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Perlen

Geschichte der Perlen

Perlen haben die Menschen schon immer fasziniert – von der Steinzeit bis heute. Tausende von Jahren ist es her, dass Menschen Perlen in Muscheln gefunden haben. Diese besonderen Funde hatten früher eine große Bedeutung in religiöser und in mystischer Hinsicht. Im Mittelalter trugen Ritter sie zum Schutz vor Feinden. Später waren Perlen in den Königshäusern der Renaissance ein Symbol für Macht und Reichtum. Dem einfachen Volk war es verboten, Perlen zu tragen. Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus kamen Perlen aus den nordamerikanischen Gewässern nach Europa. Der kostbare Schmuck war so gefragt, dass die großen Vorkommen nach radikaler Ausbeutung schnell abgeerntet waren.

Erst nach 1921 fielen die Privilegien: Der Japaner Kokichi Mikimoto brachte nach jahrelanger Forschung mit seinen Mitarbeitern die erste Zuchtperle auf den Markt. Damit war der Weg frei für die Perlenproduktion. Salzwasser- und Süßwasserperlen gibt es heute in einer Angebotsvielfalt, dass sich jeder Liebhaber ein Schmuckstück leisten kann – entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten.

Zucht

Im Unterschied zu den Naturperlen wird bei der Zucht heute nichts dem Zufall überlassen. In den ersten Jahren nach Kokichi Mikimotos Entdeckung der Perlenzucht wurden wilde Muscheln aus dem Meer zur Zucht genutzt. Japanische Wissenschaftler fanden in Versuchen heraus, welche Arten speziell für die Perlenzucht geeignet sind. Hauptkriterien sind exzellenter Glanz, runde Formen, klare Farben und eine makellose Oberfläche. Diese Muscheln werden heute auf Perlenfarmen extra gezüchtet. Perlenzucht in Kurzform: Bei der Akoya- und Südseeperlzucht wird den Salzwasser-Austern ein Perlmuttkern und ein Gewebestückchen implantiert. Die Muschel ummantelt den Fremdkörper Schicht um Schicht mit Perlmutt. So entsteht eine Perle mit einem Kern. In der Süßwasserzucht werden den Muscheln zwei Gewebestückchen eingesetzt – eines wird abgestoßen, das andere mit Perlmutt ummantelt. Südwasserperlen bestehen also komplett aus Perlmutt. Sie sind sehr viel leichter zu züchten, als Salzwasserperlen. Deshalb sind diese Perlen erschwinglicher.

Nicht immer geht bei der Zucht alles glatt. Sollte der Perlmuttkern abgestoßen werden, könnte das Gewebestück ummantelt werden. Daraus entsteht zum Beispiel eine unregelmäßig geformte Keshiperle.