probleme neu kontrovers breit diskutiert. Erfrischend im Gegensatz dazu der gute Zusammenhalt der Kollegen aus den Ost-Ländern.“
Nach der Begrüßung des OM Hermann Galke überbringt Herr Dr. Sommer die Grüße der Handwerkskammer und betont das Bekenntnis zur freien sozialen Marktwirtschaft.
Besonders hervorzuheben ist der Vortrag von Wolfgang Kuckenburg aus Erfurt über den „Schatz des Priamos“. W. Kuckenburg rekonstruiert seit fünf Jahren im Auftrag der Staatlichen Museen Berlin (Ost) den Priamosschatz, der in den Nachkriegswirren verloren ging. Seine Materialien waren Silber vergoldet. Besonders beeindruckend sind die alten Techniken. Über das Thema: „Die Scheideanstalt als Partner der Goldschmiede“ referiert Dr. Helmut Knosp von der Fa. C. Hafner, Pforzheim.
Der Präsident stellt den Zentralverband vor. Strukturen, Aufgaben, Stellung innerhalb der Branche und der Handwerkorganisation. Sein Appell an die außenstehenden Innungen zum Beitritt findet angesichts der nachfolgenden Diskussionen nicht die gewünschte Resonanz. Weitere Themen: Die Punzierungsrichtlinie sowie die Aus- und Weiterbildung.

Deutschland, am 1. November. Der „Fahrplan“ für die gesamtdeutsche Wahl am 2. Dezember ist klar. Mitte November werden die vollständigen Listen der Kandidaten veröffentlicht. Etwa 60 Millionen Deutsche sind wahlberechtigt.

Dresden, am 7. November. Innungsversammlung: Diskussion über Innungen, Kreishandwerkerschaften und Handwerkskammer. Diskutiert wird die Bildung von Landesinnungen sowie die Mitgliedschaft im Zentralverband.

Karl-Marx-Stadt, am 17. November. Die Gold- und Silberschmiedeinnung Chemnitz wird gegründet. Zum Obermeister wird Horst Gerlach aus Freiberg gewählt. Der Vorstand wie folgt: Stellvertretender Obermeister Reiner Georgi, Chemnitz; Gesellenprüfungsausschuss Bertram Berger, Niederschöna; Kultur Regina Liebers, Hartmannsdorf; Schatzmeister Elisabeth Schäfer; Gesellenwart Matthias Schneider, Chemnitz.

Dresden, am 19. November. Innungsversammlung der Goldschmiede in der Handwerkskammer Dresden. Wahl des Meisterprüfungs- und des Gesellenprüfungsausschusses für Dresden.

Leipzig, am 25. November. Obermeister Uwe Matthiessen, Leipzig, geht gegen einen wettbewerbswidrigen Räumungsverkauf erfolgreich vor (Stengelhofen & Co.).

Berlin, am 26. November. Die beiden Berliner Goldschmiedeinnungen schließen sich feierlich im Clubhaus des Berliner Ruderclubs (Berlin-Wannsee) zur Gold- und Silberschmiedeinnung Berlin zusammen. Obermeister wird Bernd Püschel; stellv. OM Peter Lemcke und zum Koordinator zwischen Ost und West wird der Ostberliner Gerd Haselau gewählt.

Dresden, vom 1. bis 3. Dezember. Im Dresdner Kongresszentrum „Dresdner Hof“ veranstaltet die GHS-Werbung-Sudau, aus Idar-Oberstein, mit ca. 40 bis 50 Ausstellern eine Verkaufsausstellung „Schmuck und Stein“. Eintritt 25,- DM.

Deutschland, am 2. Dezember. Etwa 60 Millionen Deutsche wählen in einer 1. gesamtdeutschen Wahl den Bundestag.

Arnstadt / GZ, im Dezember. Beitrag in der Fachzeitschrift über „Die Lehrlingsausbildung der ehemaligen DDR in der Zentralberufsschule“